Laden mit Leidenschaft: So wird der neue CLA auch noch zum PraktikeR

Mercedes-Benz CLA Shooting Brake

Mercedes-Benz CLA Shooting Brake

Mercedes schafft neue Räume in der Kompaktklasse und stellt dem CLA noch vor dessen Markteinführung wieder einen Shooting Brake zur Seite. Während der Designer-Kombi in der Oberklasse zugunsten des viertürigen AMG GT gestrichen wurde, ist der kleine Lifestyle-Laster offenbar so gut bei den Kunden angekommen, dass er im September eine zweite Chance bekommt.

Wie das viertürige Coupé, das im Mai in den Handel kommt, geht auch der Shooting Brake beim Generationswechsel deutlich aus dem Leim und rückt so der C-Klasse auf die Pelle. Derr Radstand wächst um drei Zentimeter auf 2,70 Meter, in Breite und Länge legt der CLA um jeweils rund fünf Zentimeter zu und streckt sich nun auf 4,69 Meter, und das Dach wird zugunsten der schnelleren Silhouette ein wenig flacher. Innen gewinnen dabei vor allem die Passagiere an Platz für Schultern und Ellenbogen, der Kofferraum wird spürbar breiter und die jetzt auch mit einem angedeuteten Fußtritt zu öffnende Heckklappe ragt mehr als 20 Zentimeter weiter in die Seiten. Das Volumen allerdings wächst nur mäßig und misst nun 505 statt 495 Liter.

Den größten Sprung macht der CLA Shooting Brake aber im Innenraum – schließlich übernimmt auch er die jüngste Evolutionsstufe des Bediensystems MBUX. Er hört gründlicher zu als A-Klasse & bisher, glänzt mit reichlich Allgemeinwissen aus dem Web und beantwortet deshalb mehr Fragen und wird zum Fitnesscoach. Vor allem aber erkennt MBUX mittlerweile auch Gesten, so dass ein Fingerzeig genügt, um etwas das Licht anzuschalten oder die Menüs auf dem Bildschirm zu wechseln. Und wer zwei Finger zum V spreizt, der kann damit auch einen zuvor selbst definierten Befehl abrufen und sich so zum Beispiel ganz ohne Worte nach Hause navigieren lassen.

Mercedes-Benz CLA Shooting Brake

Mercedes-Benz CLA Shooting Brake

Er hat ein eigenes Gesicht mit einer charakteristischen Haifisch-Nase und die Motorhaube zieren markante Power-Domes – doch unter dem Blech halten sich die Unterschiede zum Rest der Kompakten in engen Grenzen: Das gilt für die Assistenzsysteme, die nahezu den Umfang der S-Klasse haben, genau wie für den Antrieb. Auch der CLA bekommt deshalb die bekannten Drei- und Vierzylinder, wird mit Front- oder Allradantrieb, Schaltgetriebe oder Doppelkupplung angeboten. Auf der Premierenbühne in Genf steht der Shooting Brake als 250er mit 225 PS. Doch wird es ganz sicher auch die AMG-Versionen CLA 35 und CLA 45 und ein paar abgespeckte Varianten bis zum CLA 180d mit 115 PS-Diesel geben.

Zwar ist der Shooting Brake beim Generationswechsel ein wenig gewachsen und ist allemal praktischer als das Coupé. Und Vertriebschefin Britta Seeger schwärmt stolz vom Raumgewinn für Sportgeräte und viele mehr. Doch das praktischste Auto in der Kompaktklasse-Familie der Schwaben kommt erst noch. Denn im Herbst startet als großer Bruder des GLA und als coole Alternative zur B-Klasse der GLB – mit drei Sitzreihen und mehr Laderaum als das T-Modell der C-Klasse.


Clever und smart: So startet der Renault Clio seine Charme-Offensive in der Stadt

Im Dschungel der Großstadt geht es heiß her in diesen Tagen. Nicht nur, dass alle Welt die Innenstädte mit kleinen Geländewagen fluten will. Sondern auch die Stammspieler in der Stadt nehmen den nächsten Anlauf und ein Heer neuer Kleinwagen macht sich bereit, der SUV-Welle Einhalt zu gebieten. Ganz vorn dabei sind da die Franzosen. Denn als wäre ein neuer Peugeot 208 nicht schon spannend genug, bringt Konkurrent Renault zeitgleich auch noch einen neuen Clio in Stellung.

Außen halten sich die Änderungen dabei zwar in engen Grenzen, weil Designchef Laurens van den Acker beim meistverkauften Modell der Marke viel Rücksicht auf Bestandskunden und Restwerte nehmen muss und es deshalb bei ein paar Retuschen belassen hat. So wird der Clio auf seiner neuen, 50 Kilo leichteren Plattform ein paar Millimeter schmaler und kürzer und zugunsten des sportlicheren Auftritts auch etwas flacher, ist aber erstens auf Anhieb wieder zu erkennen und zweitens innen sogar etwas geräumiger geworden, versprechen die Franzosen.

Doch dafür geht der Designer innen in die Vollen und macht nicht nur Schluss mit einer vom Rotstift diktierten Materialauswahl, sondern katapultiert den Bestseller endlich auch ins Zeitalter des Smartphones. Beim Flirt mit den digital Natives setzt er deshalb auf einen großen, aufrechten Touchscreen, der wie ein iPad vor der Mittelkonsole steht, und spendiert dem Kleinwagen zum ersten Mal animierte Instrumente.

Auch die Kollegen aus der Entwicklung setzen auf reichlich Elektronik und bauen deshalb fast alles an Assistenzsystemen ein, was ihre Teilelager zu bieten hat: Der Clio bekommt deshalb erstmals einen Staupiloten mit Stopp- und Go-Funktion, hält automatisch Spur und Abstand und macht das Parken mit einem Dutzend Kameras und Sensoren sie einer Lenkhilfe zum Kinderspiel.

Auf den ersten Blick tut sich die Fraktion Maschinenbau ein wenig schwer, da tatsächlich mitzuhalten. Schließlich stecken und der Haube zwar neue, aber durchweg konventionelle Drei- und Vierzylinder für Benzin und Diesel, die ein Leistungsspektrum von 65 bis 130 PS abdecken. Doch so ganz ohne Strippenzieherei geht es auch in der alten Welt nicht mehr. Zwar wird es den Clio anders als den Peugeot 208 wohl so schnell nicht als Elektroauto geben, schließlich hat Renault dafür den Zoe am Start. Doch zumindest mit einem ersten Mild-Hybrid schlägt auch Renault die Brücke in die Zukunft.