Abenteuer in Amerika: Im Mutterland der SUV wird der softe VW Tiguan plötzlich zum kernigen Charaktertypen

Sie boomen zwar überall auf der Welt. Doch nirgendwo sind Geländewagen wichtiger als in den USA. Aber ausgerechnet im Heimatland der SUV, wo VW nach der Dieselaffäre gerade ohnehin keinen leichten Stand hat, sind die Niedersachsen bei diesem Thema ziemlich blank – und müssen deshalb auf Zeit spielen. Denn während es in Europa bald den neuen Tiguan gibt, kommt die spürbar gestreckte und um eine dritte Sitzreihe erweiterte US-Version erst im nächsten Jahr auf den Markt. Deshalb gibt es als charismatischen Lückfüller jetzt zumindest eine hübsch amerikanisierte Version des EU-Modells, die sich nun als Designstudie „GTE Active Concept“ im Rampenlicht der Detroit Motor Show sonnt.

Auf den ersten Blick ist der kernige Charaktertyp dabei zwar nicht viel mehr als ein aufgebockter Tiguan mit gröberen Stollen auf den Reifen, vier Zentimetern mehr Luft unter dem Bauch und wuchtigeren Anbauteilen. Nicht umsonst gibt es eine markante Bauchbinde aus schwarzem Kunststoff und Stoßfänger, die man auch an einen Rammbock hätte montieren können. Dazu ein knalliger Lack und gleißende LED-Scheinwerfer auf dem Dach und fertig ist der Abenteurer für die kleinen Fluchten aus dem Alltag.

Doch je genauer man hinschaut bei der Studie, desto mehr Eigenheiten entdeckt man an dem Schaustück, die durchaus Lust auf die nahe Zukunft machen. So bekommt der Draufgänger für Detroit innen zum Beispiel bereits das neue Cockpit mit großem Digitaldisplay und daneben den gerade erst auf der CES vorgestellten Riesen-Touchscreen mit schmucker Glasoberfläche und Gestensteuerung. Und unter der Haube steckt ein deutlich wegweisender Plugin-Hybrid mit elektronischem Allradantrieb und einer elektrischen Reichweite von knapp 40 Kilometern.

DB2015AU01270Dafür haben die Ingenieure einen 1,4 Liter großen TSI-Motor mit 150 PS mit zwei E-Maschinen von 40 kW an der Vorder- und 85 kW an der Hinterachse zusammen gespannt und einen Akku von 12,4 kW/h unter den Kofferraumboden geschraubt. Er speist bei normaler Fahrt zunächst den hinteren E-Motor und schaltet über eine elektronische Kardanwelle erst bei Bedarf die Vorderachse zu. So kann man selbst in schwerem Gelände elektrisch und auf der Straße bis zu 120 km/h schnell fahren, Erst wenn der Strom zur Neige geht oder der Gasfuß zu schwer wird, wirft die Elektronik auch de Benziner an und nutzt den vorderen E-Motor als Generator. Dann kommt der Tiguan auf eine Systemleistung von 225 PS und macht auf Asphalt oder im Abseits entsprechend Programm. Nicht umsonst beschleunigt er in 6,4 Sekunden von 0 auf 100. Nur das Spitzentempo ist mit 193 km/h eher mager – reicht in den USA aber noch immer für einen Besuch im Jailhouse. Aber so weit wird es wohl kaum kommen. Denn als designiertes Einzelstück sind dem Active Concept alle Abenteuer in Amerika strikt untersagt.

 



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