Mercedes SLS Black Series: Der Überflieger

 

Gelb und giftig: Schwarz ist bei diesem SLS "Black Series" nur die Seele.

Spezielles Tuning für den Mercedes SLS eigentlich nicht nötig, doch die Schwaben sehen das offenbar anders und bringen jetzt den SLS „Black Series“ auf den Weg. Mit den Veränderungen verleihen die Macher ihrem Silberpfeil nun endgültig Flügel: 631 PS, Karbon bis zum Abwinken und ein Design wie ein Kampfjet machen den Flügeltürer zum Überflieger, der Rennsportatmosphäre auf die Autobahn zaubern soll. Ein bisschen allerdings müssen sich reiche Raser noch gedulden: Gezeigt wird der schärfste Benz des aktuellen Modellprogramms zwar schon Ende des Monats auf der Autoshow in Los Angeles, doch in den Handel kommt der Wagen erst im kommenden Sommer.

Inspiriert vom GT3-Rennwagen hat AMG bei der Aufrüstung des Flügeltürers alle Register gezogen. So bauen die Mercedes-Haustuner nicht nur einen stärkeren Motor ein, sondern sie haben durch den vermehrten Einsatz von Karbon 70 Kilo gespart, die Aerodynamik und den Abtrieb verbessert, das Fahrwerk verschärft, die Bremsen bissiger gemacht und bei der Doppelkupplungsautomatik noch einen Zahn zugelegt.

Das Ergebnis ist ein Sportwagen, der nach den Worten von AMG-Chef Ola Källenius wie kein anderer für den Techniktransfer von der Rennstrecke auf die Straße stehe und „Driving Performance in Reinkultur“ biete. Der Black Series ist der dynamischste Flügeltürer aller Zeiten und damit wie geschaffen für schnelle Runden und, um es in aufgeblasenem Marketing-Deutsch zu sagen, für hoch-emotionale Fahrerlebnisse.

Leistungsspritze: Nach der Kraftkur kommt der V8-Motor jetzt auf 631 PS.

Als Triebwerk dient dem Überflieger der bekannte 6,2-Liter-V8, der in der Leistung um knapp zehn Prozent zugelegt hat und jetzt auf 631 PS kommt. Weil zugleich das Gewicht unter 1550 Kilogramm sinkt, muss jede Pferdestärke nicht einmal mehr 2,5 Kilo bewegen. Das garantiert eine schier explosive Kraftentfaltung und faszinierende Beschleunigungswerte. So reißen die 635 Nm Drehmoment des Aggregats den Flügeltürer in 3,6 Sekunden auf Tempo 100 und ermöglichen so viel Speed, das Mercedes bei 315 km/h sicherheitshalber die Reißleine zieht. Schneller darf das Auto nicht fahren.

Damit jeder gleich auf Anhieb sieht, was für ein Auto-Kaliber da von hinten heran stürmt, hat AMG auch das Design überarbeitet: Die Kotflügel sind weiter ausgestellt, Schweller, Splitter und Spoiler aus Karbon künden von der Nähe zum Rennsport und für den geregelten Sauerstoffhaushalt des Spitzensportlers wurden jede Menge Luftlöcher ins Blech geschnitten. Dazu gibt’s verdunkelte Scheinwerfer für den bösen Blick und eine Heckansicht, die man so schnell nicht mehr vergesst – selbst wenn der SLS nach ein paar Sekunden schon wieder aus dem Blick ist.

Wie schon bei den vier bisherigen Black Series-Modellen auf Basis von SLK 55 (2006), CLK 63 (2007), SL 65 (2008) und C 63 Coupé (2011) wird das rasende Vergnügen auch beim SLS einen hoffenden Preis haben. Die exakte Summe will Mercedes zwar erst in einigen Wochen verraten, doch braucht es nicht viel Phantasie für deren schwindelerregende Höhe: Wenn schon der vergleichsweise zahme SLS GT mit knapp über 200.000 Euro in der Liste steht, wird es den Extremstürmer kaum unter 250.000 Euro geben.