Virtuelles Filmauto: Audi macht auf Science Fiction

Audi Fleet Shuttle Quattro: Ein merkwürdiger Name für ein merkwürdiges Auto, dass außerdem ausschließlich im Computer existiert.

Die Erde wurde von feindlichen Außerirdischen angegriffen, doch noch gibt es Widerstandsgeist auf dem Planeten. Die Menschen erwarten eine zweite Attacke, doch diesmal wollen sie vorbereitet sein und sich um jeden Preis verteidigen. Dazu beginnt ein gigantisches Trainingsprogramm, in dem der Schüler Ender Wiggin den Militärs besonders auffällt. Er soll die Menschheit in ihre Schicksalskampf führen… Das ist ganz grob gesagt die Story des Bestsellers “Ender’s Game” von Orson Scott Card, der jetzt verfilmt wurde und am 24. Oktober in den deutschen Kinos starten soll. In den Hauptrollen des Science-Fiction-Films sind unter anderem Asa Butterfield, Hailee Steinfeld, Ben Kingsley, Viola Davis, Abigail Breslin und Harrison Ford zu sehen (Drehbuch und Regie: Gavin Hood). Und es gibt auch einen automobilen Star der Zukunftsstory: einen flachen, breiten und vollkommen undezent aussehenden Audi, der den seltsamen Namen Fleet Shuttle Quattro trägt.

Flügeltürer: Auch in der Zukunft greifen Autobauer nach der Audi-Vision auf eine alte aber immer wieder effektvolle Methode der Türmechanik zurück.

Entwickelt wurde der futuristische Audi von den Designern der Marke – und zwar komplett am Computer. Und genau diesen gigantischen Datensatz des Autos bauten die Filmmacher per Digitaltechnik in ihr Werk ein. Es ist das erste Mal, dass ein Audi-Modell rein virtuell in einer Hollywood-Produktion mitmischt. “Der Audi im Film steht für Fortschritt und taucht in besonderen Schlüsselszenen auf, die das Leben des Protagonisten nachhaltig prägen”, sagt Audi-Marketingmann Florian Zitzlsperger.

Für Autobauer und Filmemacher eröffnen die neuen digitalen Möglichkeiten eine geradezu rosige Zukunft. Denn im Prinzip lässt sich jedes noch so abgedrehte Gefährt auf eine bestimmte Marke hin zuschneidern, mit den nötigen Erkennungsmerkmalen versehen und dann in einen Film einfügen, ohne dass auch nur ein Schweißpunkt gesetzt oder ein Blech gebogen werden musste.

Flacher Abgang: Wären nicht die roten Lichter am Heck, so ganz genau könnte man vorne und hinten bei diesem Auto nicht unterscheiden.

Für Kreative eröffnet das gänzlich neue Möglichkeiten, und für die Controller wird ein Filmengagement auch wieder interessanter, denn ein digitales Filmauto ist vermutlich erheblich billiger zu realisieren als ein reales Modell, das womöglich auch noch voll funktionsfähig sein muss. Obwohl das Geld bei Audi nun eigentlich nicht das Problem sein dürfte, die Marke scheffelte allein im vergangenen Jahr einen Gewinn von 5,4 Milliarden Euro.

 


Lachen und lachen lassen: Mit diesem Rolls-Royce rettet Johnny English die Welt

Agentenauto: Wo James Bond gerne Aston Martin fährt, rettet Johnny English die Welt einem Rolls-Royce Phantom.

Agentenauto: Während James Bond gerne Aston Martin fährt, rettet Johnny English die Welt in einem Rolls-Royce Phantom.

Bond, immer wieder dieser Bond! Für eine kleine Handvoll Kinobesucher mag das ja ein berühmter Geheimagent sein. Doch für jemanden wie Johnny English zählen allenfalls die ersten beiden Ziffern seiner Personalkennung 007: eine doppelte Nullnummer. Denn der wahre Held des britischen Geheimdienstes ist – Bescheidenheit hin, Understatement her – natürlich er selbst. Und nun, wo er für den Film „Johnny English- Jetzt erst recht“ aus dem tibetanischen Exil zurück kehrt, wird es das aller Welt auch endgültig beweisen.

Wie immer in solchen Spionage-Thrillern ist der Held nicht allein auf sich gestellt – selbst wenn es nur eine groteske Komödie ist. Sondern genau wie James Bond hat auch Johnny English eine gut gefüllte Rüstkammer mit allerlei Spezialwaffen und natürlich ein passendes Agentenauto. Wo sich der arme Bond mit einem Aston Martin begnügen und zwischendurch sogar mal BMW oder gar Ford fahren musste, ist für Johnny English das Beste gerade gut genug. Ein Rolls-Royce ist deshalb das Mindeste, was „MI7“ über die Leinwand kutschiert. Da passt es gut, das Schauspieler Rowan Atkinson, besser bekannt als Mr. Bean, ein begeisterter Autosammler ist, selbst einen Rolls-Royce besitzt und darüber hinaus einen engen Draht zum Rolls-Royce-Chefdesigner Ian Cameron pflegt.

Allerdings kann es für einen außergewöhnlichen Agenten kein gewöhnliches Auto geben. Deshalb hat Rolls-Royce eigens für Johnny English einen ganz speziellen Phantom entwickelt. Zwar sind die Briten auch sonst für alle möglichen Sonderwünsche offen, weil die Kunden dafür gerne oft Extrakosten in Höhe des kompletten Kaufpreis zusätzlich zahlen. Doch so besonders wie das Film-Auto war noch kein Phantom vor ihm. Denn statt des 6,75 Liter großen V12-Motors steckt unter der Haube nun der erste 16-Zylinder der Firmengeschichte. Und wenn man Insidern aus Goodwood glauben darf, dann fährt der Wagen damit sogar. Wie stark der neun Liter große Motor ist und wie schnell der Wagen damit fährt, darüber verlieren die Briten natürlich kein Wort. Schließlich ist der Phantom mit dem Kennzeichen „JE 1“ das geheime Auto eines geheimen Agenten. „Schnell wie der Wind, nur leiser“, das ist alles, was sie sich dazu entlocken lassen.

Kraftpaket: Nicht dass 6,75 Liter Hubraum und zwölf Zylinder nicht genug wären. Doch für jemanden wie Johnny English darf's schon ein bisschen mehr sein. Zum Beispiel ein experimenteller V16 mit neun Liter Hubraum. Wie stark? "Ausreichend!" Wie schnell? "Wie der Wind, nur leiser."

Genauso wenig Worte machen sie über die Spezialausstattung des blauen Coupés mit der verführerischen Frauenstimme, gegen die Mrs. Monnypenny klingt wie die Lottozahlenansagerin. Klar, dass der Wagen kugelsicher ist, kann man sich denken. Und den Trick mit den Wechselkennzeichen kennt man schon von diesem anderen Stümper aus dem britischen Geheimdienst. Doch wie sie den Autopiloten mit Sprachsteuerung hinbekommen haben, oder wie sie kurz vor dem ersten Abschlag einen Satz Golfbälle in die Mittelablage zaubern, das bleibt wohl ein ewiges Geheimnis aus der Rüstkammer ihrer Majestät.

Nicht minder eindrucksvoll sind die Tricks mit der Sprachsteuerung und dem Autopiloten, die sich selbst von Johnny Englishs wirren Kommandos nicht aus der Fassung bringen lassen. Und wenn sich der Rolls-Royce mit einem Laserstrahl aus den Augen der Kühlerfigur „Spirit of Ecstasy“ den Weg selbst durch Wände frei schneidet, dann versteht man, warum Atkinson von einem „guten Kumpel“ spricht: „Dieses Auto eilt seinem Besitzer zur Hilfe, wenn ihn alle anderen schon aufgegeben haben.“ Es hat einen Charakter, es spielt eine eigene Rolle und es hat am Ende eine wichtige Aufgabe, sagt der Schauspieler. „Wenn man so will, dann rettet dieser Rolls-Royce sogar die Welt – zumindest in unserem Film.“

Ob der Phantom den Film heil übersteht und damit ein besseres Schicksal erleidet als die meisten Bond-Autos, das wird die Kinopremiere zeigen. Doch die Chancen dafür stehen nicht günstig. Denn erstens stolpert Johnny English mehr durch seine Abenteuer, als dass er sie wirklich meistert. Und zweitens ist Rowan Atkinson auf der Leinwand ein begnadeter Komiker und im echten Leben ein absoluter Autonarr, doch hinterm Lenkrad hatte der Rolls-Royce-Fan und Rennwagensammler gerade ziemliches Pech. Die letzten PS-Schlagzeilen machte er als Bruchpilot am Steuer eines McLaren F1. Auch ein britisches Auto, ebenfalls extrem schnell – und genau wie der Phantom sündhaft teuer.