Rasende Rarität: In der Exclusive-Manufaktur wird der Elfer zum Garagengold für PS-Connaisseure

Porsche 911 Turbo S „Exclusive Series“

Porsche 911 Turbo S „Exclusive Series“

Er zählt traditionell zu den Restwert-Riesen und war schon immer eine gute Geldanlage. Doch wenn Porsche den 911 jetzt als Turbo S „Exclusive Series“ an den Start bringt, wird der Spitzensportler gar vollends zum Garagengold mit garantierter Rendite. Denn erstens wird es von dem Editionsmodell nur eine Kleinserie von 500 Exemplaren geben. Und zweitens werden diese Autos aufwändig in der Exclusive Manufaktur veredelt.

Zwar muss man dafür tief in die Tasche greifen und mindestens 259 992 Euro auf den Tisch legen. Doch für die gut 50 000 Euro Aufschlag zum konventionellen Turbo S gibt es ein paar Extrawürste, die Porsche sonst niemandem auf den Grill legt. Das beginnt bei dem goldgelben Sonderlack, der auf Haube und Dach aus Karbon zwei breite Dekor-Streifen der Kohlefasern ausspart und ist bei dem mit Goldfäden vernähten und mit gelber Tiefenwirkung perforierten Sitzen oder den mit Leder bezogenen Lamellen der Lüftung noch lange nicht vorbei. Sondern natürlich gibt es noch ein weiteres Dutzend Zier- und Anbauteile in Gold, hochglänzendem Schwarz oder in Karbon und jede Menge Plaketten, die von Hand graviert und poliert werden. Selbst der Schlüssel ist in Wagenfarbe lackiert und wird in einem Etui geliefert, das vernäht ist wie die Sitzpolster. Und weil man den ja doch nicht immer und überall vorzeigen kann, gibt passend zum Auto erstmals eine ebenfalls exklusive Uhr von Porsche Design, deren 15 000 Euro bei diesem Preis dann auch schon nicht mehr ins Gewicht fallen.

Porsche 911 Turbo S „Exclusive Series“

Porsche 911 Turbo S „Exclusive Series“

Der Clou sind aber die 20-Zoll-Felgen, die in der Manufaktur in einem extrem aufwändigen Prozess lackiert werden. Denn erst tragen die Spezialisten von Hand den Goldlack auf, bevor sie alles schwarz überpinseln und dann mit dem Laser in mehreren Durchläufen das güldene Muster wieder frei brennen. Kein Wunder, dass die rund 180 Mitarbeiter der Manufaktur über Langeweile nicht klagen können – zumal sie mit mehr oder weniger aufwand insgesamt rund 40 Prozent aller Elfer in die Finger bekommen.

Dass Porsche die Kundschaft dafür so kräftig zur Kasse bittet, rechtfertigt Manufaktur-Mann Fabian Haug mit gleich Gründen: „Der kleinen Stückzahl, den hohen Einkaufskosten und der aufwändigen Ver- und Bearbeitung.“ Nicht umsonst haben die Schwaben allein mit der Motorhaube 240 Stunden Arbeit, die sich mit diversen Lackier- und Trockenphasen auf drei Wochen summieren. Dagegen wirken die 30 Minuten, die ein Sattler für die Kreuznaht am Lenkrad braucht, fast schon nach einer Fingerübung.

Aber Porsche wäre nicht Porsche, wenn es zum ganzen Luxus nicht auch ein bisschen mehr Leistung gäbe: Der 3,8 Liter große Sechszylinder-Turbo im Heck bekommt deshalb ein Power-Kit und legt von 580 auf 607 PS zu und das maximale Drehmoment liegt dann wie sonst nur im Overboost bei 750 Nm. Die Fahrleistungen allerdings ändern sich damit kaum, und die drei Zehntel Zeitersparnis beim Sprint von 0 auf 200 km/h wird kaum je ein Kunde ausprobieren. Und auch den etwas kehligeren Klang wird man nur selten zu hören bekommen. räumen die Macher in der Manufaktur ein und wirken fast ein bisschen traurig. Haug jedenfalls macht sich keine falschen Hoffnungen: „Als designierte Sammlerstücke mit fast schon garantierter Wertsteigerung wird der 911 Turbo S Exclusive Series mehr Garagen., als Sonnenlicht sehen.“


Der Elfer der Extreme: Als GT2 RS wird der 911 zum ultimativen Sportwagen

Gegen ihn ist selbst der neue 911 GT3 nur ein besseres Spielzeugauto: Wenn Porsche nach den Sommerferien mit der Produktion des neuen GT2 RS beginnt, dann wird der Dauerbrenner aus Zuffenhausen gar vollends zum ultimativen Sportwage. Denn statt nur ein bisschen zu kleckern, werden die Entwickler diesmal so richtig klotzen und drehen so lange an der Leistungsschraube, bis der mühsam gezähmte Rundstreckenrenner zum stärksten Serienmodell in der mehr als 50jährigen Geschichte der Baureihe wird.

Zum Elfer der Extreme wird der GT2 RS neben dem Rennsportfahrtwerk und dem Hardcore-Interieur samt Vollschalen aus Sichtkarbon vor allem durch einen gründlich überarbeiteten Sechszylinder, der mit dem 3,8 Liter-Triebwerk aus dem Turbo S nicht mehr viel mehr als den Hubraum und die Geometrie gemein hat: Die Lader machen mehr Druck und die Ladeluftkühler werden bei sehr hohen Temperaturen noch einmal mit Wasser gekühlt. Beides steigert die Effizienz der Verbrennung und kitzelt deshalb bis zu 700 PS aus dem Heckmotor. Das sind 80 PS mehr als beim Vorgänger und mehr als Genug für atemberaubende Fahrleistungen. Durch reichlich Anbauteile aus Karbon auf 1470 Kilo abgespeckt, erreicht der Elfer jetzt bis zu 340 km/h und beschleunigt im besten Fall in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Natürlich kann man den Porsches diesen Wert einfach glauben. Oder man bestellt neben dem Weissach-Paket mit weiteren Karbon- und Titankomponenten für weitere 30 Kilo Diäterfolg auch noch das Sport-Chrono-Paket und schaut auf die Stoppuhr im Kohlefaser-Cockpit. Aber man kann dem GT2 RS auch stillvoll auf den Zahn fühlen und dafür einen eigens entworfenen Chronographen von Porsche Design bestellen. Denn bei einem Grundpreis von 285.220 Euro kommt es auf die 9.450 Euro nun auch nicht mehr an.

Zwar ist der GT2 RS nicht nur der stärkste, sondern auch der teuerste Elfer aller Zeiten. Doch die Kunden scheint das nicht zu stören. Wenn stimmt, was aus Stuttgart zu hören ist, dann war der Extremist schon ausverkauft, bevor die Bestellbücher überhaupt offiziell geöffnet wurden. Auch dieser Hinsicht ist der GT2 RS offenbar schneller als die meisten anderen.