Abenteurer im Großstadt-Dschungel: Jetzt macht selbst der brave Hyundai i20 auf SUV

Opel hat schon einen, VW plant noch und bei Toyota steht die Premiere kurv bevor – alle Welt schreit plötzlich nach kleinen Geländewagen. Diesen Ruf hat auch Hyundai gehört. Doch weil der Weg nach Korea weit ist und die Mühlen dort noch immer etwas langsam mahlen, muss sich der Importeur erst einmal mit einer Zwischenlösung bescheiden: Ab sofort startet deshalb der Corsa-Konkurrenten i20 zu Preisen ab 17 100 Euro auch als „Active“ im Abenteuerdress in den Großstadt-Dschungel.

Zwar ist die immerhin 1 450 Euro teure Aufrüstung genau wie bei CrossPolo & Co nur kosmetischer Natur. Doch verfehlen die rustikalen Anbauteile nicht ihre Wirkung: Mit neuen Schürzen und Schwellern, größeren Rädern und serienmäßiger Dachreling sieht der i20 tatsächlich ein bisschen wilder aus. Zumal die Koreaner gründlich genug waren, selbst Details wie den Tankdeckel auszutauschen und mit grobem Profil auf Abenteuer zu trimmen.

Am meisten allerdings bringen die zwei Zentimeter mehr Bodenfreiheit. Nicht nur, weil man sich damit vor allem beim Parken ein paar mehr Freiheiten herausnehmen und zur Not tatsächlich mal ungestraft über einen Feldweg rumpeln kann. Sondern vor allem, weil man spürbar höher sitzt, leichter einsteigen und besser hinaus schauen kann und weil man sich in dem Kleinwagen mit der besseren Übersicht dann schon nicht mehr ganz so verwundbar fühlt. Auf das Fahrverhalten dagegen hat die neue Trimmlage kaum einen Einfluss. Dafür haben die Koreaner den i20 für die breite Zielgruppe zu beliebig abgestimmt und die Lenkung zu weich gewählt, als dass der höhere Schwerpunkt in engen Kurven ernsthaft einen Unterschied machen würde.

Dass sich der Active trotzdem ganz anders anfühlt als das Coupé oder der normale Fünftürer hat deshalb einen anderen Grund: Den neuen Motor. Denn mit dem kleinen Abenteurer gibt bei den Koreanern ein Dreizylinder-Turbo seinen Einstand. Er schöpft aus einem Liter Hubraum wahlweise 100 oder 120 PS und macht alles besser als der bisherige 1,4 Liter. Bei einem Normverbrauch von bestenfalls 4,3 Litern ist er gut ein Fünftel sparsamer als bisher, hat aber mit 172 Nm ein Drittel mehr Drehmoment. Entsprechend beherzter geht er zur Sache, wuchtet den Kleinwagen in 10,2 Sekunden auf Tempo 100 und schafft bis zu 183 km/h. Da kann man das typische Knattern der drei Zylinder schon mal verschmerzen. Zumal ein Diesel, wie hier mit 1,4 Litern Hubraum, 90 PS und ebenfalls 4,3 Litern in dieser Klasse auch keine echte Alternative ist. Seine Alleinstellung wahrt die Abenteuer-Version des Kleinwagens allerdings nicht lange. Denn mit dem Verkaufsstart des Active gibt es den neuen Dreizylinder-Turbo auch in den anderen Karosserievarianten des i20.

Und das ist nicht der einzige Punkt, an dem der schmucke Neuzugang in der Modellpalette schon wieder an Attraktivität einbüßt. Sondern auch innerhalb der großen Hyundai-Familie bekommt der Kleine wohl bald schon wieder Feuer. Denn auch wenn es öffentlich noch keiner bestätigen will, haben mittlerweile auch die Koreaner den Trend zum kleinen Kraxler erkannt und ihrer europäischen Mannschaft für die nahe Zukunft einen echten Geländewagen in dieser Klasse versprochen.



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