Mercedes E-Klasse Langversion: Business Plus: In der Langversion wird die neue E-Klasse vollends zur besseren S-Klasse

Länge läuft – nicht nur bei Yachten, sondern auch bei Autos – vor allem in China. Weil Maos Erben lieber hinten rechts als vorne links sitzen und ihren Status nach wie vor auch über die Länge ihrer Limousine definieren, kommt es eben doch auf ein paar Zentimeter an. Das weiß auch Mercedes und schickt die nagelneue E-Klasse nur wenige Wochen nach der Weltpremiere in Detroit zur Messe in Peking deshalb jetzt schon in die Verlängerung.

Immerhin 14 Zentmeter setzen die Schwaben gemeinsam mit ihrem chinesischen Kooperationspartner hinter der B-Säule ein und stecken die E-Klasse so mit 5,06 Metern auf das Format der S-Klasse. Bei jetzt xxx Metern Radstand wächst allerdings nicht nur der Fußraum für die Hinterbänkler und der Zustieg wird deutlich bequemer. Sondern Mercedes baut für die hohen Herren im Heck die Mittelarmlehne zu einer zweiten Kommando-Zentrale aus: Ein USB-Anschluss, ein beleuchtetes Ablagefach und ein gekühlter Cupholder sind dorrt zwar wenig überraschend. Und auch die Schale für das kabellose Laden des Handys war nur eine Frage der Zeit. Doch dass es zum ersten Mal in einem Mercedes jetzt auch einen Touchscreen gibt, ist eine kleine Sensation, die auch bei den Europäern Hoffnungen auf einen Philosophiewechsel bei der Bedienung des Infotainmentsystems schürt.

Über den Fond hinaus ändert sich an der E-Klasse allerdings nichts: Es bleibt beim faszinierenden Hightech-Cockpit mit den beiden großen, nahtlos mit dem Armaturenbrett verschmolzenen Bildschirmen, bei einer bisweilen ziemlich schrillen Ambientebeleuchtung mit 64 Farben, bei einem Heer von Assistenzsystemen und dem eher behutsam weiterentwickelten Design, das auch in China mit zwei unterschiedlichen Fronten angeboten wird.

Das attraktivere Cockpit, die intelligenteren Assistenten, das frischere Design und jetzt auch noch den geräumigen Fond mit dem ersten Touchscreen in einem Mercedes – hat die S-Klasse neben der neuen E-Klasse schon bislang ziemlich alt ausgesehen, fällt das Flaggschiff mit der Langversion gar vollends in die zweite Reihe zurück. Auch das ist ein Grund, weshalb Mercedes die lange E-Klasse an der kurzen Leine hält: Gebaut in Peking und ausschließlich für den lokalen Markt bestimmt, schließen die Schwaben den Export nach Europa kategorisch aus.

Absoluten Zahlen sind noch immer mickrig klein, vor allem in Europa. Doch zumindest prozentual feiert sich Infiniti als die am schnellsten wachsende Premium-Marke der Welt. Damit das auch so bleibt, feuert die noble Nissan-Schwester weiter aus vollen Rohren. Der Q30 auf Basis der Mercedes A-Klasse ist bereits im Handel, der vom GLA abgeleitete QX30 steht in den Startlöchern und ein nobles Mittelklasse-Coupé im Stil der BMW Vierer ist auch so gut wie fertig – und schon kommen die Japaner mit der nächsten Neuheit um die Ecke: Auf der Motorshow in Peking zeigen sie deshalb in dieser Woche den QX 50 Sport Inspiration und geben damit schon einen ziemlich konkreten Ausblick auf ihr neues Mittelklasse-SUV.

Das schnittige Schaustück zielt auf Konkurrenten wie den Mercedes GLC, den BMW X3 oder den Jaguar F-Pace und setzt vor allem auf sein sportliches Design. Obwohl mit 23 Zentimetern Bodenfreiheit ziemlich hochbeinig, duckt sich der 4,60 Meter lange QX50 deshalb auf flache 1,65 Meter. Dazu die stark nach vorn geneigte Heckscheibe und die weit ausgestellten Kotflügel – fertig ist ein Matschbolide, der selbst den neuen Jaguar F-Pace oder den Porsche Macan zu langweiligen Biedermännern stempelt.

Obwohl die Form im Vordergrund stand, wollen die Designer die Funktion nicht geopfert haben: Bei 2,80 Metern Radstand soll deshalb bequem Platz für vier Passagiere und deren Gepäck bleiben.

So blumig Infiniti von den Designlinien spricht und so farbenfroh die Japaner den noblen Innenraum mit dem markanten Rautenmuster beschreiben, so nebulös bleiben sie bei der Technik: Welche Kraft den Kraxler treibt, wird deshalb noch nicht verraten. Doch man braucht nicht viel Phantasie, um wie beim Vorgänger auf V6-Motoren für Benzin und Diesel zu schließen. Und wenn es Infiniti ernst meint mit dem Angriff auf die deutschen Platzhirsche, werden die Japaner auch um einen Hybriden am besten mit Plug-In-Technik nicht herum kommen. Der fehlt zwar noch im aktuellen Programm. Doch bis zur Markteinführung hat Infinit ja noch mindestens ein Jahr Zeit.



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