Alfa Romeo 4C: Das neue Alfa-Tierchen

Schönheitskönig aus Genf: Der Alfa 4C Concept in schütterem Rot ist einer der Stars des Autosalons.

Dass die Marke Alfa Romeo einmal faszinierende Sportwagen gebaut hat, das geriet in den vergangenen Jahren gefährlich in Vergessenheit. Zwar haben die Italiener zuletzt mit dem hinreißenden Modell 8C bei den leidenschaftlichen und vor allem reichen Schnellfahrern wieder für Aufmerksamkeit gesorgt, doch bei Preisen jenseits von 150.000 Euro war es mit der Breitenwirkung dieses Imageträgers nicht weit her. Deshalb legt die Fiat-Tochter jetzt nach und stellt dem Alfa-Tier wohl bald ein Alfa-Tierchen zur Seite: 4C Concept heißt die Studie, die Alfa Romeo auf dem Genfer Salon aus dem Hut gezaubert hat – und sie ist alles andere als eine halbe Portion, selbst wenn das Auto lediglich vier Meter lang ist und gerade mal 2,40 Meter Radstand hat.

Für die ernsthaften Ambitionen spricht vor allem das Layout des rassigen Coupés, mit dem das „cuore sportivo“ endlich wieder einen schnelleren Takt schlagen soll. Der Motor sitzt quer hinter den beiden Schalensitzen, geschaltet wird mit einer Doppelkupplung und angetrieben wird, wie es sich bei einem Sportwagen gehört, die Hinterachse. Dazu kündigt Alfa Romeo eine Leichtbau-Konstruktion an, die viel konsequenter umgesetzt werde als beim 8C. Die Karosserie wird vor allem aus Karbon gefertigt, das Chassis aus Aluminiumprofilen gefügt und im Innenraum soll es zwar elegant, aber doch auf das Wesentliche reduziert zugehen. Insgesamt soll das Coupé nicht einmal 850 Kilogramm wiegen.

Alle Achtung: Aus dieser Perspektive wird man den Alfa Romeo wohl 4C am häufigsten sehen – von hinten.

Obwohl es bei den knappen Platzverhältnissen unter der verglasten Haube im Heck nur für einen Vierzylindermotor mit 1,8 Litern Hubraum reicht, sind die Fahrleistungen ziemlich imposant. Entwicklungschef Harald Wester stellt ein Leistungsgewicht von weniger als vier Kilogramm pro PS in Aussicht und nährt so die Spekulation auf bis zu 250 PS. Derart bestückt sollte der Wagen in weniger als fünf Sekunden von 0 auf Tempo 100 sprinten und auch schneller als 250 km/h fahren.

Ein leidenschaftliches Design, eine leichte Konstruktion und ein leistungsstarker Motor – so hat der 4C sogar das Zeug zum Porsche-Killer. Das ist bislang natürlich nur eine theoretische Übung. Doch wollen es die Italiener dabei nicht belassen. Sie planen deshalb für den Auftritt bei der IAA in Frankfurt im September bereits eine zweite 4C-Studie in Form eines Spiders. Und, was viel entscheidende ist: Bei Alfa wird dem Vernehmen nach längst die Serienproduktion des Autos vorbereitet. Im zweiten Halbjahr 2012 soll es demnach losgehen. Dann will Alfa Romeo den 4C für einen Zielpreis von rund 45.000 Euro unters autofahrende Volk bringen. Fantastico!