Pace-Maker: Mit dem neuen E-Pace will Jaguar mit BMW X1 & Co Schritt halten

Im Alphabet ist die Reihenfolge zwar genau andersrum. Doch weil Jaguar ohnehin nichts auf Konventionen gibt, drehen die Briten den Spieß jetzt herum und lassen auf den F-Pace nun den E-Pace folgen. Er soll den Erfolg des ersten Jaguar-Geländewagens aus der Mittel- in die gehobene Kompaktklasse tragen und sich von Januar an zu Preisen ab 34 950 Euro gegen Bestseller wie den BMW X1, den Audi Q3 oder den Mercedes GLA behaupten.

Dabei setzen die Briten vor allem auf die verführerischen Formen aus der Feder von Ian Callum, der die Linien des F-Pace bei der Schrumpfkur noch ein bisschen straffer und sportlicher gezogen hat. Der Blick ist deshalb noch entschlossener, die Flanken sind stärker konturiert und das Heck noch knackiger.

Dennoch macht Callum keine Abstriche bei der Alltagstauglichkeit und schafft bei 4,40 Metern Länge nicht nur Platz für fünf Passagiere und jede Menge Kleinkram in Dutzenden von Ablagen, sondern auch für 557 bis 1234 Liter Gepäck hinter einer Klappe, die nach einem angedeuteten Fußtritt automatisch aufschwingt. „Kompakte SUV müssen intelligente Antworten auf die Herausforderungen des täglichen Lebens geben. Deshalb glaube ich, dass unsere Kombination aus puristischem Design und funktionaler Integrität die perfekte Lösung darstellt“, sagt Callum.

Zwar entfernt sich Jaguar mit dem nun schon zweiten SUV wieder ein Stückchen weiter von seinen Ursprüngen als Sportwagenhersteller. Doch die alten Ideale sind deshalb nicht vergessen, beteuern die Briten und lenken zum Beleg den Blick in ein Cockpit, das mit seiner ausgeprägten Fahrerorientierung stark an den F-Type erinnert. Und auch die über eine Fahrprofilregelung individuell programmierbare Abstimmung des E-Pace soll dynamischer sein als bei den meisten Konkurrenten.

Bei den Motoren allerdings regiert die Vernunft. Denn zumindest fürs erste gibt es den bei Magna in Graz gebauten Geländegänger ausschließlich mit den 2,0 Liter großen Vierzylindern aus der Ingenium-Familie, die je nach Konfiguration die Vorderachse oder alle vier Räder antreiben und wahlweise mit Sechsgang-Schaltung oder Neunstufen-Automatik daherkommen. Bei den Dieseln spannt Jaguar den Bogen von 150 über 180 bis zu 240 PS und wer in dieser Klasse unbedingt einen Benziner möchte, den locken die Briten mit 250 oder gleich mit 300 PS. Und wo die Diesel mit Verbrauchswerten ab 4,7 Litern glänzen, werfen die Benziner Sprintwerte von bestenfalls 6,4 Sekunden in die Waagschale.

Genau wie beim Design orientiert sich der E-Pace auch bei der Ausstattung an seinem großen Bruder und glänzt deshalb mit zahlreichen Hightech-Features und Gimmicks für die Generation iPhone. Das beginnt beim Hotspot für bis zu acht Endgeräte oder dem serienmäßigen Touchscreen mit eigenem Appstore in der Mittelkonsole und ist beim Activity Key, der als wasserfestes Sportarmband den Schlüssel ersetzt, noch lange nicht zu Ende. Und wer es etwas konventioneller mag, der kann sich zum Beispiel über einen Fußgänger-Airbag freuen.

Zwar ist der E-Pace mit seinen 4,40 Metern das bislang kleinste Modell in der Jaguar-Palette und viel weiter nach unten wird es wohl auch nicht mehr gehen. Doch mangelt es dem Katzenbaby dabei nicht an Stolz. Nicht umsonst trägt es im Kühlergrill das größte Logo, das die Briten bislang verbaut haben. Und als erstes SUV in seinem Segment mit 21 Zoll-Felgen lebt der E-Pace schon jetzt auf großem Fuß.