Das Beste aus zwei Welten: So will Mazda mit seinen neuen Skyactiv-X-Motoren den Verbrenner retten

Mazda geht mal wieder seinen eigenen Weg: Während alle Welt an der Elektrifizierung des Antriebs arbeitet und schon den Abgesang auf den Verbrenner anstimmt, zettelten die Japaner jetzt noch einmal eine Revolution des Hubkolbenmotors an. Denn als erster und auf absehbare Zeit wohl auch einziger Hersteller bringen sie in zwei Jahren den so genannte Diesotto-Motor in Serie – einen Benziner, dessen Treibstoffgemisch sich wie bei einem Dieselmotor durch die Kraft der Kompression selbst entzündet und dann noch effizienter verbrennt. „So vereinen wir das beste aus zwei Welten“, sagt einer der Entwickler mit Blick auf die die hohen Drehzahlen ubd den niedrigen Verbrauch des neuen Triebwerks. Unter dem Namen Skyactiv-X kommt er als 2,0-Liter mit vermutlich 190 PS und 230 Nm in zwei Jahren in den Handel – zeitgleich mit dem neuen Mazda 3, für den die Japaner gerade auch noch eine neue Plattform samt geänderter Lenkung und besserer Sitze entwickeln.

Die steckt – getarnt unter der alten Karosse und innen noch ziemlich verbastelt – auch unter dem Prototypen, in denen die Japaner zur ersten Ausfahrt mit ihrem revolutionären Antrieb bitten. Der schlägt sich dabei tapfer, spricht ausgesprochen spontan an, dreht viel leidenschaftlicher hoch als jeder Diesel und hat trotzdem fast so viel Punch, wie man ihn vom Selbstzünder kennt. Und auch wenn sich der Vierzylinder bisweilen ein bisschen verschluckt und dann ein lästiges Räuspern aus den Tiefen des Motorraums dringt, klingt er viel harmonischer, leiser und kultivierter als die Mazda-Diesel – ein weiterer Vorteil der neuen Technologie.

Zwar treiben die Japaner für diese so genannte Kompressionszündung einen extrem hohen Aufwand, schalten dem Motor einen Kompressor vor, um überhaupt so einen hohen Druck zu erzeugen, und bauen als Kontrollinstanz für die Selbstzündung trotzdem noch konventionelle Kerzen ein, die den Motor in bestimmten Lastbereichen auch ganz konventionell anfeuern können. Doch versprechen die Entwickler entsprechend große Vorteile: Das Drehmoment sie immerhin 30 Prozent höher als bei den aktuellen Benzin-Motoren in der Mazda-Palette und der Verbrauch gehe um etwa ein Viertel zurück.

Obwohl Mazda den Skyactiv-X-Motor als den besseren Diesel feiert, weil er im in besten Fall sparsamer ist, keine ganz so aufwändige Abgasreinigung benötigt und unter dem Strich weniger kostet, wollen die Japaner noch nicht das Ende des Ölbrenners einleiten. Weil er in vielen Ländern noch immer steuerlich begünstigt ist und auch der beste Diesotto kein ganz so hohes Drehmoment erreicht, wird es die beiden Selbstzünder auf absehbare Zeit erst einmal parallel geben. Und während VW oder Porsche so langsam ihre Ausstiegsszenarien vorbereiten, bringen die Japaner den Diesel sogar gerade in die USA – mit dem Trend zu schwimmen ist schließlich einfach nicht ihr Ding.



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