Panoz Abruzzi: Batman wäre ganz sicher begeistert

Barock und böse: Wer dieses Auto im Rückspiegel sieht, muss um sein Heck fürchten. Doch oft passieren wird das nicht, den Panoz wird lediglich 81 Abruzzi-Exemplare bauen.

Der Name klingt eher nach einem Stahlschwamm fürs Spülbecken, und das Design erinnert an die zerklüfteten Filmautos von Batman. Doch wer beim US-Sportwagenhersteller Panoz für umgerechnet rund eine halbe Million Euro den neuen Abruzzi bestellt, dem ist auf jeden Fall maximale Aufmerksamkeit sicher. Denn gegen den neuen Zweisitzer aus Atlanta wirken selbst ein Ferrari Italia oder ein Lamborghini Gallardo auf einmal brav und bieder. Das gilt nicht nur wegen des extrovertierten Designs, sondern auch wegen der limitierten Stückzahl. Obwohl jetzt seit ziemlich genau 20 Jahren im Geschäft, hat Panoz von seinem Roadster und dem Folgemodell Esperante bislang nur wenige hundert Exemplare verkauft, und vom neuen Abruzzi will die Firma ab dem kommenden Jahr exakt 81 Exemplare ausliefern. „Nicht eines mehr“, sagt Firmenchef Don Panoz.

Inspiriert ist das Auto von Panoz’ großer Leidenschaft: Dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Deshalb trägt der Abruzzi den Beinamen „Spirit of Le Mans“, bekommt eine Seriennummer, die für jedes Jahr zwischen 1923 und 2013 aus dem Startdatum des Rennens und den Initialen des Siegers kombiniert wird. Auch die ersten Meter wird das Auto in Le Mans zurücklegen. Obwohl die Firma Panoz vor den Toren von Atlanta eine eigene Rennstrecke besitzt, wird der Wagen in Frankreich ausgeliefert.

Kühne Kehrseite: Das Heck erinnert an einen Schildkrötenpanzer, und läuft ebenfalls in scheinbar scharfen Klingen aus.

Basis des eiligen Exoten, der in Atlanta in einem ehemaligen Salzbunker in Handarbeit gebaut wird , ist die Chevrolet Corvette. Von ihr stammen nicht nur Teile des Fahrwerks und das schrill veredelte Interieur, sondern auch der 6,2 Liter große V8-Motor, der bei Panoz auf 640 PS und gut 820 Nm kommt. Von 0 auf 100 km/h in etwa vier Sekunden und ein Spitzentempo jenseits von 300 km/h sind damit also garantiert – und ein Verbrauch von mehr als 15 Litern logischerweise auch.

Doch Panoz geht nicht nur beim Design eigene Wege und schockt den Vordermann auf der Überholspur mit dem wahrscheinlich gierigsten Kühlerschlund aller Zeiten. Sondern Panoz, Sohn eines italienischen Auswanderers, der als Kettenraucher ein Millionenvermögen mit Nikotinpflastern gemacht hat, ließ auch eine neue Karosseriestruktur entwickeln: Zum ersten Mal nutzt er eine spezielle Kunstfaser, die ähnlich verarbeitet wird wie Karbon – nur sei das Zaubermaterial mindestens genauso stabil, aber dafür noch einmal deutlich leichter. Und problemlos recyceln könne man es auch.

Damit der Traum vom eigenen Sportwagen, den Don Panoz mit seinem Sohn Dan teilt, überhaupt wahr werden konnte, und die Kunden auf die Wagen aus Atlanta aufmerksam wurden, hat der Unternehmer kaum Kosten und Mühen gescheut und das Modell Esperante in den Rennzirkus geschickt. Und weil es dafür keine passende Serie gab, gründete Panoz kurzerhand eine eigene. Sportlich aufgegangen ist diese Rechnung allerdings nicht, denn gewonnen haben in der American Le Mans Series meist andere.