Dreier für Genießer: So soll der BMW Vierer ein Gewinnertyp bleiben

BMW 4er

BMW 4er

Der Dreier mag der Maßstab in der Mittelklasse sein. Doch so sportlich Limousine oder Kombi auch sein mögen, haftet ihnen immer auch ein bisschen etwas Spießiges an. Erst recht, seit es den Vierer gibt. Denn mit ihm haben die Bayern den Genießer-Varianten ihrer wichtigsten Baureihe einen neuen Namen gegeben und so den Unterschied zwischen Vernunft und Vergnügen sogar noch einmal betont. Das ist jetzt vier Jahre her und hat sich offenbar bewährt. Denn seit 2013 haben mehr als 400 000 Kunden einen Vierer bestellt und den Dreier für Genießer zu einem Gewinnertypen gemacht, schwärmen die Produktmanager. Und damit das auch so bleibt, bekommen Coupé, Grand Coupé und Cabrio jetzt zur Hälfte der Laufzeit ein Update. Durch etwas mehr Ausstattung um runde 2 000 Euro teurer, stehen die geschlossenen Varianten ab sofort für mindestens 39 650 und das Cabrio für 46 800 Euro aufwärts beim Händler.

Die Modellpflege, die sie bei BMW auf Neudeutsch so gerne Lifecycle Incentive nennen, allerdings trägt dem Erfolg der Baureihe Rechnung und fällt entsprechend behutsam aus. Frische Farben und Felgen, ein paar dezente Retuschen an Front und Heck, eine neue Programmierung für das Cockpit sowie ein paar Verschiebungen zwischen Wunsch- und Serienausstattung wie bei den LED-Scheinwerfern – viel mehr ist es deshalb nicht, was den Unterschied ausmacht.

Auch innen muss man genau hinschauen, um zum Beispiel die neue Doppelnaht auf dem Armaturenbrett und ein paar aufgefrischte Zierelemente zu erkennen. Und so praktisch die neuen Kacheln im Menü des Infotainmentsystems erscheinen, so griffig die Lenkräder sein mögen oder so übersichtlich das frisch programmierte Cockpit auch ist, sehen Innovationen irgendwie anders aus. Einen Touchscreen zum Beispiel gibt es noch immer nicht, von der Gestensteuerung aus Siebener und Fünfer ganz zu schweigen.

BMW 440i Gran Coupe

BMW 440i Gran Coupe

Während die Designer und Programmierer wenigstens ein bisschen was am Vierer gemacht haben, durften die Ingenieure eine ganz ruhige Kugel schieben und haben lediglich das Setup des Fahrwerks und der Fahrdynamikregelungen verändert. Unter der Haube dagegen gibt es überhaupt nichts neues. Es bleibt deshalb bei den bekannten Benzinern vom 420i mit 184 PS bis zum 440i mit 326 und den Dieseln, die bei Coupé und Cabrio mit einem 190 PS starken 420d und bei Gran Coupé mit dem 418d mit 150 PS starten und bis zum 435d mit 313 PS reichen. Und wie eh und je gibt es zwölf von über 30 Modellvarianten mit Allrad- statt Heckantrieb. Einzig die M GmbH wartet mit einer Neuerung auf und rückt über den M4 mit Competition-Paket jetzt den neuen M4 GS mit 460 PS.

Einerseits ist die Beständigkeit bei diesem BMW kein Schaden, denn der Vierer war gut und wird es auch nach dem Facelift blieben. Nicht zuletzt, weil er eben nicht nur ein Dreier mit weniger Türen ist, sondern weil er den tieferen Schwerpunkt und die breitere Spur hat und deshalb tatsächlich besser fährt. Aber anderseits merkt man der Baureihe mittlerweile irgendwie an, dass die Zeit nicht stehen geblieben ist und die Konkurrenten aufgeholt haben. Fahrdynamisch mag der Vierer weiter der Maßstab sein. Doch wenn es ums Fit und Finish geht, um die Funktionalität und die Finesse, sind Audi A5 und Mercedes C-Klasse weit enteilt. Das gilt insbesondere für das Cabrio, das mit seinem massiven Klappdach völlig aus der Mode geraten ist und die Feuer der Leidenschaft nur schwerlich entzünden kann – selbst wenn unter der Haube der 252 PS starke Vierzylinder des 430i noch so tapfer versucht, einen Sechszylinder zu imitieren, bei einem standesgemäßen Spitzentempo von 250 km/h der Wind gehörig durch die Locken fährt und an einem schönen Frühlingstag von oben bereits die warme Sonne lacht.

BMW 4er

BMW 4er

Das ist schade, geht aber an der Kundschaft offenbar weitgehend offenbar weitgehend vorbei. Denn so sehr sie mit der Wahl ihres Wagens den Genießer heraus kehren, sind auch die Vierer-Käufer augenscheinlich sehr vernünftige Menschen. Nicht umsonst entfallen weltweit 50 und in Deutschland sogar 60 Prozent der Zulassungen auf jene Variante, die der Limousine am nächsten kommt: Das Gran Coupé.


Vier gewinnt: So frischt BMW den Dreier für Schöngeister auf

Die Arbeit am neuen Fünfer und dem nächsten X3 hat BMW in den letzten Wochen offenbar stärker in Beschlag genommen, als gedacht. Denn so richtig viel Luft für andere Projekte hatten die Bayern daneben offenbar nicht. Diesen Eindruck jedenfalls gewinnt man beim Blick auf das Update für den Vierer, das im März auf dem Genfer Salon Premiere feiert und noch im gleichen Monat in den Handel kommt: Frische Farben und Felgen, ein paar dezente Retuschen an Front und Heck, eine neue Programmierung für das Cockpit sowie ein paar Verschiebungen zwischen Wunsch- und Serienausstattung – viel mehr ist es deshalb nicht, was den in drei Jahren gut 400 000 mal verkauften Dreier für Schöngeister fit für die zweite Halbzeit machen soll.

Zu erkennen sind Coupé, Gran Coupé und Cabrio und deshalb von außen deshalb weniger am neuen Lufteinlass oder den retuschierten Heckleuchten, sondern vor allem an den LED-Scheinwerfern, die nun in den Serienstand erhoben wurden.

Auch innen muss man genau hinschauen, um zum Beispiel die neue Doppelnaht auf dem Armaturenbrett und ein paar aufgefrischte Zierelemente zu erkennen. Und so praktisch die neuen Kacheln im Menü des Infotainmentsystems oder so übersichtlich das frisch programmierte Cockpit auch sind, sehen Innovationen ein wenig anders aus. Immerhin kann man den Fortschritt beim Vierer wenigstens mit den Fingern greifen. Nicht umsonst hat BMW neue Lenkräder eingebaut.

Während die Designer und Programmierer wenigstens ein bisschen was am Vierer gemacht haben, hatten die Ingenieure einen ganz ruhigen Winter und lediglich das Set-Up des Fahrwerks verfeinert. Unter der Haube dagegen gibt es überhaupt nichts neues. Es bleibt deshalb bei den bekannten Benzinern vom 420i mit 184 PS bis zum M4 Competition mit 450 PS und den Dieseln, die bei Coupé und Cabrio mit einem 190 PS starken 420d und bei Gran Coupé mit dem 418d mit 150 PS starten und bis zum 435d mit 313 PS reichen. Und wie eh und je gibt es zwölf von über 30 Modellvarianten mit Allrad- statt Heckantrieb.

Beim Design nur ein paar Retuschen, das Cockpit nur ein bisschen neu programmiert und beim Antrieb alles beim alten – dafür schraubt BMW kräftig an den Preisen. Denn die klettern um mehr als 2 000 Euro und beginnen jetzt bei 39 650 Euro für Coupé oder Gran Coupé und bei 46 800 Euro für das Cabrio. Allerdings rechtfertigen die Bayern den Aufschlag mit jetzt serienmäßigen Extras wie den LED-Scheinwerfern. Ausstattungsbereinigt, so tönt es aus München, kostet der neue Vierer so viel wie der alte. Was bei diesem dürftige Facelift irgendwie passend ist.