Bruder Leichtfuß: Als CS wird der BMW M4 zum Outlaw unter den Kraftmeiern aus München

Sie sind stark, sie sind scharf und sie sind schnell. Und doch sind die M-Modelle von BMW zuletzt ein bisschen spießig geworden. Sieht man einmal vom jugendlichen M2 und ratzfatz ausverkauften Sonderserien wie dem M4 GTS ab, wirken die Kraftmeier bei aller Lust und Leidenschaft zu angepasst, als dass sie wirklich noch ein großes Feuer entfachen könnten. Doch zumindest beim M4 ist jetzt Besserung in Sicht. Denn um die Lücke zwischen dem Standardmodell mit Competition-Paket und dem GTS zu schließen, ziehen die Bayern in dieser Woche auf der Motorshow in Shanghai das Tuch vom neuen M4 CS, der noch in diesem Sommer für 116.900 Euro an den Start geht.

Für einen stolzen Aufpreis von mehr als 30 000 Euro kitzeln die Bayern dann nicht nur noch einmal zehn PS und 50 Nm aus ihrem Reihensechszylinder, so dass künftig 460 PS und 600 Nm im Datenblatt des Dreiliter-Motors stehen.

Aber das ist nicht alles. Weil so eine Beutelschneiderei wahrscheinlich selbst BMW zu peinlich wäre, gibt es dazu auch noch die OLED-Rückleuchten des M4 GTS, seinen Sportauspuff, die serienmäßige Doppelkupplung sowie ein strenges Diätprogramm mit Anbauteilen aus Karbon und einem abgespeckten Interieur. So sind die Türtafeln jetzt aus Naturfasern gepresst und wo es bislang Griffe gab, müssen jetzt ein paar Schlaufen zum Zuziehen reichen. Das alles leistet zwar auch einen Beitrag, um das Gewicht auf 1 580 Kilo zu drücken. Doch vor alle bringt das mit etwas weniger Schallisolierung und ein bisschen mehr Handarbeit ein wenig vom puristischen Flair zurück, der die Powermodelle der M GmbH einmal ausgemacht hat. Selbst wenn ansonsten fast alle Extras aus dem üppigen Optionsprogramm des M4 an Bord sind.

Und schneller wird der M4 CS damit natürlich auch: Beim Sprint knackt er die Vier-Sekunden-Marke und kommt nun in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 und mit dem serienmäßigen M Drivers Package ist erst bei 280 km/h Schluss.

Weniger Schnickschnack im Innenraum und dafür mehr Leistung, Lust und Lärm – so wird der M4 CS zum Outlaw unter den angepassten Kraftmeiern und kommt dem M2 näher, als es ein Preisunterschied von 60 000 Euro vermuten lässt. Allerdings haben die beiden Modelle noch eine weitere Gemeinsamkeit, die Schnellfahrern weniger recht sein dürfte. Denn obwohl der M4 CS anders als der GTS nicht auf eine konkrete Stückzahl limitiert ist, sind die Produktionskapazitäten genau wie beim M2 stark beschränkt und die Laufzeit auf gerademal zwei Jahre ausgelegt. Es braucht deshalb nicht viel Phantasie für die Vermutung, dass der rabiate Renner ein ausgesprochen rares Gut bleiben wird und man sich beeilen muss, wenn man zum Kreis der Auserwählten gehören will.



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