Land Rover Defender: Schonzeit für den Dinosaurier

Verlängerung: Mit dem neuen Dieselmotor darf der Defender noch bis 2015 verkauft werden; dann ist endgültig Schluss.

Es gibt wohl kein Auto, das schon so oft totgesagt wurde wie der Land Rover Defender. Doch seit der Premiere im Jahr 1948 hat der Dinosaurier unter den Geländewagen nun schon alle Klippen des Schicksals umschifft und ein halbes Dutzend neuer Mutterkonzerne ebenso überstanden wie die stetig verschärften Zulassungsrichtlinien.

So ganz langsam ist das Ende aber tatsächlich absehbar. Drei, höchstens vier Jahre wird es noch gut gehen, bis ihm die Behörden mit neuen Anforderungen zum Fußgängerschutz und der Euro-6-Norm endgültig den Garaus machen. Und schon um diese Schonzeit für das Auto herauszuschlagen mussten die Ingenieure noch einmal kräftig Hand anlegen. Ohnehin ist der Allradler nur noch als Lkw zulassungsfähig; nun hat der Defender einen neuen Dieselmotor mitsamt eines Rußpartikelfilters bekommen, der  zumindest die Hürden der Euro-5-Norm nimmt. Es gibt den so noch einmal aufgepäppelten Wagen zu Preisen ab 26.690 Euro in einem halben Dutzend Varianten mit kurzem, langem oder extralangem Radstand sowie als Pickup, Cabrio oder Kombi.

Der neue Vierzylindermotor hat 2,2 statt bislang 2,4 Liter Hubraum, aber die identischen Leistungsdaten. Auch er kommt also auf 122 PS und Nm, mit denen sich der Defender dank Untersetzungsgetriebe und Differentialsperre wirklich überall durchwühlt. Nur eilig darf man es dabei nicht haben. Zwar haben die Briten das Spitzentempo um 13 km/h angehoben, eoch auch so ist schon bei 145 Sachen Schluss. Der Verbrauch bleibt mit dem Motorwechsel nahezu unverändert und liegt auch künftig im besten Fall bei 10,0 Litern. Verbessert wurde übrigens die Geräuschdämmung, und auch andere Reifen erhält der Wagen nun ab Werk.

Dauerläufer: Seit 1948 läuft der Defender unverändert vom Band. Na ja, beinahe zumindest.

Ließen die Briten bislang immer Zweifel an der Zukunft der Legende, hat Land Rover auf der IAA im September in Frankfurt mit den beiden DC-100-Studien endlich Nägel mit Köpfen gemacht. Die Prototypen zeigen, wie der künftige Defender aussehen könnte. Natürlich werden die Autos nicht genau so in Serie gehen, wie sie auf der Messe gezeigt wurden, doch die Botschaft ist trotzdem klar und deutlich formuliert: In vier Jahren bekommt der Defender definitiv einen Nachfolger. Und bei der Vorstellung des neuen Motors haben die Briten jetzt noch einmal nachgelegt und den Fans ein wichtiges Versprechen gemacht: „Wir werden den aktuellen Defender so lange hegen und pflegen, bis der neue fertig ist.“


Porsche 911 von 1963: Aller Anfang war er

Schönheit für die Ewigkeit: Eigentlich hätte Porsche den Elfer genau so weiterbauen können. Aber viel hat sich ja auch nicht verändert in 48 Jahren.

Diese Legende ist Last und Lust zugleich: Wenn sich im Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach die Designer und Ingenieure Gedanken über einen neuen 911 machen, dann geht ihr Blick immer auch zurück auf jenen Tag im Herbst 1963, an dem Porsche bei der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt die erste Ausgabe des Coupés präsentierte. Denn was dort im spärlichen Rampenlicht nach acht Jahren Entwicklungszeit als geradezu überfälliger Nachfolger des Modells 356 enthüllt wurde, gilt heute zumindest aus deutscher Perspektive als die Mutter aller Sportwagen und bestimmt wohl auf Ewigkeiten, wie ein Porsche 911 auszusehen und zu fahren hat. Deshalb ist es kurz vor dem Verkaufsstart der neuesten Generation in diesem Dezember allerhöchste Zeit, den Ur-Elfer noch einmal aus der Garage zu holen und ein wenig Ahnenforschung zu betreiben.

Alles, was heute einen Porsche 911 ausmacht, findet man bereits in diesem Auto: Die scheinbar für die Ewigkeit ins Blech geschnittene Silhouette aus der Feder von Ferdinand Alexander “Butzi” Porsche und den Sechszylinder-Boxermotor im Heck. Allerdings war der erste Elfer zwei Nummern kleiner als heute: Lediglich 4,17 Meter lang, 1,61 Meter breit und 1,32 Meter hoch wirkt er neben dem noch einmal deutlich gewachsenen Modell des Jahres 2011 fast wie ein Spielzeug für große Kinder.

Wie in Stein gemeißelt: Die Silhouette des Elfers war schon immer so und wird wohl auch immer so bleiben.

Spätestens beim Blick auf die Preise ist es mit diesem Gedanken aber vorbei: 1963 kostete das Coupé 21.900 Mark. Das zwar damals noch jede Menge Geld, doch gemessen am neuen Elfer war der alte natürlich ein Schnäppchen. Andererseits ist heute ein Auto aus den frühen Jahren kaum mehr zu bezahlen. Porsche-Sammler und Oldtimer-Händler Harry Utesch, der den weißen Ur-Elfer unserer Fotofahrt sein eigenen nennt, sagt: „Selbst in desolatem Zustand ist so ein Auto nicht mehr unter 100.000 Euro zu bekommen.“

Dass der Oldtimer klein und trotzdem geräumig ist, und dass es auf den winzig erscheinenden Ledersitzen mit dem schmucken Karo-Muster überraschend viel Platz gibt, lag gar nicht in der Absicht von Firmenchef Ferry Porsche: „Zwei Sitze und zwei Notsitze seien nach wie vor genug – der Wagen dürfe kein Familienauto werden, sondern müsse seinen Charakter als wettbewerbsfähiger Sportwagen behalten“, zitierte ihn das Magazin “Spiegel” bei der Pressevorstellung von 1963.

Schlicht und schick: Ein bisschen Holz, ein bisschen Leder und ein paar Karos - mehr brauchte es früher nicht für ein Sportwageninterieur.

Diese Charakterzüge hat sich das Auto bis heute bewahrt. Denn auch wenn der Porsche 911 zu den Sportwagen mit der größten Alltagstauglichkeit gehört, ist er zugleich immer auch Maßstab auf der Nordschleife des Nürburgrings. Nicht umsonst wird dort jedes neue Modell von Vollgas-Profis wie Walter Röhrl gründlich geeicht.

Natürlich sind die neuen 911 um ein Vielfaches stärker und kommen in der neuen Generation mit dem internen Code 991 schon in der Basisversion auf 350 PS. Aber weil das Urmodell nur 1080 Kilo wog und vor fast 50 Jahren noch mit anderem Maß gemessen wurde, war ein Sechszylinder-Boxer mit zwei Litern Hubraum und 130 PS allemal genug für damals ziemlich abenteuerliche 210 km/h.

Ganz so schnell lässt es Autoeigner Utesch heute natürlich nicht mehr angehen. Doch die Faszination eines der ersten 911-Modell wirkt auch bei gemächlichem Tempo. Locker und lässig dreht der Boxer noch immer auf mehr als 5000 Touren, er sägt und kreischt wie am ersten Tag und schnellt auf den Spuren seiner alten Stuttgarter Hausstrecke Solitude durch das kurvige Mahdental, als seien die letzten fünf Jahrzehnte plötzlich von ihm abgefallen. „Schnell, solide und zuverlässig“, sagt Utesch und freut sich über die gute Form des flotten Fegers. Immerhin habe der Wagen in den letzten sechs Jahren nur gestanden und wurde lediglich 40 Kilometer weit gefahren. „Aber wie sagt man auf schwäbisch“, sagt der Oldtimerspezialist. „Des isch halt en echter Kerle – der bringt di immer hoim.“


Growler E-2011: Das Comeback eines Klassikers

Comeback nach 50 Jahren: So stellen sich Bo Zolland und Robert Palm den neuen Jaguar E-Type vor.

Wer hat’s erfunden? Nein, diesmal waren es sicher nicht die Schweizer. Auch wenn der Jaguar E-Type vor genau 50 Jahren beim Autosalon in Genf Publikumspremiere feierte, ist er ein durch und durch britisches Auto. Doch vielleicht muss man den Eidgenossen bald für ein Remake des legendären Sportwagens danken. Denn während Jaguar selbst auf absehbare Zeit wohl keinen schlanken, kleinen Sportwagen in der Nachfolge des E-Type anbieten wird, treibt Robert Palm, ein Designer aus dem Schweizerischen Perroy, jetzt mit Nachdruck das Comeback des Klassikers voran. Gemeinsam mit dem schwedischen Computerkünstler Bo Zolland hat er eine Neuinterpretation des Originals entworfen, die bis Mitte nächsten Jahres in Serie gehen soll. Allerdings hat der Flirt mit der Vergangenheit einen stolzen Preis: Weil Palm die Montagezeit mit sechs Monaten veranschlagt und nur drei bis vier Fahrzeuge parallel bauen kann, wird der Wagen wohl zwischen 750.000 und einer Million Euro koste. „Nur wenn wir eine größere Stückzahl beauftragt bekommen und bei Firmen wie Magna oder Valmet fertigen lassen könnten, wäre vielleicht ein Preis von rund 500.000 Euro möglich“, sagt er. Ob das nun klappt oder nicht – billig wird das Auto auf gar keinen Fall.

Dafür wird es ein Auto, das aufgrund der Markenrechte weder Jaguar noch E-Type heißen darf, das aber trotzdem fast genau so aussieht wie eben ein moderner Jaguar E-Type. Genau wie das Original hat der Wagen mit dem merkwürdigen Namen Growler E-2011  eine schier endlos lange Motorhaube, die in einem winzigen Schmollmund ausläuft. Er ist nicht ganz so filigran wie der Klassiker, hat aber dieselben wollüstig ausgestellten Kotflügel, eine weit nach hinten gesetzte Kabine und ein wunderbar fließendes Heck.

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Noch ist der Growler E-2011 nur eine Studie, doch für Mitte 2012 ist eine Kleinserie geplant.

Das Design ist von gestern, aber die Technik ist hoch aktuell. „Unserer Basis ist der Jaguar XKR“, verrät Palm. Allerdings wird der fünf Liter große Kompressormotor ein wenig getunt. Deshalb schafft der V8 nicht 510, sondern 600 PS. Weil das Auto zudem um mindestens 200 Kilo leichter wird als der offizielle Jaguar, rechnet Palm mit einem Sprintwert unter vier Sekunden. Mit etwas Glück knackt der Growler so auch die 300-km/h-Marke, die Jaguar in Genf mit einem Sondermodell des XKR jetzt ebenfalls zum ersten Mal bei einem Serienauto überwunden hat.

Die Erinnerung an den E-Type ist süß, die Aussicht auf einen Nachfolger verlockend und die Vision des Schweizers kein schlechter Anfang. Nur ein Problem muss Robert Palm – neben der auch nicht unwichtigen Finanzierung des Projekts – noch lösen: Bislang gibt es das Auto lediglich als Computersimulation. Aber bis Mitte 2012 ist ja noch mehr als ein Jahr Zeit.


James Bond’s Aston Martin DB5 kommt unter den Hammer

Aston Martin DB5: Der Wagen mit dem legendären Kennzeichen "FMP 7B" ist James-Bond-Fans aus den Filmen "Goldfinger" und "Feuerball" bekannt. Demnächst wird er versteigert.

Der Wagen elektrisiert Autofans ebenso wie Cineasten: Am 27. Oktober wird in London vom Auktionshaus RM in Zusammenarbeit mit Sothebys der legendäre Aston Martin DB5 versteigert, der in den Bond-Filmen “Goldfinger” und “Feuerball” die automobile Hauptrolle spielte – natürlich mit Sean Connery am Steuer. Das Auto wurde vom Filmprofi John Stears mit allerlei erstaunlichen Agenten-Extras bestückt: Zum Beispiel Maschinengewehren die hinter den vorderen Blinkern verborgen waren, einem Schleudersitz, ausfahrbaren Reifenschlitzern in den hinteren Radnaben, einem Kugelfang der vor der Heckscheibe ausgefahren werden konnte und diversen Extras mehr. Gesteuert wird die 007-Spezial-Ausstattung von einem unter der vorderen Armlehne verborgenen Tastenfeld, und außerdem lässt sich die Kappe des Schaltknaufs hochklappen, um an den roten Knopf zu gelangen, der die Maschinengewehrsalven auslöst.

Schutz gegen Schüsse: Hinter der Heckscheibe lässt sich eine Art Kugelfang ausfahren.

RM Auctions erwartet, dass der Wagen bei der Versteigerung mindestens fünf Millionen Dollar einbringt. Das Geld will der jetzige Besitzer, der US-Amerikaner Jerry Lee, in seine Stiftung gegen Jugendkriminalität und soziale Benachteiligung stecken.

Vom Aston Martin DB5 wurden zwischen 1963 und 1965 etwas mehr als tausend Exemplare gefertigt. Motorisiert sind die Wagen mit einem 4-Liter-Reihensechszylinder-Triebwerk, das rund 300 PS mobilisiert. Als Höchstgeschwindigkeit wurden damals 238 km/h angegeben. Bestechend an diesem Auto aber ist vor allem die überaus elegante, distinguierte und doch auch rassige Form. Gentlemen, submit your offers!