Smart For-Us: California Dreamin’ in Detroit

 

Strandläufer: So stellen sich die Smart-Designer ein designiertes US-Modell vor.

Strandläufer: So stellen sich die Smart-Designer ein designiertes US-Modell vor.

Mercedes bringt ein bisschen Sonne, Sand und gute Laune in den Winter. Denn ausgerechnet Mitte Januar in Detroit, wo der Messezirkus der Autoindustrie alljährlich seinen klimatischen Tiefpunkt hat, sorgen die Schwaben mit ihrer kleinen Tochter Smart für ein wenig California Dreamin’. Zu diesem Zweck enthüllen sie eine Designstudie, die so ziemlich alles bietet, was ein amerikanisches Auto ausmacht und deshalb wortspielerisch For-us heißt: Sie ist offen wie ein Cabrio, sieht aus wie ein Geländewagen, ist praktisch wie ein Pickup, könnte auch als Strandbuggy durchgehen und fährt obendrein fast so umweltfreundlich wie die beiden Fahrräder, die ebenfalls an Bord des rundlich-kompakten Freizeitmobils sind.

Einfach mal abhängen: Das Interieur verspricht Urlaub auf Achse mit Sitzen im Stil von Hängematten.

Mit dem klassischen Smart hat der For-Us bis auf den Namen, die Grundform und die farblich abgesetzte Sicherheitszelle nicht viel gemein. Aus dem Citycoupé wird für den Messeauftritt im winterlichen Detroit ein sonniges Strandwägelchen für Key West oder Santa Monica. Dach und Seitenscheiben haben die Smart-Vordenker kurzerhand weggelassen. Dafür haben sie im Heck eine Pritsche angesetzt. Die ist nicht nur groß genug für zwei Surfboards oder zwei Pedelecs, für deren Akkus es an Bord auch gleich eine spezielle Docking-Station gibt. Sondern die Pritsche macht den For-Us zum wahrscheinlich kleinsten Pickup aller Zeiten.

Zugleich ist die Studie eines der größten Smart-Modelle bislang. Denn mit der Form wurde auch das Format geändert: Der Radstand wächst um sechs Zentimeter auf 2,48 Meter, die Spur geht um fünf Zentimeter in die Breite und mit 3,55 Metern ist der For-Us fast so lang wie der längst eingestellte Viertürer. Trotzdem ist die Studie für Amerikaner natürlich nur ein besseres Spielzeug und taugt für Pickups wie den Ford F-150 allenfalls als Beiboot. Immerhin bietet der Smart ein paar pfiffige Details wie das Smartphone am Scheibenrahmen, das mit seiner eingebauten Videokamera den Rückspiegel ersetzt, oder die Sitze, die mit ihrem gelben Stoffüberwurf an Hängematten erinnern.

Eigentlich ist der For-Us nicht mehr als eine Fingerübung der Designer, die mit einem Augenzwinkern für ein wenig Wärme im tristen Detroit sorgen soll. Doch zumindest beim Antrieb haben die Entwickler eine gewisse Bodenhaftung bewiesen: Den 75 PS starken Elektromotor mit Lithium-Ionen-Akku, der mehr 120 Sachen erlaubt, bringt Smart im nächsten Frühjahr im normalen Serienmodell auf die Straße.