Hiriko: Ein Autoknirps, der clever ist statt smart

Schöner stapeln: Wird der Hiriko nicht gebracht, stellt er sich auf, macht sich schlank und lässt sich besonders platzsparend parken.

Gegen dieses Auto wirkt selbst der Smart riesig und irgendwie von gestern. Mit dem neuen Kleinstwagenkonzept Hiriko wollen spanische Investoren und amerikanische Wissenschaftler den Stadtverkehr von Morgen aufmischen. Während der Fahrt ist der Zweisitzer, in den man wie früher bei der BMW Isetta, durch eine große Tür an der Stirnseite einsteigt, sogar ein bisschen länger als der Smart. Doch der Clou des Hiriko wird erst beim Parken sichtbar: Denn dann drücken sich die neuartigen Federbeine an der Hinterachse so weit nach oben, dass sich die an Gelenken befestigte Kabine dreht und sich der gesamte Wagen aufrichtet. Damit lasse sich das Fahrzeug so eng parken, dass beispielsweise auf einen Smart-Stellplatz gleich drei Hirikos passen, prahlten die Hersteller während der Präsentation des Projekts vor der EU-Kommission in Brüssel.

Kompakt und clever: So soll der Hiriko den Stadtverkehr der Zukunft verflüssigen.

Selbstredend darf ein moderner Stadtwagen für die nahe Zukunft nicht mehr mit Benzin oder Diesel durch die Zentren knattern. Und so fährt der maßgeblich vom renommierten Massachusetts Institute of Technologie (MIT) entwickelte Hiriko mit Strom und kommt mit einer Akkuladung bis zu hundert Kilometer weit. Die Motoren sind direkt in den Radnaben montier . Das spart Platz und schafft mehr Raum für die beiden Insassen, von denen einer den Wagen statt mit dem Lenkrad mit einem Joystick steuert. Weil jedes Rad einzeln angetrieben wird, ist das Auto ungeheuer wendig und kann beinahe auf der Stelle drehen.

Bislang gibt es lediglich einen Prototypen, der jetzt in Brüssel zu sehen war. Doch schon im nächsten Jahr soll in der Nähe von Bilbao die Produktion einer Kleinserie des Fahrzeugs beginnen. Die ersten 20 Autos sollen in der Herstellung kaum mehr als je 16.000 Euro kosten. Und wenn später einmal größere Stückzahlen gebaut werden, werde Preis deutlich sinken, versprechen die Projektpartner. 12.500 Euro plus Batteriemiete seien das angestrebte Ziel. So könnte aus der Idee tatsächlich ein urbanes Massenphänomen werden.