Coole Schminke für extreme Rennwagen

Go Faster: Auf dem Buchcover ist das Lieblings-Rennwagenmodell des Autors zu sehen, ein Porsche 908/3 im typischen Gulf-Design.

Ein Buch wie es noch keines gibt, denn das Thema Grafikdesign von Rennwagen war bislang noch nicht bearbeitet worden. Sven Voelker hat es nun getan und legt den Band “Go Faster. The Graphic Design of Racing Cars” vor (Gestalten Verlag, 144 Seiten, 25 Euro). Voelker ist Professor für Kommunikationsdesign an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle – und  Auto- und Rennsport-Aficionado. “Das Buch ist ein Bilderfest, eine Hymne auf die große Zeit des Motorsports in den sechziger und siebziger Jahren”, sagt er. Interessiert haben ihn aber weniger die rasantesten Autos oder die wagemutigsten Fahrer, sondern das “Aufeinandertreffen von dreidimensionalen Rennwagenkarosserien und zweidimensionaler Grafik”, wie er sagt.

Die Rennwagenkörper folgen den Gesetzen der Aerodynamik. Ihre Bemalung hingegen läuft der Windschlüpfigkeit optisch meist zuwider. Da gibt es Streifen und Pfeile, Kanten, Ecken, wilde Linien und kreischende Farbkombinationen – eine regelrechte Anarchie des Grafikdesigns. “Interessanterweise werden die Autos durch diese Art von Kriegsbemalung scheinbar noch rasanter – auf jeden Fall aber noch viel cooler als sie ohnehin schon sind.”

Weiß oder bunt: Mit Kreidestaub eingefärbte Modelle verdeutlichen die phantastische Wirkung der so genannten Kriegsbemalung von Rennwagen.

Um diese Wirkung zu verdeutlichen, hat Voelker seine Sammlung von Rennwagenmodellen geopfert. Er färbte die Autos mit Kreidestaub mattweiß – und stellte den blassen Skulpturen die grellbunt lackierten und beklebten Vollgas-Pendants gegenüber. So erfasst der Betrachter auf den ersten Blick die Wirkung des Grafikdesigns auf den Autokörpern. Nur ein Renner entkam der Behandlung mit dem Kreidestaub – Voelkers Lieblingsmodell, ein Porsche 908/3 im klassischen, hellblau-orangefarbenen Gulf-Look. Der Wagen ist auf dem Buchcover zu sehen, das Original gehört übrigens US-Fernsehstar Jerry Seinfeld. Vielleicht besorgt der sich jetzt auch das Buch.