Zehn Prozent Verbrauchseinsparung: Toyota setzt auf Selters statt Sprit

Wasser marsch: Wer wenig virtuelles Nass verspritzt, der fährt vermutlich sparsamer.

Mit einem einzigen Glas Mineralwasser will Toyota den Verbrauch von Autos aller Marken um bis zu zehn Prozent senken. Zauberei? Technisches Wunderwerk? Oder die genialste Erfindung seit dem Beamen? Nein, nur eine ebenso heitere wie hintersinnige Spielerei für Apples iPhone. Denn das Wasser kommt nicht in den Tank, sondern auf das Display des Mobiltelefons und soll den Fahrer dort zu einem sparsamen Fahrstil erziehen. „Wir gehen davon aus, dass man auf diese Weise bis zu zehn Prozent weniger verbraucht“, heißt es bei Toyota in Schweden, wo die mittlerweile rund um den Globus getragene Aktion initiiert wurde.

Wer sich über die Webseite www.aglassofwater.org kostenlos die entsprechende Applikation auf sein iPhone lädt, sieht auf dem Monitor nicht viel mehr als ein volles Wasserglas, in dem jede Bewegung eine Welle auslöst. Fährt man sanft, zurückhaltend und vorausschauend, ist die Wasseroberfläche glatt und ruhig. Fährt man dagegen zackig an, prescht ruppig um die Kurven und tritt stets ein wenig zu heftig auf Gaspedal oder Bremse, entsteht der sprichwörtliche Sturm im Wasserglas und das virtuelle Nass schwappt über den Rand des Bechers. Je mehr Wasser jedoch im Glas bleibt, desto mehr Sprit bleibt auch im Tank, lautet die Logik hinter der Spielerei, die auf einen sparsameren Fahrstil abzielen und den Fahrer mit eindringlichen Statistiken erziehen soll. Denn natürlich kann man am Ende jeder Spritztour ablesen, wie viele Tropfen man verschüttet – also verschwendet – hat.

Toyota ist von dem kleinen Programm durchaus überzeugt und liefet im Begleittext gleich noch zwei Dutzend Spritspartipps mit. Doch allzu sehr sollte man sich nicht auf die Wasserspiele auf dem Handy-Monitor konzentrieren, raten die Programmierer. Der Blickkontakt mit der Straße und den anderen Verkehrsteilnehmern sei sehr viel wichtiger. Denn auch die niedrigsten Verbrauchswerte sind sekundär, wenn die Fahrt an der Stoßstange des Vorausfahrenden endet.


Smarte Kombination – Mercedes programmiert “Drive-App” fürs iPhone

Smarte Applikation: Ein Zusatzprogramm von Mercedes macht das iPhone zum erweiterten Bordcomputer im Smart.

Mercedes hat für den Smart das angeblich erste iPhone-App programmiert, das den Fahrer im nervigen Stadtverkehr wirklich unterstützen kann. Mit dem kleinen Zusatzprogramm, das in wenigen Sekunden geladen und auf dem Telefon installiert ist, wird das iPhone zum erweiterten Bordcomputer. Denn prompt wird aus dem Apple-Bestseller nicht die Freisprechanlage und die Musikdatenbank für das Audiosystem des Autos, sondern das iPhone wird auch zum ortskundigen Navigator. Und zwar nicht nur beim Fahren: Wer vor dem Aussteigen die Position speichert, wird nach Einkaufsbummel oder Sightseeing wieder zurück zum Parkplatz gelotst.

Allerdings braucht man für die smarte Kombination nicht nur das App, das mit 9,99 Euro vergleichsweise günstig ist. Sondern man muss auch eine spezielle iPhone-Halterung im Auto installieren lassen, für die Mercedes 240 Euro plus Montage berechnet. Und wer dann tatsächlich navigieren möchte, der benötigt noch ein Upgrade für 49,99 Euro im Jahr, das dann aber auch ständig aktualisierte Karten bereit hält.

Ausgereizt sei die Idee des Apps damit noch nicht, sagt Mercedes. Vielmehr arbeiten die Schwaben an einer Videokamera hinter der Frontscheibe, die über WLAN mit dem Telefon gekoppelt werden und Tempolimit-Schilder erkennen soll. Wer bei der Spielerei am Telefon während der Fahrt womöglich den Überblick verliert, ist so wenigstens vor Knöllchen wegen zu schnellen Fahrens geschützt.