Renault Latitude: Voilà, da sind wir wieder!

Elegant aber austauschbar: Gestern noch ein Samsung SM5, soll diese Limousine unter dem Namen Latitude die Marke Renault wieder in die Oberklasse führen.

Trotz herber Enttäuschungen in der Oberklasse setzt Renault erneut zum Sturm auf die Bastille des Pkw-Marktes an. Anders gesagt: Die französische Marke startet einen neuerlichen Ausflug ins Oberhaus. Dorthin führen soll die Marke die 4,89 Meter lange Limousine Latitude, die Ende August auf der Motorshow in Moskau Weltpremiere feiern und danach im Oktober auf dem Pariser Salon zu sehen wird. In den Handel kommt der Wagen zuerst in Russland, der Türkei, Rumänien und Australien, danach in Nordafrika, Asien, Mexiko und der Golfregion und erst zuletzt, vermutlich Mitte 2011, auch in Europa. Und obwohl sich der deutsche Vertrieb lange gegen den Wagen gesperrt hat, wird es den Latitude auch hierzulande geben.

Anders als beim Van-Coupé Avantime und dem Stummelheck-Kombi Vel Satis will Renault den Wettbewerb gegen Mercedes E-Klasse und 5er BMW diesmal mit konventionellen Waffen führen: Statt experimenteller Formen und extravaganter Proportionen setzten die Verantwortlichen auf ein vergleichsweise biederes Stufenheck-Modell im Stil des ehemaligen Safrane, das in seiner Schlichtheit auch als großer Hyundai oder Toyota durchgehen würde. Selbst Kühlergrill und Scheinwerfer wirken austauschbar, lediglich die Chromspange am etwas eingezogenen Heckdeckel ist das einzige halbwegs unverwechselbare Wiedererkennungsmerkmal.

Stattlich aber schlicht: 4,89 Meter lang und optisch irgendwie austauschbar muss der Latitude seinen Weg auf schwerem Terrain machen.

Um Zeit und Geld zu sparen, hat Renault kein eigenes Auto entwickelt. Streng genommen handelt es sich beim Latitude um einen verkleideten SM5 der koreanischen Konzerntochter Samsung. In Südkorea ist der Wagen  bereits seit einiger Zeit auf dem Markt, und zwar motorisiert mit einem  140 PS starken Zweiliter-Benziner. Bei uns allerdings dürfte die weitgehend von Laguna und Laguna Coupé bekannte Motorenpalette etwas ambitionierter bestückt sein: Vierzylinder, die als Benziner 204 PS und als Diesel 178 PS leisten sind ziemlich wohl sicher und die beiden V6-Aggregate mit 238 Benzin- und 235 Diesel-PS zumindest sehr wahrscheinlich.

Vor allem will Renault mit einer üppigen Ausstattung punkten. Deshalb soll es nicht nur Bi-Xenon-Scheinwerfer und LED-Rückleuchten geben, sondern auch eine Drei-Zonen-Klimaautomatik, Massagesitze und gleich zwei individuell regelbare Parfümzerstäuber. Außerdem sind natürlich ein pralles Soundsystem sowie der schlüssellose Zugang mit der „Handsfree“-Karte Standard. All das allerdings hat seinen Preis, der wohl nur knapp unter 40.000 Euro beginnen wird.


Sie können es nicht lassen: Renault will wieder in die Oberklasse

Der Duft des Luxussegments ist offenbar zu verführerisch. Renault, mit dem experimentellen Van-Coupé Avantime gnadenlos baden gegangen und mit dem Flaggschiff Vel Satis zumindest hierzulande weitgehend erfolglos,nimmt die Franzosen erneut Anlauf in der Oberklasse. “Ab 2011″, so lautet die Ansage aus Paris, “mischen wir wieder auf den Direktionsparkplätzen wieder mit.”

Anders als beim Van-Coupé Avantime und dem Stummelheck-Kombi Vel Satis wollen die Franzosen den Kampf gegen Mercedes E-Klasse und BMW 5er diesmal allerdings mit konventionellen Typen führen: Das bislang noch namenlose Top-Modell mit dem Projektcode L43 wird eine ganz normale Stufenhecklimousine.

Heute Seoul, morgen Paris: Auf Basis dieses Samsung SM5 will  renault bis nächstes Jahr seine neue Oberklasse-Limousine entwickeln.

Asien-Connection: Auf Basis dieses Samsung SM5 baut Renault bis 2011 ein neues Oberklasse-Modell

Weil Renault nicht ganz so verblendet ist, mit riesigen Stückzahlen zu rechnen und der Verkauf zum Beispiel in Deutschland gegen vehementen internen Widerstand erst vor wenigen Wochen beschlossen wurde, sparen sich die Ingenieure in Paris eine eigene Entwicklung. Stattdessen bedienen sie sich der hierzulande als Autobauer weitgehend unbekannten koreanischen Tochtermarke Samsung und nutzen deren mittlerweile sechs Jahre alte Limousine SM5 als Basis. Der asiatische Prunkwagen mit chromglänzendem und weit nach hinten gezogenen Scheinwerfern ist rund 4,90 Meter lang und fährt in Korea mit einem 140 PS starken Zweiliter-Benzinmotor vor. Zur Not passen unter die riesige Motorhaube aber sicher auch ein V6-Benziner und ein für Europa eigentlich unerlässlicher Dieselmotor.

Der Vel Satis-Nachfolger wäre für Renault übrigens nicht das erste Übernahme-Modell aus Korea. Auch der Geländewagen Koleos ist im Grunde genommen ein Samsung-Modell. Ob das ein gutes Omen ist? Eher nein: Denn mit weniger als 3000 Zulassungen im vergangenen Jahr zählt der Allradler zu den Kellerkindern des SUV-Segments.