Renault Clio: Der Polo aus Paris

Frischer Look: Der neue Clio trägt das neue Markengesicht.

O là là, jetzt wird’s aber eng für Polo, Corsa & Co: Denn wenn Renault im September beim Heimspiel auf dem Pariser Salon den nächsten Clio enthüllt, gibt es kontern die Franzosen gegen die deutschen Platzhirsche nicht nur mit Charme und Chic, sondern auch mit ihren eigenen Waffen und bringen dem Kleinwagen das Sparen bei: 3,4 Liter für die Diesel und 4,3 Liter für die Benziner sind eine Ansage, die man auch Wolfsburg oder Rüsselsheim ernst nehmen wird. Und ein pfiffiges Infotainment-System gibt es obendrein.

Damit die Kunden überhaupt so lange hinschauen, dass sie diese Neuerungen bemerken können, hat Renault den Clio völlig neu eingekleidet. Als erstes Serienmodell aus der Feder von Designchef Laurens van den Acker trägt er deshalb nicht nur das neue Markengesicht mit der verchromten Raute im schwarzen Kunststoffgrill. Sondern ähnlich wie die Designstudie Dezir ist er betont sportlich und muskulös gezeichnet: Die Motorhaube ist gewölbt, das Heck ist kurz und knackig und die Flanke sieht mit ihrer hohen Schulter, der versteckten Hecktür und dem ins Blech konstruierten Schweller besonders sehnig aus.

Von der Zukunft inspiriert: Der Clio folgt den Linien der Studie Dezir.

Wo der Clio außen mit sportlichem Chic überzeugen will, geht es unter der Haube zunächst um sparen. Sicher wird es auch noch ein paar bekannte Motoren geben und für das Frühjahr haben die Franzosen bereits einen Turbo-Benziner mit 120 PS und Doppelkupplung versprochen. Aber zum Start rücken sie zwei Knauserkraftwerke in den Mittelpunkt: Bei den Benzinern ist das der erste Dreizylinder von Renault. Er hat nur 0,9 Liter Hubraum, kommt aber dank eines Turbos auf 90 PS und ist im besten Fall mit 4,3 Litern zufrieden. Und bei den Dieseln bauen sie auf den bekannten 1,5-Liter mit ebenfalls 90 PS, der nach weiterem Feinschliff 20 Nm mehr Drehmoment bietet und trotzdem weniger verbraucht denn je: 3,4 Liter oder 99 Gramm CO2 pro Kilometer stehen im Datenblatt, wenn man die Eco2-Version mit Start-Stopp-Automatik und Rekuperationstechnologie bestellt.

Apple lässt grüßen: Die Mittelkonsole erinnert an ein iPad.

Innen hält beim Cio mit der vierten Genereration die neue Welt von iPhone & Co Einzug. Denn statt der üblichen Schalter und Regler gibt es in der Mittelkonsole einen großen Touchscreen, der nicht von ungefähr an einen Tablet-Computer erinnert. Dieses auch mit Sprachsteuerung ausgestattete R-Link-System birgt nicht nur den Bordcomputer und auf Wunsch die Navigation. Sondern ähnlich wie beim iPad kann man dafür auch so genannte Apps aus dem Internet laden. Schon zum Start wird es 20 Zusatzprogramme geben, mit denen man Termine verwalten, E-Mails bearbeiten oder Kurzbachrichten twittern kann. Und selbst der Sound des Autos lässt sich damit elektronisch tunen: Ein spezielles, an den Drehzahlmesser gekoppeltes Programm gaukelt dem Fahrer über die Lautsprecher des Innenraums sechs unterschiedliche Motoren vor.

Knapp ein halbes Jahr vor der Markteinführung im November hält sich Renault mit den Preisen natürlich noch bedeckt. Doch die Luft im dicht besetzten Kleinwagensegment ist so dünn, dass sich die Franzosen selbst bei einem großen Technologie- und Designsprung an der Kasse keine großen Sprünge erlauben können. Wo der aktuelle Clio bei 12 400 Euro startet, wird deshalb auch der neue schon für deutlich unter 13 000 Euro zu haben sein.