Alles dabei? Mit einem coolen „Tile“ kämpft Jaguar gegen das Vergessen

Ich packe meinen Koffer und nehme mit …. – was für Kinder ein beliebtes Spiel ist um die Reisezeit zu verkürzen, das wird für schusselige Zeitgenossen reiferen Alters bisweilen bitterer Ernst. Denn immer und immer wieder müssen sie vor einer Fahrt überlegen, ob sie jetzt wirklich alles dabei haben. Geldbeutel, Haustürschlüssel, Aktenkoffer, Smartphone und vielleicht noch die Brotdose oder die Sporttasche– wir auch nur ein bisschen vergesslich ist, der kennt dieses morgendliche Ritual und die vielen zusätzlichen Wege.

Solche Spezialisten gibt es offenbar auch in der Entwicklung von Jaguar und Land Rover. Und weil die das Problem ein für allemal leid waren, haben sie ein cleveres System eingeführt, das Schussel vor sich selber schützt und eine sauber abgehakte Packliste garantiert. Dafür kooperieren sie als erster und einziger Autohersteller mit dem US-Unternehmen „Tile“, das eine kleine Kunststoffkachel mit eingebautem Bluetooth-Sender entwickelt hat. Etwa 20 Euro teuer und nicht größer als eine Briefmarke, kann man sie wie einen Peilsender an allen wichtigen Dingen befestigen und mit dem Handy koppeln. Sobald danach irgendwann der Kontakt abreißt, speichert das Smartphone jeweils die letzte Position, führt den Benutzer auf Wunsch dorthin zurück und lässt den Chip kurz surren, damit man etwa die Geldbörse auch dann findet, wenn sie unter den Sitz gefallen oder hinter ein Kissen gerutscht ist.

Bei den Briten kann man das nicht nur über das Smartphone machen. Sondern sie holen die App über ihr System Incontrol Touch Pro auch auf den Touchscreen im Auto und erlauben ein paar entscheidende Ergänzungen. Denn mit ein paar Klicks lässt sich dort eine „Essentials Liste“ mit all jenen Utensilien erstellen, ohne die man partout nicht losfahren möchte. Und jedes mal wenn man den Wagen startet, wird das von Jaguar automatisch kontrolliert. Wer also mal wieder seinen Haustürschlüssel oder seine Sporttasche vergessen hat, bekommt einen Erinnerung. Und weil das Auto genau weiß, wo die fehlenden Sachen sind, weist das Navigationssystem gleich automatisch den Weg zum Beispiel zu jedem Fitness-Studio, in dem man die Tasche vergessen hat.

Für die Schussel in der Jaguar-Entwicklung ist das schon eine große Hilfe. Aber so ganz zufrieden sind sie mit dem „Tile“ noch nicht. „Am liebsten würden wir die fehlenden Sachen auf Knopfdruck ins Auto beamen“, räumt einer der Ingenieure ein. Doch während man die elektronische Gedankenstütze schon jetzt nutzen kann, wird man darauf wohl noch ein paar Jahre warten müssen.



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