Honda gießt Öl ins Feuer: Ab sofort gibt es den neuen Civic auch als Diesel

Während alle Welt den Abgesang auf den Diesel anstimmt, stemmt sich Honda gegen den Trend. Weil es für eines der wichtigsten Modelle der Japaner bislang keine alternativen Antriebe gibt und sie die CO2-Werte ja trotzdem irgendwie drücken müssen, reichen die Strategen den Civic ein Jahr nach dem Start jetzt auch als Diesel nach. Rund 1 400 Euro teurer als der Benziner, kommt er im März im Fünftürer und ein paar Wochen später in der Limousine in den Handel und wird mindestens 21.390 Euro kosten.

Dafür gibt es einen 1,6-Liter-Motor, der mit dem Aggregat aus dem Vorgänger nur noch die Grundkonstruktion gemein hat. „Denn wir haben alles getan, um das Triebwerk sauberer und sparsamer zu machen“, sagt einer der Entwickler und zählt eine lange Liste von innermotorischen Details auf, die bei neuen Stahlkolben beginnt und bei der „Super-Plateauhonung“ noch lange nicht zu Ende ist. Außerdem fährt der Civic mit einem NOX-Katalysator, der ohne AdBlue aus und deshalb keine verkürzten Service-Intervalle braucht.

Dass man in einem Diesel fährt, merkt man beim Civic eigentlich nur beim Tanken. Schließlich geht der Verbrauch um 1,3 auf 3,5 Liter zurück und die Reichweite steigt im Gegenzug auf mehr als 1.300 Kilometer. Zwar hat der Motor mit seinen 120 PS weniger Leistung als der 1,0-Liter-Dreizylinder von 129 PS, mit dem die Otto-Fraktion einsteigt. Vom 1,5-Liter großen Vierzylinder mit 182 PS ganz zu schweigen. Doch dafür entwickelt der Ölbrenner ein maximales Drehmoment von 300 Nm und tritt mit entsprechend viel Druck an: Kraftvoll aber kultiviert, leise und für seine Selbstzünder überraschend drehfreudig, wuchtet er den Civic deshalb in 9,8 Sekunden auf Tempo 100 und schafft bei Vollgas immerhin 201 km/h.

Zwar ist Honda davon überzeugt, dass der Dieselanteil in Zukunft weiter sinken wird, weil der Gesetzgeber dem Selbstzünder das Leben schwermacht und die alternativen Antriebe immer attraktiver werden. Doch weil es für den Civic auf absehbare Zeit weder einen Hybrid noch einen E–Motor geben wird, rechnen die Japaner selbst zum Ende der Dekade noch mit einem Verkaufsanteil von etwa einem Drittel. „Und das ist ein zu großes Stück vom Kuchen, als dass wir es auf dem Tisch liegen lassen könnten.“



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