Das elektrische Strand-Kamel: So feiert der Citroen Mehari sein Comeback als Buggy mit Batterie

Citroen E-Mehari

Citroen E-Mehari

Da holen die Beach-Boys doch glatt noch mal die Schlaghosen aus dem Schrank, die Damen werfen sich in weite, weiße Blumenkleider, man schmiert eine Runde Creme21 und die Kinder blasen freudig ihre Piz-Buin-Bälle auf: Am Strand feiern die frühen Siebziger fröhliche Urständ – und die Autohersteller machen munter mit. Denn so, wie VW mit dem Beetle Dune jetzt die Ära der Beach-Buggys erinnert, so lässt Citroen nun tatsächlich den Mehari wieder aufleben. Haben die Franzosen gerade erst auf der IAA mit einer witzigen Cactus-Studie an das nach einem Kamal benannte Kunststoffauto aus den Sommern von Saint Tropez erinnert, zeigen sie jetzt – nicht einmal drei Monate später – in Paris bereits das fertige Serienauto und versprechen die Markteinführung schon für das nächste Frühjahr.

Allerdings haben sich die Entwickler bei diesem Projekt geschickt aus der Affäre gezogen und mal eben die Basis gewechselt. Nicht mehr der innovative C4 Cactus liefert den Unterbau für den 3,81 Meter langen Viersitzer mit der aufgebockten Kunststoffkarosse, sondern ein Leichtkraftwagen des französischen Nischenherstellers Bolloré.

Dieser Schritt birgt gleich mehrere Vorteile: Die Entwicklungszeit verkürzt sich auf wenige Monate, der Schätzpreis für den neuen Strandläufer sinkt auf fast schon charmante 25 000 Euro und vor allem fährt der Mehari von Morgen rein elektrisch.

Allerdings sind mit dem Antrieb keine ganz so großen Sprünge drin. Die Leistung der E-Maschine liegt dauerhaft bei 48 und kurzfristig bei 68 PS und mehr als 110 km/h sind dem E-Mehari nicht abzuringen. Dafür haben die Lithium-Metall-Polymer-Akkus eine Kapazität von 30 kWh. Zwar muss man damit bis zu 13 Stunden an die Steckdose, kann dafür aber im besten Fall auch 200 Kilometer durch die Stadt oder 100 Kilometer über Land surren. Selbst wenn man am Strand nicht nachladen kann, sollte das den meisten Urlaubern für einen Ausflug zum Meer reichen.

Citroen E-Mehari

Citroen E-Mehari

Außerdem sind es genau wie beim dem von 1968 bis 1987 immerhin fast 150 000 Mal gebauten Original nicht die Fahrleistungen, die einem Laune machen. Schließlich mussten dem Ableger der Ente damals auch knapp 30 PS und maximal 115 Sachen reichen. Sondern für Spaß sorgt allein der rustikale Charme des kleinen Kunststoffbombers, seine luftige Karosserie mit den Steckscheiben an der Seite und den beiden Targa-Platten als Dach, die ohnehin die meiste Zeit daheim in der Garage bleibe werden und sein kunterbuntes Farbkonzept.

In Saint Tropez und sonstwo an der Cote d’Azur, so streuen es die Verantwortlichen in Paris, sind die Hoteliers jedenfalls schon ganz verrückt nach dem Gute-Laune-Citroen, die Enkel der Hippies können es kaum erwarten, bis sie mit Beetle Dune und E-Mehari gemeinsam zur Beach Party cruisen können und mit ein bisschen Glück oder ein paar findigen Importeuren sollte das auch auf Sylt oder in St. Peter Ording klappen. Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein drittes Auto, damit die Strandflöhe aus den Siebzigern wieder komplett sind: Wie wär’s BMW, wann baut Mini endlich einen neuen Moke?



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