Weniger Matsch, mehr Muttis: In der vierten Generation wird der Hyundai Santa Fe zur perfekten Kinderkutsche

In den ersten drei Generationen war der Sante Fe ein reines Männerauto, das vor allem die Freizeitfraktion bedienen und die kleine Flucht aus dem Alltag ermöglichen wollte. Doch wenn die Koreaner jetzt in Genf die vierte Generation enthüllen und im August auf die Straße entlassen, ändert das größte SUV im Programm seinen Kurs. Aus dem Macho-Mobil wird eine Familienkutsche, mit der Hyundai vor allem die Mütter ansprechen will.

Das sieht man nicht allein am deutlich gemäßigten, sehr viel eleganteren Design und den sichtlich größeren Fensterflächen entlang der Flanken. Sondern das merkt man nicht zuletzt an der Ausstattung. Denn zu den üblichen Assistenzsystemen von der automatischen Abstandsregelung bis zur Spurführungshilfe gibt es neuerdings auch ein paar besonders kinderfreundliche Sicherheitstechnologien. So bleiben die Fondtüren beim Aussteigen verriegelt, wenn die Elektronik einen von hinten nahenden Radfahrer oder ein Auto erkennt. Und wer tatsächlich seinen Nachwuchs oder sein Haustier im Wagen einsperrt, den reden erst die Alarmanlage und dann eine spezielle App ins Gewissen. So vergisst man definitiv niemand mehr auf der Rückbank.

Der Kuschelkurs mit der Familie ist aber nicht der einzige Richtungswechsel, den der Santa Fe mit der vierten Generation hinlegt. Sondern er spielt auch im Modellprogramm eine neue Rolle: In Länge und Radstand um jeweils sieben Zentimeter gestreckt, rangiert er mit 4,77 Metern nun exakt zwischen dem bisherigen Fünfsitzer und dem Grand Santa Fe mit sieben Sitzen und muss damit beide Kundengruppen bedienen. Denn jetzt, wo das Standardmodell in der Grundkonfiguration 625 Liter Kofferraum bietet und der Platz für eine dritte, wenig bequeme und deshalb für Deutschland noch nicht entschiedene Sitzbank reicht, wird das Dickschiff hinfällig. Damit allerdings ändert sich auch die Preispositionierung: Nachdem der kleine Santa Fe bislang etwa 31 500 und der Große mindestens 48 000 Euro kostet, dürfte der Neue wohl irgendwo zwischen 36 und 38 000 Euro landen.

Mehr oder minder alles beim alten bleibt dagegen beim Antrieb. Denn die Motoren, den Allrad und die Achtgang-Automatik als Alternative zum Schaltgetriebe kennt man bereits aus anderen Hyundai-Modellen und der Feinschliff bringt an der CO2-Front im Mittel nur vier Prozent. Einziger Benziner ist ein 2,4-Liter mit 185 PS und bei den Dieseln kann man zwischen einem 2,0-Liter mit 150 oder 182 und einem 2,2-Liter mit 197 PS wählen. Dass dem Santa Fe jetzt nur noch ein Plug-In-Hybrid fehlen würde, können die Koreaner verschmerzen. Schließlich kommt zur gleichen Zeit der ähnlich große Nexo, der als SUV ohne Schlechtes Gewissen gleich gar keine Abgase mehr ausstößt, weil er mit einer Brennstoffzelle angetrieben wird.