Mit 620 PS auf die Zielgerade: Als GT2 RS ist der 911 der stärkste Straßen-Porsche aller Zeiten

Stärker, leichter, schneller - und teurer: So krönt der neue GT2 RS die Elfer-Familie.

Genug, ist nicht genug: Wer dachte, mit der 530 PS starken Porsche-911-Variante Turbo S habe der schwäbische Sportwagenbauer das Ende der Leistungsspirale bei der aktuellen 911er-Familie erreicht, der wird jetzt eines Besseren belehrt. Kurz nach den Werksferien im September wird nämlich das Modell GT2 RS an den Start rollen. Mit 620 PS der stärksten Serien-Porsche aller Zeiten.

Dafür haben die Ingenieure aus dem 3,6 Liter großen Sechszylinder-Turbo-Boxermotor gegenüber dem letzten GT2 noch einmal 90 PS mehr heraus gekitzelt und trotzdem den Verbrauch gesenkt. Er geht um fünf Prozent zurück und liegt nun mit 11,9 Litern fast auf dem Niveau der um 100 PS schwächeren Turbo-Typen.

Nur an der Leistungsschraube zu drehen, war den Ingenieuren aber zu wenig. Und so wurde der Renner auch um 70 Kilogramm abgespeckt. Außen erkennt man den GT2 RS deshalb nicht nur an den größeren Spoilern, den breiteren Radhäusern und den neuen Rädern mit Zentralverschluß, sondern auch an vielen Bauteilen im Karbon-Look. Und innen machen dünnen Schalensitze sowie schlanke Türtafeln, aus denen jetzt nur noch rote Schlaufen an Stelle der üblichen Türoffner hängen, den Unterschied. Dazu gibt es einen vorbereiteten Überrollbügel und eine eindrucksvolle Mischung aus schwarzen Grundfarben und rotem Alcantara, das den Innenraum förmlich glühen – läßt als säße man im Herzen der Hölle.

Höllisch – das ist wohl auch das richtige Adjektiv für das Beschleunigungsvermögen des schärfsten Porsche 911. Obwohl keine Doppelkupplung beim Schalten hilft und kein Allradantrieb für zusätzliche Traktion sorgt, schnellt die mit strammerem Fahrwerk und Keramikbremsen bestückte Flunder in 3,5 Sekunden auf Tempo 100, erreicht nach 9,8 Sekunden 200 Sachen und nach 28,9 Sekunden eine Geschwindigkeit von 300 km/h. Schluss ist da noch lange nicht: Wenn die Gerade lange und der Gasfuß schwer genug sind, schafft der stärkste Elfer aller Zeiten 330 km/h und läßt so nur einen kleinen Anstands-Abstand zum Carrera GT, der bis auf 334 km/h beschleunigte.

Gemessen an dem ehemaligen Überflieger ist der GT2 RS fast ein Schnäppchen. Zwar kostet der Wagen 240.000 Euro und ist damit fast drei mal so teuer wie das 911 Basis-Modell. Doch für den erwähnten Supersportler verlangte Porsche damals mehr als 450.000 Euro. Und trotzdem ist der GT2 RS das exklusivere Auto: Während vom Carrera GT fast 1300 Exemplare gebaut wurden, soll es vom GT2 RS nur 500 Modelle geben.