Schwede im neuen Stil: Mit diesem Luxusliner will Volvo sogar die neue E-Klasse alt aussehen lassen

Volvo S90Volvo nimmt endgültig Abschied von den nordischen Traditionen. Denn die Zeiten, in denen die Autos aus Göteborg so kantig waren wie Legosteine und so schlicht aber funktional wie die Möbel von Ikea, sind offenbar ein für allemal vorbei. Als wenn es dafür nach der Neuauflage des XC90 in diesem Sommer noch eines Beweises bedurft hätte, treiben die Schweden ihren Stilwechsel deshalb jetzt beim neuen Flaggschiff S90 auf die Spitze: Klar und clean aber trotzdem voller Leidenschaft gezeichnet und innen so nobel und modern gestaltet wie ein Designerhotel in Stockholm, gibt die Fünf-Meter-Limousine im Januar zur Premiere in Detroit den krassen Gegenentwurf zu Autos wie der Mercedes E-Klasse, die auf der gleichen Messe ihren Einstand gibt.

In den Handel kommt der S90 wohl noch vor den Sommerferien und die Preise dürften – genau wie bei Mercedes – in der Mitte der 40 000er beginnen. Und es gibt noch eine weitere parallele zur E-Klasse: Genau wie bei den Schwaben ist auch bei den Schweden zumindest in Europa der Kombi das wichtigere Modell und folgt deshalb in kurzem Abstand. Dabei hat Volvo sogar die Nase vorn und zeigt den V90 schon im März in Genf, während das T-Modell der E-Klasse erst im Oktober in Paris steht.

So unkonventionell wie das Design mit dem riesigen Grill, den T-Förmigen Tagfahrleuchten oder dem eigenwillig glatten Heck und das Ambiente mit dem riesigen, senkrechten Touchscreen in der Mittelkonsole, so eigenwillig ist auch der Antrieb der Limousine. Denn mit dem Wechsel auf die neue, Plattform beschränken sich die Schweden auf Vierzylinder-Motoren mit zwei Litern Hubraum und machen nur noch beim Sprit und beim Softwarestand für die Motorsteuerung einen Unterschied. Deshalb wird es genau wie beim XC90 zwei Diesel mit 190 oder 225 PS und zwei Benziner mit 254 oder 320 PS geben. Und für Überzeugungstäter mit schwerem Gasfuß kommt als gleichermaßen sportlichste wie sparsamste Variante der T8 mit Plug-In-Hybrid und 400 PS. Der sollte für den Spurt von 0 auf 100 km/h nicht viel mehr als fünf Sekunden brauchen und zumindest in der Norm mit weniger als zwei Litern zufrieden sein. Schließlich schafft er mindestens ein Drittel der Messdistanz ganz ohne Sprit.

Volvo will A6, Fünfer und E-Klasse aber nicht nur mit einem ganz eigenen Weg beim Design und der freiwilligen Selbstbeschränkung beim Antrieb kontern. Sondern auch die Schweden haben sich voll dem autonomen Fahren verschrieben und feiern den S90 als wichtigen Schritt in diese Richtung. Denn mit dem neuen Flaggschiff geht auch der neue Pilot Assist an den Start, der bis Tempo 130 alleine die Spur hält und sich dafür nicht einmal am Vordermann orientieren muss.

Während davon die Autofahrer überall in der entwickelten Welt profitieren werden, gibt es zumindest ein Detail, mit dem die Schweden doch auf ihre nordischen Eigenheiten Rücksicht nehmen. Denn als erstes Auto der Welt bremst der S90 nict nur automatisch für andere Fahrzeuge oder Fußgänger, sondern auch für Elche.



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