Schöner Schleppen: Als Kombi macht der neue Peugeot 508 jetzt sogar dem Mercedes CLS Konkurrenz

Peugeot bringt die Raumordnung in der Mittelklasse durcheinander. Denn wo Praktiker mittlerweile längst zum SUV greifen, locken die Franzosen die Schöngeister jetzt noch einmal mit einem Designer-Kombi, wie man ihn in dieser Liga schon lange nicht mehr gesehen hat: Eher der Mercedes CLS Shooting Brake als der Opel Insignia oder der VW Passat war das Vorbild für den neuen 508 SW, der im Oktober auf dem Pariser Salon seine Premiere feiert und vier Monate nach der Limousine im Januar in den Handel kommt.

Genau wie die Limousine ist er dafür in Bausch und Bogen gezeichnet, hat ein ungewöhnlich flaches Dach und wie in dieser Klasse sonst nur der CLS Shooting Brake vier rahmenlose Türen. Dazu ein Heck, das zwar sportlich breit ist, sich mit einer ungewöhnlichen Hohlkehle aber ein wenig zurück nimmt und damit ziemlich unverwechselbar wird – fertig ist der Frachter für Feingeister, die sich nicht mit einem plumpen SUV abgeben wollen.

Für den schönen Look geben die Franzosen sogar ein paar Liter Stauraum preis. So ist der 508 SW mit seinen 4,78 Metern, zwar drei Zentimeter länger als das Stufenheck, das im Oktober in den Handel kommt. Doch zum Vorgänger fehlen ihm ein paar Fingerbreit und statt 560 fasst er deshalb hinter der sensorgesteuerten Klappe nur 530 Liter. Aber dafür gibt es nun eine Rückbank mit Magic Flat-Technik, so dass man nur zwei Fingertipps braucht, um unten einen ebenen Ladeboden und darüber 1 780 Liter Stauraum zu zaubern. Und wenn das nicht reicht, gibt es ja auch noch ein paar pfiffige Ablagen wie zum Beispiel das klimatisierte Handschuhfach, in das nun zwei 1,5-Liter-Flaschen passen.

Während hinten alles für Kind und Kegel optimiert wurde, macht er 508 vorne auf Oberklasse und schmückt sich mit reichlich Lack und Leder. Außerdem gibt es wieder ein überraschend kleines Lenkrad, dahinter ein digitales Cockpit und daneben einen großen Touchscreen. Und damit das ganze nicht zu technoid aussieht, umschmeicheln die Franzosen die Kundschaft mit liebevollen Details bis in hin zum Klavierlack auf den so genannten Toggle-Switches, die wie Schmuckstücke aus der Mittelkonsole ragen.

Wie es sich für ein Flaggschiff gehört, geizt Peugeot auch nicht bei der Ausstattung und spendiert dem 508 ein paar für die Marke neue Technologien – darunter zum Beispiel ein Nachtsichtsystem, das man in dieser Klasse sonst vergeblich sucht. Dazu gibt es ein pralles Paket mit Assistenzsystemen wie dem Tempomaten mit Abstandsregelung oder der automatischen Notbremse bis 140 km/h und Scheinwerfer mit LED-Technik.

Nur unter der Haube ist Schmalhans Küchenmeister. Nicht nur, dass der 508 als Kind der EMP2-Plattform mit Frontantrieb auskommen muss. Sondern es gibt obendrein nur Mini-Motoren. So haben die Benziner gerade mal 1,6 Liter Hubraum, aus denen sie 150 oder 180 PS zwingen müssen. Die drei Diesel kommen auf 1,5 und 2,0 Liter Hubraum und werden mit 150, 160 und 180 PS ausgeliefert. Dabei kann man zwischen einem konventionellen Schaltgetriebe oder einer neuen Achtstufen-Automatik wählen und damit der Fahrspaß nicht auf der Strecke bleibt, gibt es ein adaptives Fahrwerk auf Knopfdruck. Spätestens da sind die parallelen mit dem CLS dann ausgereizt. Aber selbst unter der Haube haben die Franzosen noch einen Trumpf gegenüber Daimler in Petto: Anders als den Luxuslaster aus Stuttgart wird es den Designerkombi aus Frankreich ab dem nächsten Jahr auch als Plug-In-Hybrid geben.