Allroad mit Stern: Jetzt schickt auch Mercedes seinen Business-Kombi ins Unterholz

Die neue E-Klasse All-Terrain

Die neue E-Klasse All-Terrain

Sie ist Reiselimousine und Familienkutsche, Traum aller Viel- und Firmenfahrer, Sportwagen und Dauerbrenner am Taxistand – doch jetzt bekommt die E-Klasse eine weitere Facette hinzu. Denn wenn im März zu Preisen ab etwa 55 000 Euro das T-Modell auch als All-Terrain an den Start geht, wird der Luxuslaster gar vollends zum Lifestyle-Modell und rüstet sich für das kleine Abenteuer zwischendurch.

Zugegeben, so ganz neu ist die Idee natürlich nicht. Sondern man muss sich vielmehr fragen, weshalb Mercedes Konkurrenten wie den Audi Allroad oder den Volvo CrossCountry zwei Generationen lang die Feldweg alleine überlassen hat. Doch nach dem Motto „besser gut kopiert als überhaupt kein Angebot“ stürmen die Schwaben dafür jetzt um so entschlossener voran.

Die neue E-Klasse All-Terrain

Die neue E-Klasse All-Terrain

Dabei hilft ihnen weniger das rustikale Design mit dem wuchtigen SUV-Grill, den dicken Stoßfängern samt angedeutetem Unterfahrschutz und den schwarzen Plastikwülsten um die Radhäuser. Sondern was wirklich den Unterschied macht, das ist die serienmäßige Luftfederung: Bis Tempo 35 bockt sie den Wagen auf Knopfdruck um weitere zwei Zentimeter auf. Zusammen mit den dickeren Gummis auf den obligatorischen 19-Zöllern wächst die Bodenfreiheit so insgesamt um drei Zentimeter und schafft mehr Freiheiten, als der gemeine Mitteleuropäer selbst im Winter- oder Wanderurlaub einfordert. Und wenn dann das Fahrprogramm auch noch die Elektronik auf losen Untergrund einstellt und der Traktionskontrolle etwas mehr Toleranz abverlangt, kann man den Namen All-Terrain fast wörtlich nehmen und sich tatsächlich auf alle Wege wagen.

Die größeren Räder helfen der E-Klasse nicht nur über Stock und Stein. Sondern wo die Businessmodelle auf ihren schmalen Pellen sonst gerne bockig und hart werden, wirkt der All-Terrain auf seinen großen Reifen noch wolkiger und weicher, als ihn die Luftfeder ohnehin schon macht und man steigt nach drei, vier Stunden Autobahn noch entspannter aus.

Die neue E-Klasse All-Terrain

Die neue E-Klasse All-Terrain

Treibende Kraft ist dabei zum Anfang ein durch und durch vernünftiger 2,0-Liter-Diesel, der im E 220d auf 194 PS kommt und mit bis zu 5,0 Nm zu Werke geht, Das reicht auf der Straße für einen Sprintwert in 8,0 Sekunden und ein Spitzentempo von 232 km/h. Und im Gelände hat der Vierzylinder genügend Zug, um den Business-Kombi stilsicher durch den Schlamm zu treiben. Wem das nicht reicht, der bekommt den All –Terrain ein paar Wochen nach dem Verkaufsstart auch als E 350d mit einem 258 PS starken V6-Diesel. Nur Benziner gibt es – was verwunderlich ist angesichts der aktuellen Stimmungslage – fürs erste nicht.

Er hat einen ähnlich großen Aktionsradius wie ein GLC und kommt im Gelände weiter, als es sich der gemeine Mercedes-Kunde in unseren Breiten je trauen wird. Er duckt sich unter das Radar der Geländewagen-Kritiker und lässt sich auf der Straße noch entspannter bewegen. Von der hohen Sitzposition und dem besseren Ausblick abgesehen, ist der All-Terrain damit der beste Beweis, dass man das Autoleben nüchtern betrachtet ganz gut auch ohne SUV zu ertragen kann. Dumm nur, dass er rund zehn Prozent mehr kostet als ein vergleichbarer GLC und sogar noch zwei Zehntelliter mehr verbraucht.


Allroad mit Stern: Jetzt schickt auch Mercedes seinen Business-Kombi ins Unterholz

Lieber gut kopiert als gar kein passendes Angebot – nach diesem Motto füllt Mercedes derzeit peu a peu die letzten Lücken im ohnehin schon prallen Modellprogramm. Nachdem die Schwaben mit den Coupés vom GLE und GLC in den letzten 18 Monaten auf den Erfolg von BMW X6 und X4 reagiert haben, kupfern sie deshalb jetzt den Audi Allroad ab und schicken das gerade erst vorgestellte T-Modell der neuen E-Klasse als All-Terrain zum ersten mal ins Gelände. Der Business-Kombi fürs Unterholz feiert seine Premiere Ende des Monats auf dem Pariser Salon und kommt im Frühjahr in den Handel. Preise nennt Mercedes zwar noch nicht. Doch da bereits das Grundmodell etwas mehr als 50 000 Euro kostet, werden mit Allrad und Trekking-Ausstattung sicher mehr als 55 000 Euro fällig.

Genau wie bei der Konkurrenz ist die Abenteuer-Ausstattung zuallererst mal eine Frage der Karosserie-Kosmetik. Schließlich sind es vor allem die Plastikplanken an den Flanken, der neue Kühlergrill mit dem in die Mitte gerückten Stern von GLE & Co sowie die wuchtigeren Stoßfänger, die den Unterschied machen.

Wenn man mit dem All-Terrain vielleicht wirklich ein paar Meter weiter kommt als mit dem konventionellen Kombi, dann liegt das an neuen Rädern und einer neuen Programmierung für die serienmäßige Luftfederung. Denn zusammen reicht das für immerhin drei Zentimeter mehr Bodenfreiheit.

Während der Spielraum so also unter dem Bodenblech ein bisschen größer wird, ist er unter der Haube umso kleiner: Zum Start im Frühjahr gibt es en All-Terrain nämlich nur als 220d mit einem 194 PS starken Zweiliter-Diesel. Erst zum Sommer wollen die Schwaben einen V6-Diesel nachreichen. Da der All-Terrain nicht nach Amerika und Asien exportiert wird, wird es vorerst allerdings keinen Benziner geben.

Dafür jedoch ist es nur eine Frage der Zeit, bis weitere All-Terrain-Modelle dazu kommen. Denn so, wie auf das GLE Coupé ein GLC Coupé gefolgt ist, könnte Mercedes schließlich als nächstes auch das T-Modell der C-Klasse in den Abenteuerurlaub schicken. Schließlich hat Audi dem A6 Allroad längst auch einen aufgebockten A4 zur Seite gestellt.