Brabus „iBusiness“: Hallo Mr. Jobs, hier fährt ihr neuer Dienstwagen

Apple-SHop auf Rädern: Bodo Buschmann hat so ziemlich alles in den iBusiness gepackt, was Steve Jobs Sortiment hergibt.

Apple-Shop auf Rädern: Brabus-Chef Bodo Buschmann ließ so ziemlich alles in den iBusiness packen, was Steve Jobs' Sortiment hergibt.

VW-Chef Martin Winterkorn hat vergebens verhandelt, und auch die anderen Autobosse beißen sich an einer Kooperation mit Apple die Zähne aus. Doch Brabus-Chef Bodo Buschmann schafft einfach Fakten und baut das erste iCar der Welt. Nur eben nicht als smarten Kleinwagen, sondern als luxuriösen Dampfhammer mit 750 PS. „iBusiness“ heißt die schwarze Mercedes S-Klasse, die der Tuner mit Apple-Technik für knapp 50.000 Euro gespickt hat und am liebsten als neuen Dienstwagen an Steve Jobs, den kultigen Chef des Computerriesen, verkaufen würde. Bevor allerdings der Guru der Generation iPod darin Platz nehmen könnte, war MOTOSOUND mit dem rasenden Rechner schon auf Probefahrt.

Man sinkt tief in die weichen Sessel der Langversion, drückt auf ein kleines Knöpfen und leise surrt aus der Rücklehne des Vordersitzes ein fein belederter Schreibtisch hervor. Er hat zwei Kerben, die maßgeschneidert sind für das iPad und die coole Apple-Tastatur, die beide griffbereit in der Mittelkonsole stecken. Schnell noch die Funkmaus herausgezogen – schon surft man zu MOTOSOUND oder schreibt die ersten E-Mails. Das funktioniert im Fond der Brabus S-Klasse zwar bequemer und feudaler als in jedem anderen Auto, ist aber im Prinzip nichts Neues. Mit einer eigenen App allerdings gehen die Brabus-Entwickler einen Schritt weiter: Sobald man dieses Zusatzprogramm auf dem iPhone oder dem iPad startet, kann man direkt ins Command-System der S-Klasse eingreifen. Navi-Ziele, Telefonmenüs, Klimasteuerung, ja sogar die bordeigene Ambiente-Beleuchtung steuert man dann nicht mehr mit dem Drehrädchen auf der Mittelkonsole, sondern mit einem Fingerzeig auf dem Touchscreen – das haben die großen Hersteller bislang noch nicht fertig gebracht.

Vollgas auf der Datenautobahn: Zwölf Zylinder, 750 PS und 340 km/h machen diese S-Klasse zur schnellsten Internetverbindung der Welt.

Ach ja, auch mit zwei Grundübeln des iPads hat Brabus Schluss gemacht: Dem fehlenden Laufwerk und dem kleinen Bildschirm. Für DVDs oder andere Programme gibt es im Kofferraum einen Mac-Mini, der auf Knopfdruck aus einer speziellen Schublade fährt. Und für das große Kino während der Fahrt lässt man einfach den 15-Zoll-Monitor aus dem Dachhimmel surren. Da würde selbst Steve Jobs Augen machen.

Während der Computerboss längst nicht mehr aufs Geld schauen muss, hat Brabus auch an weniger reiche Kunden gedacht. Deshalb gibt es neben dem Komplettpaket für etwa 48.000 Euro auch einen abgestuften Baukasten, der etwa mit einem iPad samt Tastatur, Schreibtisch und elektronischer Integration für 8900 Euro startet. Außerdem baut der Tuner die Apple-Technik nicht nur in sein Flaggschiff, sondern auf Wunsch auch in jede andere S-Klasse ein.

Zwar hat Brabus mit UMTS und HSDPA die schnellsten verfügbaren Datennetze eingebaut. Doch im Funkloch kann es natürlich trotzdem zum Stau auf der Datenautobahn kommen. Im echten Leben dagegen dürfte den weit über 300.000 Euro teuren „iBusiness“ kaum ein anderer Wagen überholen. Immerhin tobt unter der Haube ein auf 6,3 Liter aufgebohrter V12-Motor mit 750 PS und 1350 Nm, der den Luxusliner auf bis zu 340 km/h beschleunigt – wer braucht da noch „Need for Speed?“ oder „Gran Turismo“?


Zehn Prozent Verbrauchseinsparung: Toyota setzt auf Selters statt Sprit

Wasser marsch: Wer wenig virtuelles Nass verspritzt, der fährt vermutlich sparsamer.

Mit einem einzigen Glas Mineralwasser will Toyota den Verbrauch von Autos aller Marken um bis zu zehn Prozent senken. Zauberei? Technisches Wunderwerk? Oder die genialste Erfindung seit dem Beamen? Nein, nur eine ebenso heitere wie hintersinnige Spielerei für Apples iPhone. Denn das Wasser kommt nicht in den Tank, sondern auf das Display des Mobiltelefons und soll den Fahrer dort zu einem sparsamen Fahrstil erziehen. „Wir gehen davon aus, dass man auf diese Weise bis zu zehn Prozent weniger verbraucht“, heißt es bei Toyota in Schweden, wo die mittlerweile rund um den Globus getragene Aktion initiiert wurde.

Wer sich über die Webseite www.aglassofwater.org kostenlos die entsprechende Applikation auf sein iPhone lädt, sieht auf dem Monitor nicht viel mehr als ein volles Wasserglas, in dem jede Bewegung eine Welle auslöst. Fährt man sanft, zurückhaltend und vorausschauend, ist die Wasseroberfläche glatt und ruhig. Fährt man dagegen zackig an, prescht ruppig um die Kurven und tritt stets ein wenig zu heftig auf Gaspedal oder Bremse, entsteht der sprichwörtliche Sturm im Wasserglas und das virtuelle Nass schwappt über den Rand des Bechers. Je mehr Wasser jedoch im Glas bleibt, desto mehr Sprit bleibt auch im Tank, lautet die Logik hinter der Spielerei, die auf einen sparsameren Fahrstil abzielen und den Fahrer mit eindringlichen Statistiken erziehen soll. Denn natürlich kann man am Ende jeder Spritztour ablesen, wie viele Tropfen man verschüttet – also verschwendet – hat.

Toyota ist von dem kleinen Programm durchaus überzeugt und liefet im Begleittext gleich noch zwei Dutzend Spritspartipps mit. Doch allzu sehr sollte man sich nicht auf die Wasserspiele auf dem Handy-Monitor konzentrieren, raten die Programmierer. Der Blickkontakt mit der Straße und den anderen Verkehrsteilnehmern sei sehr viel wichtiger. Denn auch die niedrigsten Verbrauchswerte sind sekundär, wenn die Fahrt an der Stoßstange des Vorausfahrenden endet.