Volvo-Tuning: Wikinger-Limousine auf Speed

Starker Raucher: Der Volvo von Jakob Almqvist beim Burnout.

Deutsche Tuner haben Volvo eher nicht auf dem Zettel – das ist in Skandinavien völlig anders, vor allem im Volvo-Heimatland Schweden. Dort gehören heiß gemachte Volvo praktisch zum Standard. Wenn man es so weit treibt wie Jacob Almqvist aus Vetlanda jedoch, dann ist es schon wieder etwas Besonderes. Der 28jährige hat in 2500 Arbeitsstunden während drei Jahren ein Auto auf die Räder gestellt, das brutal wie ein Wikingerüberfall daherkommt: mattschwarz, schnörkellos, urgewaltig.

Als Basis diente ein Volvo 244 DL aus dem Baujahr 1978. Den legte Almqvist nahezu komplett auseinander und fügte dann ein düsteres Monster zusammen, das Volvo-Fans die Glückstränen in die Augen treibt. In den Motorraum setzte er das Fünfzylinder-Turbotriebwerk aus einem Volvo 850 T5R. Die ursprünglich 2,3 Liter große Maschine bohrte Almqvist auf 2,6 Liter auf, statt der originalen 226 PS entwickelt die Maschine nun 514 PS – wenn der Turbolader 1,5 bar Druck beisteuert. Der Ladeluftkühler des Almqvist-Volvo stammt übrigens aus einem Setra-Bus.

Durchblick: Ein Boden aus Plexiglas im Fond des Autos eröffnet den Blick auf Hinterachsdifferential, Auspuffanlage und die Fahrbahn.

Überhaupt stecken in diesem Auto jede Menge Teile, die sich wie ein Best-of der Volvo-Tuningszene lesen. Die Bremsanlage etwa übernahm Almqvist aus einer Corvette, die hydraulische Handbremse stammt aus dem Sportmotorrad Honda CBR 900 und das Getriebe adoptierte der Tuner von einem BMW 330d.

Insgesamt entstand so ein Paket, das auf der Straße eine beeindruckende Performance abliefert. “Der Wagen fährt sich erstklassig”, sagt Erbauer Almqvist. Das gilt auch für Einsätze auf der Rennstrecke. Von 0 auf Tempo 100 geht der Wagen in vier Sekunden. Über den klassischen Dragstrip von 402 Metern schießt der Volvo in 11,9 Sekunden. Beim Dragrace-Treffen auf dem Kurs im schwedischen Manstorp gewann der Volvo von Almqvist locker die Volvo-Klasse.

Derzeit hat es das Auto ein wenig ruhiger – es befindet sich sozusagen im Winterschlaf. Und zwar im Museum des schwedischen Automagazins “Bilsports” in Karlskrona. Almqvist, der momentan als Mechaniker in einer Mercedes-Werkstatt in Norwegen arbeitet, hegt inzwischen bereits neue Pläne.

Bauherr: Jacob Almqvist und sein Volvo-Prunkstück.

“Mein nächstes Projekt wird noch einen Tick extremer”, sagt der Mann, der – bis auf die Lackierung – alle Tuningarbeiten selbst erledigt. Was genau er vor hat, behält er noch für sich. Über ein passendes Basisauto aber hat er schon nachgedacht: entweder er verarbeitet einen 68er Chevrolet Camaro, oder einen 67er Chevrolet Nova. “Alles andere”, sagt er, “ist noch geheim.”


VW E-Bugster: Elektroantrieb im gechoppten Retro-Look

Flachdachbau: Um neun Zentimeter im Vergleich zum normalen Beetle wurde das Dach des E-Bugster tiefer gelegt.

Seit VW die Form des All-Time-Volkswagens Käfer wiederentdeckt hat, wird die Formensprache in immer neuen Variationen aufgegriffen. Erst als New Beetle, seit kurzem nur noch unter dem Namen Beetle. Und natürlich bei Studien. Zuletzt war das 2005 beim Modell Ragster der Fall, aktuell ist es ein Elektroauto-Prototyp namens E-Bugster, der jetzt auf der Autoshow in Detroit enthüllt wurde. Der geduckte und dadurch um so bulligere Wagen soll einmal mehr die Botschaft transportieren: E-Mobilität macht Spaß.

Unter der bekannt kugelig-barocken Form sitzt aktuelle Antriebstechnik. Vorn unter der Haube zum Beispiel ein Elektromotor mit einer Leistung von 115 PS. Die reicht aus, um das E-Mobil binnen elf Sekunden von 0 auf Tempo 100 zu beschleunigen. Die Reichweite des Autos soll bei voll geladenen Akkus etwa 180 Kilometer betragen. Die Kapazität der Stromspeicher beträgt übrigens 23,8 kWh.

Zum Laden der Akkus, die im Heck des Fahrzeugs sitzen und aufgrund ihrer Größe die Rückbank komplett verdrängt haben, kommt eine neue Technik zum Einsatz, das sogenannte Combined Charging System. Dabei handelt es sich um eine Gemeinschaftsentwicklung aller deutschen Autohersteller inklusive der US-Firmen General Motors und Ford, die für sämtliche verfügbaren Stromarten (Wechsel-, Dreh- oder Gleichstrom) sowie für alle gängigen Ladestationen geeignet ist. Es gibt nur eine einzige Ladebuchse am Auto, der Stecker passt in alle Steckdosen und die Steuersoftware des Systems kommt mit allen Stromarten und -stärken klar. Diese Form der Standardisierung soll künftig die Kosten von Elektroautos senken und vor allem die Sorge der Kunden obsolet machen, an irgendeiner Ladesäule zu stranden, an die sich das Auto nicht anschließen lässt.

VW E-Bugster: Bugster ist ein Kunstwort aus bug (engl. für Käfer) und Speedster, denn das Hardtop der zweisitzigen Studie lässt sich abnehmen.

Mit dem Combined Charging System hat sich eine Gruppe namhafter und großer Hersteller auf ein einheitliches System zum Aufladen von Elektroautos geeinigt. Das war auch dringend nötig, denn nichts wäre hinderlicher für die Verbreitung einer neuen Technik, wenn schon gleich zu Beginn erhebliche Verwirrung durch etwas so simples wie die Ladestecker entstanden wäre. Mit dem VW E-Bugster fährt nun endlich ein Prototyp zur Standardisierung dieses nicht ganz unwichtigen Details vor.


Pirelli-Kalender 2012: Körperkontakte auf Korsika

Sandspielerei: Das holländische Model Saskia de Brauw am Strand von Korsika. Die Dame war bereits im Pirelli-Kalender von 2009 und 2011 zu sehen.

Wenn sich das Jahr dem Ende naht und in Mitteleuropa die Mantelkrägen hochgeschlagen werden, dann ist es Zeit für ein textilfrei-frivoles Kontrastprogramm. Zum Beispiel in Form des Pirelli-Kalenders, dessen 39. Ausgabe soeben in New York vorgestellt wurde. Der italienische Fotograf Mario Sorrenti steuerte für den Kalender 2012 die Bilder bei; insgesamt 25 Motive von neun Models und drei Schauspielerinnen, die allesamt auf Korsika entstanden.

Man müsste das nicht extra erwähnen, doch in einer Mitteilung legt der Reifenhersteller Pirelli wert darauf zu betonen, das Sorrenti ein Spezialist für Aktfotografie sei. Und tatsächlich waren in den vergangenen Jahren die abgebildeten Frauen selten so nackt wie im aktuellen Jahresplaner.

Volle Härte: Das litauische Model Edita Vilkeviciute in rauer Umgebung.

“Ich denke, dass durch das Ablegen der Kleider man dem Charakter, der Persönlichkeit eines Menschen sehr viel näher kommt als angezogen”, sagt Sorrenti. “Nacktheit ist einfach ehrlicher und reiner. Schon mein Vater, er war Maler, hat übrigens nur Akte zu Papier oder auf Leinwand gebracht. Damit bin ich praktisch aufgewachsen.” Sorrenti kennt übrigens das Gefühl, hüllenlos vor einem Kameraobjektiv zu stehen, denn er arbeitete bereits selbst als Nacktmodel für andere Fotografen.

Präsentiert wurde der neue Kalender in New York – mit großem Bahnhof im “The Armory”. Wie stets, wird es das gute Stück nicht zu kaufen geben, sondern die komplette Auflage wird ausschließlich an Kunden von Pirelli, Freunde des Hauses und Prominente verschenkt.

Kate Moss: Das britische Model ist ebenfalls im Kalender 2012 zu sehen. Erstmals war sie bereits im Pirelli-Kalender 1994 dabei.

Das Werk trägt übrigens den Titel “Swoon”, also Ohnmacht. Was genau das ausdrücken soll, lässt sich nicht genau klären. In der Pressemitteilung von Pirelli ist von Ekstase die Rede, die in den Bildern eingefangen sei, vom direkten Kontakt der Körper mit der sie umgebenden Natur und vom Dialog zwischen Model und Fotograf, der so intensiv und ästhetisch gewesen sei. Schön anzuschauen sind die Bilder übrigens auch. Und: Falls Sie nicht zu jenen gehören, die in den nächsten Tagen Post von Pirelli erhalten – gucken sie demnächst mal auf den einschlägigen Verkaufsportalen im Internet. Dort werden Pirelli-Kalender dann doch immer wieder auch verkauft.

 


Neue Kleinwagenfamilie: Jetzt geht es auch bei Skoda Up

Skoda Citigo: Technisch ist der neue Kleinwagen der tschechischen Marke identisch mit dem VW Up.

VW spricht von der New Small Family – und meint damit die Riege neuer Kleinwagenvarianten um das Kernmodell VW Up, das Mitte September auf der IAA in Frankfurt präsentiert wurde. Die Familienbande reichen aber noch weiter, nämlich in andere Konzernmarken hinein. Erkennbar wird das am Skoda Citigo, dem neuen Kleinwagen der tschechischen Tochtermarke des Wolfsburger Konzerns. Das Auto ist der erste Ableger des Up – und obgleich es einige optische Eigenheiten des Wagens gibt, mit diesem technisch völlig identisch. Beide Typen sind 3,54 Meter lang, werden zunächst als Dreitürer angeboten und später auch als Fünftürer und von neuen 1-Liter-Dreizylinder-Benzinmotoren mit 60 oder 75 PS Leistung angeboten. Während VW den neuen Up als Renaissance der “Idee vom Volkswagen” feiert, weil die Basisversion des Autos gerade eben unter 10.000 Euro kosten soll, plant Skoda den Up-Zwilling Citigo vor allem als Stückzahlbringer ein. Die Marke aus Mlada Boleslav nämlich will in den nächsten Jahren ihren Pkw-Absatz auf rund 1,5 Millionen Fahrzeuge pro Jahr verdoppeln. Und zwar getrieben vor allem durch erhebliche Verkaufszuwächse in Indien und China, wo sich billige Kleinwagen westlicher Bauart vermutlich verkaufen wie geschnitten Brot.

VW Up: Noch in diesem Jahr soll der neue, kleine VW hierzulande auf den Markt kommen; der Skoda Citigo wird Anfang 2012 folgen.

A propos billig. Da Skoda konzernintern die Billigmarke ist, sollte der Citigo mindestens tausend Euro günstiger angeboten werden als der Up. Ein Einstiegspreis von rund 9000 Euro könnte also durchaus realistisch sein, doch offiziell wird das derzeit weder bestätigt noch dementiert. Noch unübersichtlicher dürfte die neue Kleinwagenlandschaft innerhalb des Konzerns werden, wenn auch Seat seine Variante des Up vorstellt. Das soll, so hört man aus Barcelona, bereits in wenigen Tagen geschehen. Und wenn nicht alles täuscht, dann wird dieses Auto den merkwürdigen Namen Mii tragen. Was die Technik betrifft, so darf man auch bei diesem Modell darauf wetten, dass es Up und Citigo exakt gleichen wird. Unklar ist allerdings noch, wie weit die Differenzierung der neuen Kleinwagen von Seat und Skoda gehen wird. VW jedenfalls hat für den Up bereits eine Version mit Erdgasantrieb angekündigt und will ab 2013 auch einen Up mit Elektroantrieb anbieten. Zumindest letzteres Modell dürfte hinsichtlich der Verkaufszahlen in den derzeitigen Boom-Märkten wie Indien, China oder Brasilien kaum von Bedeutung sein. Umso mehr jedoch für hiesige Kunden, die auch in Sachen Automobil Up to date sein wollen.


Unikat im Kupferdress: Ein Sportwagen wie aus dem Märchen

Mercer Cobra: Virgil Exner gestaltete dieses Auto als Hommage an die US-Marke Mercer, die zwischen 1909 und 1925 rund 5000 Autos baute. Foto: RM AuctionsVirgil Exner war Autodesigner und Anfang der sechziger Jahre Kreativchef der US-Marke Chrysler. Nach seiner Pensionierung legte er den Zeichenstift allerdings nicht beiseite – sondern gestaltete weiterhin Autos. Mit Vorliebe sogenannte Revival-Cars, Phantasiemodelle für Marken, die längst das Zeitliche gesegnet hatten.

Das US-Magazin “Esquire” hatte Interesse an diesen Entwürfen und bat Exner, für die Dezember-Ausgabe vier seiner Lieblingsentwürfe detailliert auszuarbeiten. So entstanden hinreißende Skizzen für Autos der verflossenen Marken Bugatti, Duesenberg, Pierce-Arrow und Mercer. Aus mindestens einem dieser Autoträume wurde dann ein realer Traumwagen, und der wird jetzt im kalifornischen Monterey versteigert. Der Schätzpreis liegt zwischen 800.000 und 1,2 Millionen Dollar.

Das der Wagen tatsächlich gebaut wurde, liegt an George Hartley. Der war Chef der “American Copper Development Association” und in dieser Funktion darauf aus, den Autoherstellern Kupfer als Metallwerkstoff der Zukunft zu verkaufen. Ein wichtiges Vehikel bei diesem Unterfangen sollte das von Exner gestylte Auto werden, denn für den Bau des Wagens, der bei der Turiner Karosseriebetrieb Sibona-Bassano erfolgte, wurden insgesamt elf unterschiedliche Kupfer- und Messing-Legierungen verwendet.

Bremsscheiben, Felgen, Türtafeln, Mittelkonsole, Instrumenteneinfassungen, Kühlergrill und Motorabdeckungen sind aus Kupfer, sogar das Lenkrad ist aus einer Chrom-Kupfer-Aluminium-Legierung gefertigt. Die Basis des sehr speziellen Autos ist das verlängerte Chassis eines englischen Cobra-Sportwagens.

Als das Auto fertig war – angeblich soll die Herstellung des Wagens Exner keine 15.000 Dollar gekostet haben – wurde es umgehend an den Kupfer-Lobbyisten Hartley verkauft, diesmal allerdings für 35.000 Dollar. Daraufhin wurde der glänzende Mercer-Cobra auf eine werbewirksame Welttournee geschickt. Der Wagen erregte überall Aufsehen, wo er gezeigt wurde, doch Kupfer blieb, vom Kabelbaum moderner Autos einmal abgesehen, ein seltener Werkstoff moderner Fahrzeuge. Ändern könnte sich das jedoch mit dem vermehrten Aufkommen von Elektromodellen, denn die Spulen der E-Motoren dieser Fahrzeuge sind in aller Regel aus Kupferdraht gewickelt.


Hot Rods unterm Hammer: Schillernde Auto-Spezialitäten

Wie dei Feuerwehr: Ein Ford C-Cab Feuerwehr-Truck im Hot-Rod-Outfit, ein Auto aus dem Jahr 1967. Copyright: Darin Schnabel (courtesy Auctions America)

Der September wird heiß für Autofans. In Europa, genauer in Frankfurt am Main, weil hier im September die IAA stattfindet, eine der größten Automessen der Welt und die wichtigste Show dieser Art in diesem Jahr. In den USA, weil dort zum Beispiel vom 1. bis 4. September in Auburn bei Detroit das “Auburn Fall Collector Car Event” stattfindet. In diesem Jahr gibt es bei der ohnehin hochoktanigen Veranstaltung noch eine Spezialität: ein Seminar zum Thema Hot Rods, eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion und eine Auktion diverser Hot-Rod-Modelle. Unter den Hot Rods, die unter den Hammer kommen, ist auch der 1967 Ford C-Cab Fire Truck, der von Chuck Miller designt wurde und einer der Stars der “Autorama”-Show des Jahres 1968 in Detroit. Chuck Miller übrigens, der Schöpfer dieses Wagens, ist auch einer der Teilnehmer auf dem Podium zum Thema, das am 2. September in Auburn stattfinden wird.

Sehr cool: Auch bei der Versteigerung in Auburn, ein Ford Five-Window-'Deuce'-Coupé-Show-Car von 1932. (Courtesy Auctions America by RM)

Zu den anderen Highlights der Versteigerung zählen zum Beispiel ein Ford Five-Window-’Deuce’-Coupé-Show-Car aus dem Jahr 1932, das von Rick Roy aufgebrezelt wurde. Sodann ein Ford Custom Roadster von 1934, der von Robert Roeder gestaltet wurde; ein Buick ‘Truly Rare’ Radical Custom von 1950 sowie ein Ford Truck Radical Custom ‘Scrap Iron” von A.L. Clark aus dem Jahr 1940.

Tolle Autos, schillernde Veranstaltung und sicher recht skurrile Eindrücke von einer Auktion, wo es natürlich ums Geld geht, aber eben auch um Typen, um Stil – und um Customizing at its best.

 


Renault Frendzy: Der R4 fürs neue Jahrtausend

Renault Frendzy: Die Studie demonstriert das neue Renault-Design für Autos, die praktisch und familienfreundlich sein sollen.

Die IAA, die vom 13. bis 25. September in Frankfurt am Main stattfinden wird, wirft ihre Schatten voraus. Und zwar in Form von Autoideen, die die Hersteller bereits jetzt vorstellen, um später nicht im Messetrubel unterzugehen. Renault zum Beispiel hat jetzt die ersten Daten und Bilder der Studie Frendzy veröffentlicht, ein Mischmobil aus Familienauto und Kleingewerbemobil, im Grunde also der R4 fürs aktuelle Jahrtausend.

Technisch führt das Auto die Elektrostrategie des französischen Konzerns weiter. Angetrieben wird der Wagen von einem E-Motor mit 60 PS (maximales Drehmoment 226 Nm), die Energie für die Maschine liefern Lithium-Ionen-Batterien (Kapazität 22 kWh) die unter dem Wagenbogen platziert sind. Die Maximalreichweite der Studie liegt bei 170 Kilometern, wie Renault angibt.

Weil das Auto sowohl für den privaten wie auch für den gewerblichen Nutzen konzipiert wurde, gibt es allerlei Details, die sich je nach Einsatzzweck verändern. Die Außenspiegel beispielsweise stehen hochformatig im Fahrwind, wenn das Auto im Gewerbemodus unterwegs ist und drehen sich auf Querformat, sofern der Wagen im Privatbetrieb fährt.

Frendzy-Cockpit: Auch die Interieurbeleuchtung wechselt je nach Modus – von grün im Gewerbemodus zu orange im Privatmodus.

Der Unterschied von Privat- zu Gewerbeeinsatz wird auch im Innenraum durch unterschiedliche Beleuchtung sichtbar (siehe Foto) – und außerdem auch beim Klang des Fahrzeugs. Der Komponist Andrea Cera hat, so Renault, eine “akustische Signatur” für das Auto entwickelt. “Um den Sound so innovativ wie möglich zu gestalten, variiert er je nach Fahrgeschwindigkeit. Bei starker Beschleunigung wird der Klang heller und erinnert an einen Atemhauch. Beim Bremsen kommt eine Komponente hinzu, die den Wind simuliert.” Und natürlich signalisiert auch der Klang, ob der Wagen gewerblich oder privat unterwegs unterwegs ist. Wie genau man sich das vorzustellen hat, kann man derzeit nur erahnen, eine erste Testfahrt und ein paar Tonproben auf MOTOSOUND.de werden zu einem späteren Zeitpunkt wohl Klarheit bringen.

Rundum offen: Für praktisch jeden Einsatzzweck gibt es eine passende Öffnung der Studie Frendzy.

Die Studie soll aber mehr als nur den neuen Elektroantrieb und die dazugehörigen Sounds hübsch verpacken. Vor allem nämlich ist der Prototyp ein weiteres Modell, das die neue Formensprache von Renaults Designchef Laurens van den Acker deutlich machen soll. Der Chefkreative sagt es so: “Die Studie vereint das jahrzehntelange Knowhow von Renault bei leichten Nutzfahrzeugen mit innovativen Merkmalen, die das Privat- und Familienleben erleichtern.”


Voiture Minimum: Das fast vergessene Kleinwagen-Konzept

Voiture Minimum: Mitte der dreißiger Jahre entwarf Le Corbusier gemeinsam mit seinem Cousin den Kleinwagen, erst 1987 wurde das erste Modell in Originalgröße von Giugiaro gebaut.

Als Architekt und Stadtplaner gehört Le Corbusier, der mir bürgerlichem Namen Charles-Édouard Jeanneret-Gris hieß, zweifellos zu den Großen und Einflussreichen. Aber als Autodesigner? War der gebürtige Schweizer, der später in Frankreich lebte und wirkte, bislang nur einem kleinen Kreis von Insidern bekannt. Das könnte sich allmählich ändern, denn der spanische Architektur-Professor Antonio Amado hat jetzt den 350 Seiten starken Band “Voiture Minimum. Le Corbusier and the Automobile” veröffentlicht, in dem die Geschichte eines von Le Corbusier und seinem Cousin Pierre Jeanneret entworfenen Kleinwagens ausführlich beschrieben und analysiert wird. Es handelt sich um einen minimalistisch konzipierten Viersitzer mit Heckmotor. Das ebenso rudimentär wie klar gestaltete Auto ist eine Art Manifest des Form-follows-Function-Gedankens, anders gesagt: die neue Sachlichkeit auf Rädern.

Den Anstoß für den Entwurf lieferte ein Designwettbewerb, den die französische Société des Ingénieurs de l’Automobile (SIA) im März 1935 ausschrieb. Gefordert war bei diesem Wettbewerb der Entwurf eines einfachen Volks-Automobils mit zwei Sitzplätzen, das 75 km/h erreichen und maximal fünf Liter Benzin je 100 Kilometer verbrauchen sollte. Wichtigste Vorgabe war, dass der Wagen höchsten 8000 France kosten durfte. Zum Vergleich: Das billigste Auto aus französischer Produktion kostete damals knapp doppelt so viel.

78 Designer, Konstrukteure und Erfinder hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt – Le Corbusier und sein Cousin allerdings gaben ihren Entwurf zu spät ab. Außerdem hielten sie sich nicht an alle Vorgaben. So gab es in ihrem Auto beispielsweise vier Sitze – drei vorne in einer Reihe, dahinter noch ein weiterer, quer zu Fahrtrichtung positionierter Platz.

Das Auto erregte dennoch einiges Aufsehen. Le Corbusier versuchte durch etliche Korrespondenzen, einen Fabrikanten zur Produktion seines Autos zu bewegen, doch das Bemühen blieb ohne Erfolg. Das Voiture Minimum wurde nie gebaut.

Erst 1987 entstand erstmals ein Auto in Originalgröße. Anlass war eine Ausstellung zum hundertsten Geburtstag Le Corbusiers im Centre Pompidou in Paris. Den Prototypen hatte die Firma Italdesign von Giorgio Giugiaro auf die Räder gestellt. Später wurde, ebenfalls für eine Ausstellung, noch ein zweites Modell im Maßstab 1:1 gefertigt.

Antonio Amado, der sich eingehend mit der Geschichte des Voiture Minimum beschäftigt und eine enorme Fülle an Material zum Thema zusammengetragen hat, hält das Kleinwagenkonzept für einen großen Wurf. “Wenn das Konzept von einem der damaligen Hersteller übernommen worden wäre, hätte dieses Design zu einem der meistgebauten Automobile der Welt führen können”, schreibt er. Belege für diese These gibt es natürlich nicht. Das Auto aber ist ein höchst interessanter und in sich stimmiger Versuch, mit minimalem Aufwand ein maximales Ergebnis zu erzielen. Und zumindest zu einem umfassenden, reich bebilderten Buch hat die Ursprungsidee ja nun geführt.

Antonio Amado: “Voiture Minimum. Le Corbusier and the Automobile”, The MIT Press, 350 Seiten, 36.95 GBP.


Mercedes hebt ab: Premiere eines Hubschraubers im Benz-Design

Eurocopter EC 145 "Mercedes-Benz-Style": Ein exklusives Fluggerät für bis zu acht Passagiere.u

“Mercedes-Benz-Style” hebt ab. Die neue Marke innerhalb des Stuttgarter Autobau-Unternehmens kümmert sich neben dem klassischen Pkw-Design auch um andere Gestaltungsaufträge aus der Industrie. Jüngstes Projekt war eine Luxusvariante des Hubschraubers EC 145 der europäischen Firma Eurocopter.

Das zweimotorige Fluggerät gilt als Premium-Hubschrauber und wird weltweit in der Luftrettung, zum Patiententransport und von Polizeibehörden eingesetzt. Auch beim Militär findet der Hubschrauber Verwendung, etwa in den USA, im Irak oder in Südafrika. Und er wird natürlich als Highend-Shuttle von Firmen oder wohlhabenden Privatpersonen genutzt.

An letztere Klientel richtet sich auch die jüngste Version des Modells EC 145, der Typ EC 145 Mercedes-Benz-Style. Er sei “maßgeschneidert für Business- und Privatreisen der Luxusklasse”, hieß es jetzt bei der Weltpremiere des Helikopters auf der Luftfahrtmesse EBACE in Genf. Der Beitrag der Mercedes-Designer beschränkte sich vor allem auf das Innendesign des Fluggeräts. Entworfen wurde es maßgeblich im so genannten Advanced Design Studio des Autobauers im italienischen Como.

Lichtspiele in der Kabine: Die Mercedes-Designer aus dem Studio im italienischen Como entwarfen die Kabine des Luxus-Hubschraubers.

Nach Angaben von Mercedes kommen im Interieur des Hubschraubers unter anderem Materialien zum Einsatz, die beispielsweise auch in den Pkw-Modellen der E- und S-Klasse Verwendung finden. Außerdem gibt es auch in der Hubschrauberkabine eine Ambientebeleuchtung, die sich in verschiedenen Farbtönen einstellen und dimmen lässt. Je nach Anzahl der Passagiere lässt sich die Kabine variabel einrichten – Sitzarrangements für vier bis acht Personen sind möglich, bei Bedarf können auch alle Sitze ausgebaut werden, um so einen kompakten Transporthubschrauber zu schaffen.

In Luftfahrtkreisen gilt der Eurocopter EC 145 als ausgereiftes Gerät. Ursprünglich entstand er bereits 1979 als Gemeinschaftsproduktion des deutschen Herstellers Messerschmitt-Bölkow-Blohm und des japanischen Unternehmens Kawasaki Heavy Industries. Die aktuelle, größere und modernere Variante – die in Europa inzwischen von Eurocopter unter der Typbezeichnung EC 145 gebaut wird, hatte im Jahr 2000 ihren Erstflug.


Glitzer-Smart: Spieglein, Spieglein auf dem Elektroauto…

Disoball-Smart: Ein Smart Fortwo im Glitzerlook. Das Auto ist eine Mixtur aus Hingucker, Kunstprojekt und Spiegelkabinett.

Der Discoball-Smart sieht aus wie der Dienstwagen von Garry Glitter – eine Discokugel auf Rädern eben. Tausende Licht reflektierende Glasplättchen wurden dazu aufs Auto geklebt, jetzt funkelt und glänzt der Knirps vom Dach bis zu den Radkappen. Damit der Look möglichst komplett wirkt, sind auch die Scheiben des Wagens verspiegelt. Ok, ein Spiegelmobil also, aber was soll das?

Smart versandte jetzt mit einigen Fotos des schillernden Fahrzeugs einen Pressetext, aus dem hervorgeht, das der Wagen zu einer Art Performance der Künstlerformation Apparatjik gehört. Die Truppe besteht aus Magne Furuholmen von a-ha, Coldplay-Bassist Guy Berryman, Mew-Sänger Jona Bjerre und dem Produzenten Martin Terefe. Das Quartett gastiert aktuell mit dem Projekt “The Apparatjik Light Space Modulator” in Berlin. Zur Show gehört eine Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie, Konzerte sowie ein interaktives Vorhaben, bei dem die Bewegungen der Ausstellungsbesucher aufgezeichnet, in Tondaten umgewandelt und dann in ein Musikstück integriert werden. Aufgeführt wird das ganze vom Deutschen Kammerorchester und begleitet wird die Musik von einer spektakulären Lichtshow.

Künstlerquartett Apparatjik: Schräge Performance in schrillem Outfit.

Was der verspiegelte Smart mit dem Kunstprojekt der anderen Art zu tun hat? Nun, das Auto spielt die Hauptrolle in dem Film “Pixel City”, der ebenfalls zu der Performance gehört und während der Ausstellung gezeigt wird. Die Herren Furuholmen und Terefe sind zu diesem Zweck im Discoball-Smart durch Berlin gestromert – das Auto verfügt über einen Elektroantrieb – und dabei lief eben auch eine Kamera.

Für Smart ist die Aktion mit dem Glitter-Mobil, wie auch die so genannte Urban Stage Tour durch diverse europäische Metropolen, der Versuch, auch ohne aktuell neue Automodelle im Gespräch zu bleiben und darüber hinaus das Image der Marke in Richtung cooles Großstadt-Öko-Autolabel zu bürsten.

Zu sehen ist der Discoball-Smart übrigens noch bis 27. März in der Fensterfront des Mercedes-Benz-Vertriebsgebäudes in der Potsdamer Straße in Berlin. Spieglein, Spieglein hinter der Schaufensterwand…