Koreas coolste Socke: So kocht der Hyundai Kona den Opel Mokka ab

Bislang war der Kia Seoul der koreanische King of Cool. Doch jetzt holt sich die große Schwester Hyundai diesen innoffiziellen Titel. Denn wenn der Riese aus Fernost im Herbst zu einem Schätzpreis zwischen 17 000 und 19 000 Euro mit dem Kona ins Segment der kleinen Geländewagen einsteigt, geben sich die sonst so nüchternen Koreaner ungewöhnlich leidenschaftlich und lebenslustig. „Wir sind spät dran, deshalb mussten wir uns etwas Besonderes einfallen lassen“, sagt Vice Chairman Chung Eui-sun mit Blick auf die SUV-Schwemme im B-Segment und zieht das Tuch von einem 4,17 Meter kurzen Kraxler, der tatsächlich zum Blickfang taugt.

Die Farben sind fröhlicher als alles, was Hyundai bislang so angerührt hat. Schließlich gibt es den Kona in Lacken wie Acid Yellow, Tangerine Comet oder Ceramic Blue und gerne mit Kontrastfarben auf dem Dach. Sondern auch bei den Formen beweisen die Designer frischen Mut. So wird der zum neuen Familiy-Face erkorene Kaskaden-Grill flankiert von LED-Tagfahrleuchten, die weit nach oben in die Motorhaube gerückt sind. Und zu den rustikalen Kunststoffplanken auf den mit bis zu 18 Zoll großen Räder gefüllten Kotflügeln gibt es muskulöse Flanken, scharfe Sicken und ein knackiges Heck mit einer ungewöhnlich schnellen D-Säule. Auch innen lüften die Koreaner gründlich durch und blasen so den Staub von den Konsolen. Wo es früher vornehme aber langweilige Kunststofflandschaften gab, bringen jetzt grellbunte Plastikrahmen und Ziernähte bis hin zu grellen Gurten buchstäblich ein bisschen Farbe ins Spiel.

Ganz so aufgeweckt wie die Designer waren die Ingenieure allerdings nicht. So macht der Kona zwar einen ziemlich munteren Eindruck, erst recht mit dem 177 PS starken Turbo, der neben einem Dreizylinder mit 120 PS in die Startaufstellung geht. Immerhin beschleunigt er in maximal 265 Nm in 7,9 Sekunden auf Tempo 100 und knackt sogar die 200er Marke. Doch auch wenn er leichter ist als ein Tucson, man näher am Boden sitzt und der Wagen natürlich insgesamt handlicher wirkt, ist er kein Kurvenräuber wie der Mini oder ein Audi Q2. Dafür ist die Lenkung nicht direkt genug und das Fahrwerk mit Rücksicht auf die Langstreckentauglichkeit zu kompromissbereit. Man muss deshalb schon in den Sportmodus wechseln und ihm ordentlich die Sporen geben, wenn man den Puls auf Touren bringen will. Aber munterer als i30 & Co ist der Kona allemal. Und was ihm zu den noblen Konkurrenten an Fahrdynamik fehlt, das macht er gegenüber den bürgerlichen Mittbewerbern mit seiner Glaubwürdigkeit wieder wett. Denn wo Autos wie der Renault Captur oder der Honda HR-V nur nach Geländewagen aussehen, können Abenteurer den Kona tatsächlich auch mit Allradantrieb bestellen.

Bei den beiden Benzinern wird es natürlich nicht bleiben. So plant Hyundai für das nächste Jahr erstens einen neuen Diesel, der als 1,6-Liter mit 1115 oder 136 PS angeboten wird, und zweitens eine rein elektrische Variante mit etwa 400 Kilometern Reichweite, mit der die Koreaner der Konkurrenz ebenfalls eine lange Nase drehen. Denn ein SUV mit Batterieantrieb gibt es bislang nur bei Tesla – und man braucht nicht viel Phantasie für die Vermutung, dass der Kona nicht einmal halb so viel kosten wird wie das Modell X.

Obwohl der Kona ein vergnügliches Auto sein will, kommt die Vernunft nicht zu kurz: Dafür stehen bei 2,60 Meter Radstand solide Platzverhältnisse und ein Kofferraum von 361 Litern genauso wie die üppige Optionsausstattung mit dem ersten Head-Up-Display diesseits des Genesis, mit Sicherheitssystemen wie einer automatischen Notbremse mit Fußgängererkennung, aktiver Spurführungshilfe und Querverkehrswarner sowie einem umfangreichen Infotainment-Paket samt großem Touchscreen, der nun wie bei Audi & Co auf dem Armaturenbrett thront. Doch ganz offensichtlich haben die Koreaner den Kona mit heißer Nadel gestrickt und sich deshalb zwei Patzer erlaubt: Obwohl eigentlich die nötige Technik an Bord ist, bietet er keine automatische Abstandsregelung. Und wenn es Nacht wird, ist es mit dem schillernden Auftritt schnell wieder vorbei. Denn anders als den gerade aufgefrischten Platzhirsche Mazda CX-3, Renault Captur oder Opel Mokka fehlen dem Kona die LED-Scheinwerfer.

Der Auftritt gelungen, das Ambiente farbenfroher denn je, die Ausstattung zumindest in Teilen vorbildlich und der Antrieb heute solide und morgen konkurrenzlos – so kocht Kia Autos wie den Opel Mokka ganz schön ab und holt sich obendrein auch noch die Coolness-Krone im Familienranking. Die allerdings könnte schon bald wieder wackeln. Denn kurz nach dem Kona bringt Kia auf der gleichen Plattform den neuen Stonic und wird sich die Show von der großen Schwester nicht lange stehlen lassen.


Im Gangnam-Style ins Gelände: Mit dem Kona macht Hyundai jetzt auf cool

Sie sehen gut aus, haben eine solide Qualität, bieten viel Autos fürs Geld und fahren bei Ausstattung und Antrieb längst auf Augenhöhe mit den Europäern. Doch beim ständigen Schielen nach Wolfsburg hat Hyundai Lust und Lebensfreude völlig aus den Augen verloren. Aber damit ist jetzt bald Schluss: Wenn die Koreaner im November als kleinen Bruder von Tucson und Santa Fe zu Schätzpreisen ab etwa 17 500 Euro den Kuna in den Großstadtdschungel schicken, dann machen sie plötzlich auf cool, versuchen sich im Lifestyle und zielen mit ihrem dritten SUV eher auf Fahrzeuge wie den Mini Countryman oder den Audi Q2 als auf Mazda CX-3, Honda H-RV oder Opel Mokka-X.

Dafür setzen sie auf ein SUV von handlichen 4,17 Metern, das für koreanische Verhältnisse so frisch und frech daher kommt wie die Tänzer aus dem trendigen Gangnam-Viertel in der Hauptstadt Seoul: Nicht nur die Farben sind fröhlicher als alles, was Hyundai bislang so angerührt hat. Schließlich gibt es den Kona in Lacken wie Acid Yellow, Tangerine Comet oder Ceramic Blue und gerne mit Kontrastfarben auf dem Dach. Sondern auch bei den Formen beweisen die Designer frischen Mut. So wird der zum neuen Familiy-Face erkorene Kaskaden-Grill flankiert von LED-Tagfahrleuchten, die weit nach oben in die Motorhaube gerückt sind. Und zu den rustikalen Kunststoffplanken auf den mit bis zu 18 Zoll großen Räder gefüllten Kotflügeln gibt es muskulöse Flanken, scharfe Sicken und ein knackiges Heck mit einer ungewöhnlich schnellen D-Säule. Auch innen lüften die Koreaner gründlich durch und blasen so den Staub von den Konsolen. Wo es früher vornehme aber langweilige Kunststofflandschaften gab, bringen jetzt grellbunte Plastikrahmen und Ziernähte bis hin zu grellen Gurten buchstäblich ein bisschen Farbe ins Spiel.

Aber so verspielt die Designer waren, so seriös haben die Ingenieure an dem Projekt gearbeitet. Schließlich hat der Kona das Zeug zu meistverkauften SUV und vielleicht sogar zum erfolgreichsten Modell im gesamten Portfolio. Deshalb machen die Koreaner für den schönen Schein keine Kompromisse und achten auf die Substanz. Dafür stehen bei 2,60 Meter Radstand solide Platzverhältnisse und ein Kofferraum von 361 Litern genauso wie die üppige Optionsausstattung mit dem ersten Head-Up-Display diesseits des Genesis, mit Sicherheitssystemen wie einer automatischen Notbremse mit Fußgängererkennung, aktiver Spurführungshilfe und Querverkehrswarner sowie einem umfangreichen Infotainment-Paket samt großem Touchscreen, er nun wie bei Audi & Co auf dem Armaturenbrett thront.

Während Hyundai der Kundschaft bei Ambiente und Ausstattung reichlich Wahlmöglichkeiten bietet, sind die Optionen beim Antrieb zunächst arg eingeschränkt. Denn zum Start gibt es lediglich zwei Benziner mit drei Zylindern, einem Liter Hubraum und 120 PS oder vier Zylindern, 1,6 Litern und 177 PS. Erst im nächsten Jahr reichen die Koreaner auch zwei neue Diesel nach, die beide 1,6 Liter Hubraum haben und auf 115 oder 136 PS kommen.

Doch trotz der mageren Motorenauswahl beweisen die Koreaner auch unter der Haube, dass sie es mit dem Kona ernst meinen: Weil sie anders als viele Konkurrenten zumindest als Option einen Allradantrieb anbieten, ist der Spaß mit diesem Auto am Ende der Straße noch nicht vorbei.