VW E-Bugster: Elektroantrieb im gechoppten Retro-Look

Flachdachbau: Um neun Zentimeter im Vergleich zum normalen Beetle wurde das Dach des E-Bugster tiefer gelegt.

Seit VW die Form des All-Time-Volkswagens Käfer wiederentdeckt hat, wird die Formensprache in immer neuen Variationen aufgegriffen. Erst als New Beetle, seit kurzem nur noch unter dem Namen Beetle. Und natürlich bei Studien. Zuletzt war das 2005 beim Modell Ragster der Fall, aktuell ist es ein Elektroauto-Prototyp namens E-Bugster, der jetzt auf der Autoshow in Detroit enthüllt wurde. Der geduckte und dadurch um so bulligere Wagen soll einmal mehr die Botschaft transportieren: E-Mobilität macht Spaß.

Unter der bekannt kugelig-barocken Form sitzt aktuelle Antriebstechnik. Vorn unter der Haube zum Beispiel ein Elektromotor mit einer Leistung von 115 PS. Die reicht aus, um das E-Mobil binnen elf Sekunden von 0 auf Tempo 100 zu beschleunigen. Die Reichweite des Autos soll bei voll geladenen Akkus etwa 180 Kilometer betragen. Die Kapazität der Stromspeicher beträgt übrigens 23,8 kWh.

Zum Laden der Akkus, die im Heck des Fahrzeugs sitzen und aufgrund ihrer Größe die Rückbank komplett verdrängt haben, kommt eine neue Technik zum Einsatz, das sogenannte Combined Charging System. Dabei handelt es sich um eine Gemeinschaftsentwicklung aller deutschen Autohersteller inklusive der US-Firmen General Motors und Ford, die für sämtliche verfügbaren Stromarten (Wechsel-, Dreh- oder Gleichstrom) sowie für alle gängigen Ladestationen geeignet ist. Es gibt nur eine einzige Ladebuchse am Auto, der Stecker passt in alle Steckdosen und die Steuersoftware des Systems kommt mit allen Stromarten und -stärken klar. Diese Form der Standardisierung soll künftig die Kosten von Elektroautos senken und vor allem die Sorge der Kunden obsolet machen, an irgendeiner Ladesäule zu stranden, an die sich das Auto nicht anschließen lässt.

VW E-Bugster: Bugster ist ein Kunstwort aus bug (engl. für Käfer) und Speedster, denn das Hardtop der zweisitzigen Studie lässt sich abnehmen.

Mit dem Combined Charging System hat sich eine Gruppe namhafter und großer Hersteller auf ein einheitliches System zum Aufladen von Elektroautos geeinigt. Das war auch dringend nötig, denn nichts wäre hinderlicher für die Verbreitung einer neuen Technik, wenn schon gleich zu Beginn erhebliche Verwirrung durch etwas so simples wie die Ladestecker entstanden wäre. Mit dem VW E-Bugster fährt nun endlich ein Prototyp zur Standardisierung dieses nicht ganz unwichtigen Details vor.


Detroit soll blühen – mit Äckern statt Autos

Äcker statt Autos in Detroit: Wo bislang Fließbänder liefen, sollen bald Obst und Gemüse wachsen

“Blühende Landschaften” – dieses Versprechen ist schon einmal in die Hose gegangen. Doch weil die DDR von Detroit ziemlich weit entfernt war und die Dinge dort heute dann doch ein bisschen anders liegen, lockt der amerikanische Finanzmanager John Hantz jetzt mit einer vergleichbaren Versprechung: Weil die sieche Hauptstadt der amerikanischen Autoindustrie von Ford, General Motors und Chrysler wohl nicht mehr alleine aufgerichtet werden kann und selbst voll ausgelastete Werke nicht genügend Jobs bieten würden, um die marode und verlassene Innenstadt zu sanieren und zu bevölkern, schwärmt der ehemalige American-Express-Manager von Äckern statt Autos. Seine Idee ist so skurril wie simpel: Er will die leer stehenden Blocks schleifen, alte Fabriken abtragen und mitten in der Downtown-Area eine riesige Farm aufziehen.

Das bringe jede Menge Jobs für unqualifizierte Arbeiter, mache die Stadt wieder lebenswert und könne vielleicht auch wieder Neubürger anziehen – jedenfalls mehr als die strauchelnde Autoindustrie, lauten seine Argumente. Und es gibt kaum etwas, das Detroit nötiger hat, als neue Einwohner: Schließlich ist die Zahl der Menschen in Motown von einmal mehr als zwei Millionen in den letzten Jahren auf jetzt nur noch 900.000 gesunken. Für diesen Morgenthau-Plan in klein will Hantz durchaus auch in die eigene Tasche greifen. Als einer der letzten Superreichen aus dem einstmals prallen Speckgürtel der Stadt lässt er für das Projekt 30 Millionen Dollar springen und startet im Frühjahr schon mal einen Probelauf auf 50 Hektar: “Vom ersten Tag an wird das die größte Stadtfarm der Welt”, prahlt er. Die Frage ist: Wer soll das Gemüse kaufen, wenn eh’ kaum noch einer da ist?