Powerplay vor dem Ende der ersten Halbzeit: Mit neuen Motoren und hält Opel seine wichtigsten Modelle frisch

Opel hat mal wieder eine Durststrecke: Zwar konnten die Hessen im Schoß der neuen Konzernmutter PSA jetzt zum ersten Mal einen Gewinn ausweisen und die Buchhalter sind zufrieden. Doch die Entwickler haben derzeit vergleichsweise wenig zu bieten. Denn der neue Corsa ist zwar überfällig, aber noch immer nicht fertig, und bis das erste eigene Elektroauto auf die Straße kommt, wird es noch ein wenig dauern. Also retten sich die Hessen mit ein konstruktiven Kleinigkeiten über die Zeit und spendieren ihren wichtigsten Modellen Astra und Insignia zwischendurch mal ein paar Frischzellen, bevor sie bald ihr großes Facelift zur Halbzeit bekommen.

Beim Astra gibt es deshalb für Fünftürer und Kombi zu Preisen ab 27 720 Euro einen neuen Diesel an der Spitze der Motorpalette: Einen 1,6-Liter-Doppelturbo mit 150 PS und stolzen 400 Nm. Der Vierzylinder, der auch schon in Grandland & Co zum Einsatz kommt, schafft den Spurt auf Tempo 100 im besten Fall in 9,0 Sekunden, erreicht bei Vollgas 225 km/h und ist im Normzyklus beim Hatchback mit 4,2 und beim Sportstourer mit 5,2 Litern zufrieden.

Wer mit dem Insignia liebäugelt und angesichts der aktuellen Nachrichtenlage mit dem Diesel fremdelt, dem machen die Hessen den Umstieg jetzt mit einem weiteren Benziner etwas leichter. Denn wo es bislang nur magere 136 PS gab, locken sie Wechselwillige nun mit einem 1,6-Liter, der es immerhin auf 200 PS bringt und damit schon besser in die Mittelklasse passt. Ein Turbo presst dem Vierzylinder 280 und kurzfristig sogar 300 Nm ab, mit dem er das Flaggschiff im günstigsten Fall in 7,7 Sekunden auf Tempo 100 bringt und immerhin 235 km/h ermöglicht. Der Preis beginnt bei 35 195 Euro und den Verbrauch gibt Opel mit mindestens 6,0 Litern für den Fünftürer und 6,8 Litern für den Kombi an.

Parallel zum Antrieb möbeln die Hessen auch die Ausstattung auf und entstauben ihr Infotainment. Wo bislang noch ein Bildschirm aus der digitalen Steinzeit prangte, gibt es jetzt einen Touchscreen mit zeitgemäßer Auflösung und dazu noch einen schnellen Prozessor und eine schlaue Online-Verbindung. Deshalb werden die Karten nicht nur besser dargestellt und flotter aufgebaut, sondern haben auch mehr Inhalte: Verkehrsinformationen in Echtzeit zum Beispiel, Benzinpreise oder die Belegung von Parkhäusern. Außerdem verspricht Opel eine bessere Sonderzielsuche und erlaubt nun Updates über eine Online-Verbindung. Zwar wissen die Hessen selbst, dass sie damit den tiefen Teller nicht neu erfunden haben, sondern allenfalls mit der Konkurrenz gleichziehen. Doch ist das neue Navigationssystem ein schöner Beweis dafür, die Hessen mittlerweile offensichtlich auf dem richtigen Weg sind.