Citroen Metropolis: Prunkvoll durch das Reich der Mitte

Langer Luxus-Lulatsch: Mit dieser 5,30 Meter langen Studie will Citroen auf der Motorshow in Peking punkten.

In Europa fährt die Oberklasse längst im Rückwärtsgang, doch am anderen Ende der Welt können Autos gar nicht groß und protzig genug sein. Ausgerechnet das ehemalige Armenhaus China erweist sich als Dorado der Luxuslimousinen und beschert den Nobelherstellern stattliche Zuwachsraten. Weil Reichtum dort mit Vorliebe gezeigt wird, verkaufen sich in Peking oder Shanghai selbst Nobelhobel à la Maybach & Co. noch überraschend gut. Kein Wunder, dass die deutschen Premiumanbieter jetzt zum Start der Motorshow in Peking groß auffahren und dort den überarbeiteten Maybach sowie den langen Audi A8 mit Zwölfzylindermotor und den aufgefrischten VW Phaeton enthüllen. Auch Jaguar, Maserati und Cadillac schöpfen die Sahne des chinesischen Automarktes ab, und natürlich stehen auch Sportwagen von Ferrari und Lamborghini im Reich der Mitte hoch im Kurs. Und jetzt drängt sogar ein französischer Hersteller ins fernöstliche Oberhaus. In der Heimat ist Citroen vor allem bekannt für pfiffige Kleinwagen und künstlerische Großraumlimousinen, rollt die Marke in Peking die feudale Studie Metropolis ins Rampenlicht.

Der Wagen, die von dem hauseigenen Designbüro in Shanghai entworfen, misst stolze 5,30 Meter in der Länge und überragt damit selbst eine Mercedes S-Klasse und einen Audi A8. Weil die Studie Metropolis zudem glatte zwei Meter breit ist, sind standesgemäße Platzverhältnisse garantiert. Trotzdem sieht der Viertürer mit dem großen Kühlergrill, den im Wind zerfließenden Scheinwerfern und dem schrägen Heckstummel ausgesprochen sportlich aus, was auch an der Höhe von lediglich 1,40 Metern liegt.

Wie es drinnen oder unter der Haube zugeht, dazu gibt es nicht viele Informationen. Nur dass ein Plug-in-Hybridangetrieb die Fuhre in Fahrt bringt, wird verraten. Das ist für den chinesischen Markt ein Muss, weil kaum sonstwo so ambitioniertere Umweltziele gelten wie hier. Und Citroen plant ohnehin, im nächsten Jahr ein Hybridauto auf den Markt zu bringen und bis 2012 eine Testflotte von Plug-In-Fahrzeugen auf den Weg schicken – wenngleich unter der Haube des Metropolis wohl eher ein V6-Benziner als ein Common-Rail-Diesel stecken dürfte.

Zwar sieht der Luxusliner spektakulär aus und hätte durchaus das Zeug, irgendwann das legendäre Modell DS zu beerben, doch die Chancen auf eine Serienfertigung sind denkbar gering. Denn in Europa wird sogar um ein Nachfolgemodell für den aktuell größten Citroen, den C6 gerungen.