Elektrisch durch Big Apple: Sieht so das Yellow Cab von morgen aus?

Schluss mit Stufe: Die alte Crown Victoria-Limousine hat ausgedient. Statt dessen spielt UniCab mit der Idee für einen Micro-Van - kürzer als ein VW-Polo aber mit mehr Platz als ein Chrysler Voyager.

Erst war es das Checkers Cab, dann der Ford Crown Victoria, und seit Bürgermeister Michael Bloomberg seine Liebe zum Hybridantrieb entdeckt hat, fahren immer mehr Ford Escape, Nissan Altima oder Toyota Highlander als Yellow Cab durch Big Apple. Doch auch ihre Tage könnten bald gezählt sein. Denn die Taxi and Limousine Commission, die über die Lizenzen für die gut 13.000 Taxen von New York wacht, ist auf der Suche nach dem ultimativen Wagen für die nahe Zukunft. Ab Ende 2014 soll das erste Taxi über Broadway, Times Square und Fifth Avenue rollen, das explizit für diesen Zweck gebaut und nicht nachträglich umgerüstet wurde. Was für Polizei und Feuerwehr geht, dass muss doch auch fürs Taxigewerbe möglich sein, argumentiert die Behörde und hat bei einem groß angelegten Wettbewerb um entsprechende Vorschläge gebeten.

Einer der aussichtsreichsten kommt vom der Firma UniCab, die für ihren Entwurf mit allen Regeln des amerikanischen Fahrzeugbaus bricht. Wo der Crown Victoria auf rund sechs Meter Länge kommt, ist das wie eine umgestürzte Telefonzelle geformte UniCab mit nicht einmal vier Metern Länge noch deutlich kürzer als ein VW Polo. Statt konventioneller Türen gibt auf der sicheren Seite zum Bordstein hin zwei elektrisch aufsurrende Schiebetüren. Und statt sich eng und unbequem hinter der Trennscheibe auf die Rückbank zu quetschen, sitzt man sich gegenüber oder lümmelt bequem in einer rollenden Lounge, von der aus man durchs Glasdach einen perfekten Blick auf das Empire State – oder das Chrysler Building hat. Nur der Fahrer hat es etwas weniger kommod, weil er zum eigenen Schutz in einer Art Sicherheitszelle sitzt.

Einfach einsteigen: Rollstuhlfahrer können über eine Rampe durch die breiten Schiebetüren an Bord rollen, und das Gepäck legt man einfach hinten in die Schublade.

Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt für das Taxi der Zukunft war die Behindertenfreundlichkeit. Brauchten Rollstuhlfahrer bislang die Hilfe eines Begleiters, können sie nun über eine elektrisch ausfahrende Rampe durch die breiten Türen auf eigener Achse ins Taxi rollen und dort einfach sitzen bleiben. Ähnlich einfach funktioniert es mit dem Gepäck: Statt es über eine hohe Ladekante in den Kofferraum zu wuchten, kann man die Koffer beim UniCab ganz einfach in eine Schublade legen, die flach über der Straße auf Knopfdruck aus dem Heck surrt.

Möglich wird die maximale Raumausnutzung durch ein neues Antriebskonzept: In Fahrt bringen den Wagen nämlich Elektromotoren in den Radnaben, die von Lithium-Ionen-Akkus gespeist werden. Zwar planen die Erfinder überall dort Ladestationen, wo die Taxis länger auf Kunden warten müssen – also zum Beispiel am Flughafen JFK, am Grand Central Terminal oder an der Südspitze des Central Parks. Doch weil Taxen nur dann Geld verdienen, wenn sie tatsächlich fahren, wären langen Stand- und Ladezeiten ein K.O.-Argument. Aus diesem Grund haben die Entwickler neben den Batterien auch ein Solarfeld für das Dach und sogar eine Brennstoffzelle vorgesehen, mit der unterwegs Strom aus Wasserstoff produziert werden kann.

Exotische Form, ungewöhnliche Sitzposition, futuristischer Antrieb – mit einem aktuellen Taxi hat das UniCAb nicht mehr viel gemein. Doch zumindest ein wichtiges Merkmal haben die Entwickler vom klassischen Yellow Cab übernommen: Auch das Taxi der Zukunft glänzt in einem satten, strahlenden Gelb.


Straßenkunst: Mitten in Manhattan und trotzdem über den Dingen

Einblicke und Ausblicke in einem: So könnten Landkarten in Zukunft aussehen

Auf den ersten Blick wirkt diese Karte von Manhattan ein wenig verwirrend. Doch wer sich erst einmal in die Grafik hineindenkt, sieht New York aus einer völlig neuen Perspektive: Man steht mitten im Leben und doch über den Dingen. Denn die Straßenkünstler des Londoner Designstudios BERG haben sich kurzerhand den Horizont geschenkt und so eine einzigartige Projektion des Stadtplans erstellt. Schritt für Schritt kippt der Blickwinkel und verwandelt das Bild von einer Ein- in eine Draufsicht. Was auf den ersten Blick wirkt wie pure Kunst, hat auch einen praktischen Hintergrund: “So müssen Landkarten in Zukunft sein”, sagt Jack Schulze, der an dem Projekt mitgewirkt hat. Wer braucht auf Navigationsbildschirmen oder Computergrafiken schon einen Streifen Himmel, wenn er sich in den Straßen zurecht finden will.

Weil die skurrile Stadtkarte aber nicht nur bei der Orientierung hilft, sondern obendrein auch hübsch aussieht, haben die Designer je tausend Exemplare mit dem hier gezeigten Blick von Downtown nach Upton und umgekehrt als Kunstdruck aufgelegt, der nun für 45 Euro pro Stück verkauft wird.