Volvo Concept Coupé: Der coole Schöne aus dem Norden

Volvo Concept Coupé: Die Studie wird die schwedische Marke auf der IAA in Frankfurt Mitte September enthüllen.

Rund ein Jahr ist der deutsche Designer Thomas Ingenlath nun Kreativchef bei der schwedischen Marke, da tritt er zum ersten Mal mit einer Arbeit für die Marke öffentlich in Erscheinung. Und wie! Concept Coupé heißt die Studie, die auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt (12. bis 22. September) gezeigt wird. Und schon jetzt ist klar, dass der lässig-elegante Zweitürer zu den Hinguckern der Show gehören wird. “Das Volvo Concept Coupé ist kein unrealistisches Traumauto”, sagt Ingenlath. “Es demonstriert vielmehr eindrucksvoll das Potential unserer neuen Produktplattform.” Um die, also um den technischen Unterbau, geht es nämlich eigentlich. Die Plattform trägt den wenig poetischen Namen skalierbare Produkt-Architektur, kurz SPA. Alle künftigen Modelle sollen auf dieser technologischen Basis aufbauen. Für Chefdesigner Ingenlath ist sie ebenfalls entscheidend. Denn “nur wenn die technische Basis stimmt, lässt sich eine Karosserie in den gewünschen Porportionen darauf aufbauen”, erklärt er.

Die gewünschten Proportionen bei Volvo seien zum Beispiel eine lange, flache Motorhaube und eine insgesamt gestreckte, schlanke Silhouette. Und um das Hinzukriegen, muss erst einmal der Abstand zwischen Vorderachse und Armaturenbrett groß genug sein – sonst wirkt das ganze Auto nunmal gestaucht und irgendwie pummelig.

Volvo-Cockpit: Alles auf einen Blick.

Ein Blick ins Innere der Studie zeigt, wie sich Volvo das Interieur der künftigen Modelle vorstellt, nämlich nobel und leicht unterkühlt. Skandinavisch eben. Die Instrumententafel ist mit Leder überzogen, es gibt Echtholz- und Metallverkleidungen und dazu einen Schalthebel aus handgefertigtem Kristall. Vor allem aber gibt es schlaue, moderne Bedienelemente. Der wirklich sehr große Touchscreen in der Mittelkonsole ist das Bedienzentrum für sämtliche Funktionen von Klimaanlage bis Navigation, von Infotainment bis hin zur Steuerung der Assistenzsyteme. Die relevanten Informationen von dort lassen sich auch ins Head-Up-Display einspielen, und damit direkt ins  Blickfeld des Fahrers.

Das neue technische Grundgerüst, so teilt Volvo mit, sei auch eine Voraussetzung für autonom fahrende Autos. Schon im nächsten Jahr wird der Hersteller eine autonome Lenkung vorstellen, die Unfälle vermeiden und den Fahrkomfort verbessern soll. Und noch vor dem Jahr 2020 soll der erste Volvo auf die Straße kommen, der das vollkommen autonome Fahren beherrscht.

Markante Leuchten: Wie die Frontscheinwerfer das Fahrzeuggesicht, so prägen die Rückleuchten die Heckansicht. des Konzeptwagens

Nicht nur Hightech-Elektronik und maximale Vernetzung soll der neue SPA-Baukasten erlauben, sondern auch eine große Bandbreite an Antrieben ermöglichen. In der Studie beispielsweise ist ein Plug-In-Hybridantrieb verbaut. Das System besteht aus einem 2-Liter-Vierzylinder-Benziner mit Kompressor- und Turboaufladung sowie aus einem Elektromotor an der Hinterachse. Der Antrieb entwickelt insgesamt eine Leistung von rund 400 PS und ein Maximaldrehmoment von etwa 600 Nm.

Das nächste neue Volvo-Serienmodell wird die neue Generation des SUVs XC 90 sein, die im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll. Das Auto ist zugleich das erste Modell der Marke, das auf der neuen Plattform basiert. Und das bestimmte Designelemente tragen wird, die jetzt bei der Studie schon zu sehen sind. Etwa die T-förmigen LED-Tagfahrlichter oder der leicht nach hinten versetzten Passagierkabine. “Wir arbeiten immer noch an der endgültigen Gestaltung des Kühlergrills und des Markenlogos, die wir mit dem neuen Volvo XC 90 im kommenden Jahr enthüllen werden”, sagt Ingenlath. Aber so weit darf man wohl vorgreifen: Wenn nicht alles täuscht, wird das Auto trotz seiner Größe ziemlich elegant und schneidig aussehen.

 


Monza Concept: Silberstreif am Opel-Horizont

Opel Monza Concept: Zum Abheben schick – die Studie für die IAA.

Wann hat man zuletzt Opel so selbstbewusst und stilsicher gesehen? Der Hersteller aus Rüsselsheim, dem in den vergangenen Jahren schon mehrfach das Ende vorausgesagt worden war, hat ganz offensichtlich die Kurve gekriegt und präsentiert sich auf der anstehenden IAA im September in Frankfurt so vital wie schon lange nicht mehr. Herzstück des Opel-Messeauftritts wird die Studie Monza Concept, die als das bündelt, was die Marke in Zukunft ausmachen soll. “Der Monza Concept stellt das Opel-Fahrzeug von morgen dar”, sagt Vorstandschef Karl-Thomas Neumann.

Besonders gilt das für die ruhige und elegante Formensprache des Wagens, der massiv und schlank zugleich wirkt. Die Frontparie des Konzeptautos deutet an, wie künftige Modelle der Marke aussehen könnten: klar gegliedert, schnörkellos und vor allem auf den ersten Blick als Opel erkennbar. Sieht man von Gimmicks wie den extragroßen Flügeltüren ab, wäre das Design ein richtig guter Ansatz für, sagen wir, die nächste Insignia-Generation.

Tag der offenen Tür: Die Flügeltür öffnet fast die komplette Breitseite des Autos. Einsteigen war nie bequemer.

Während manche äußere Details wie etwa die wuchtigen 21-Zoll-Räder oder eben die spektakulären Flügeltüren dem Showeffekt geschuldet sind, gehören manche Innovationen im Innenraum laut Opel durchaus zu den Neuheiten, die in Zukunft die Modelle der Marke prägen sollen. Etwa die LED-Projektionstechnik, die die komplette Armaturentafel zu einer frei konfigurierbaren Informations-, Bedien- und Unterhaltungsfläche werden lässt. Selbst Dekorelemente können durch die insgesamt 18 integrierten LED-Projektoren ganz nach Wunsch des Fahrers auf die Armaturenfläche gezaubert werden. Neumann sagt dazu: “Der Opel Monza Concept ist so nichts weniger als unsere Vision der automobilen Zukunft.”

4,69 Meter misst die Studie in der Länge, und mit nur 1,31 Meter Höhe duckt sich das Auto flach auf die Fahrbahn. Damit es im Innenraum des Viersitzers dennoch luftig und  aufgeräumt zugeht, wurde die Bodengruppe maximal abgesenkt, so dass trotz der flachen Silhouette ausreichend Kopffreiheit vorhanden ist und ein angenehmes Raumgefühl herrscht. Sogar den Kofferraum des Coupés haben die Entwickler bereits ausgemessen: er fasst ordentliche 500 Liter

Streck' dich: Lang und länger wird der Rücken des Coupés, der in einem eleganten Heckabschluss mündet.

Das Monza Concept ist so aufgebaut, dass es diverse Antriebssysteme beherbergen könnte. Im Showcar für die IAA-Bühne steckt ein Elektroantrieb mit einem Reichweitenverlängerer, also ein Konzept ganz ähnlich dem des Opel Ampera. Der Verbrennungsmotor zur Stromversorgung unterwegs ist in diesem Fall ein 1,0-Liter-Dreizylinder aus der neuesten Motorenfamilie von Opel, die ebenfalls auf der IAA debütiert. Allerdings läuft das Aggregat des Konzeptautos nicht mit Benzin, sondern mit Erdgas. Durch die Wahl dieses Kraftstoffs soll die CO2-Bilanz des Autos noch einen Tick besser werden, was allerdings gegenwärtig für die Autowelt irrelevant ist, den vorerst handelt es sich ja um ein Einzelstück, das vermutlich nur wenige Kilometer je aus eigener Kraft fahren wird.

“Wir haben eine klare Vision, wie Opel-Autos in Zukunft sein werden, und eine klare Strategie, mit der wir dieses Ziel verwirklichen”, sagt Opel-Chef Neumann. “Der Monza Concept gibt dieser Strategie ein unverwechselbares Gesicht.” Bleibt zu hoffen, dass daraus in den nächsten Jahren nicht nur ein cool-sportliches, sondern vor allem auch ein zufrieden lächelndes Gesicht wird.

 


BMW i8: Ist das der Sportwagen der Zukunft?

BMW i8: Mit diesem Auto glaubt BMW einen neuen sportlichen Überflieger im Angebot zu haben.

An Selbstbewusstsein mangelt es den Leuten bei BMW garantiert nicht. Das neue Hybridmodell i8, so tönen die Münchner Autobauer, sei “der progressivste Sportwagen unserer Zeit”. Der flache 2+2-Sitzer ist das zweite Modell der BMW-i-Sparte, in der zukunftsweisende Fahrzeuge mit alternativen Antriebskonzepten zu Hause sind. Erst vor zwei Wochen stellte BMW den Elektro-Kompaktwagen i3 vor, der noch in diesem Jahr zum Preis von 34.950 Euro als reines E-Mobil oder ab 39.950 Euro mit Elektromaschine und einem Benziner als Reichweitenverlängerer auf den Markt kommen soll. Jetzt folgten die ersten öffentlichen Testfahrten mit i8-Serienmodellen in Südfrankreich; die Autos waren allerdings noch mit weiß-blauen Spiralen beklebt, denn das finale Design soll erst auf der IAA Mitte September in Frankfurt enthüllt werden.

Vom endgültigen Designeindruck abgesehen sind jedoch die allermeisten Details des künftigen Hybrid-Sportwagens bereits bekannt. Und vor allem interessiert natürlich “der revolutionäre Ansatz”, der “zu einer einzigartigen Relation zwischen den Fahrleistungen und dem Kraftstoffverbrauch” führe, wie BMW mitteilt.

Hybrid-Feger: Ein Dreizylinder-Benziner und eine E-Maschine sorgen für Vortrieb.

Das Hybrid-System besteht aus einem Dreizylinder-Benziner mit Doppelturboaufladung und einer Leistung von 231 PS sowie einem Elektromotor mit 131 PS Leistung. Während der Benziner die Hinterräder antreibt, gibt die E-Maschine ihr Drehmoment an die Vorderräder ab. Die Energie für den E-Motor stammt aus einem Lithium-Ionen-Akku, der an jeder normalen Steckdose aufgeladen werden kann; es handelt sich also um ein so genanntes Plug-In-Hybridmodell. Dieses Antriebssystem ermöglich rein elektrisches Fahren mit einer Reichweite von maximal 35 Kilometern und einer Geschwindigkeit bis zu 120 km/h, als auch einen Allradvortrieb – wenn nämlich beide Aggregate aktiv sind. Im Schnitt soll der i8 lediglich 2,5 Liter Benzin je 100 Kilometer verbrauchen und 59 Gramm CO2 je Kilometer ausstoßen, doch diese Werte kann man gleich wieder vergessen, denn es handelt sich um Labordaten, die mit dem realen Autoalltag praktisch nichts zu tun haben. Fakt ist dennoch: Für einen 362 PS starken Sportwagen der in rund 4,5 Sekunden von 0 auf Tempo 100 schießen kann, dürfte der i8 vergleichsweise spritsparend sein.

Schnittiger Abgang: Man erkennt noch nicht viel, aber so viel lässt sich schon sagen – nämlich dass der i8 ein ziemlich rassiges Auto ist.

Zumal der Wagen durchaus stattliches Format hat: Das Auto ist knapp 4,70 Meter lang, 1,94 Meter breit und beinahe 1,30 Meter hoch. Dank einer Mischbauweise aus Aluminium und Karbon wiegt das Auto trotz des Extragewichts von E-Maschine und Akkupaket fahrbereit etwas weniger als 1500 Kilogramm, was durchaus respektabel ist. Der aktuelle Porsche 911 Carrera mit herkömmlicher Motorisierung wiegt kaum weniger.

Serienmäßig wird der i8 mit 20-Zoll-Aluminiumrädern antreten, und um auch hier Gewicht zu sparen, sind zum Beispiel Schrauben und Bolzen ebenfalls aus Alu gefertigt. Erstmals bei einem Serienauto kommt im neuen BMW-Sportwagen auch chemisch gehärtetes Glas zum Einsatz. Die beiden nur 0,7 Millimeter dicken Scheiben zwischen Fahrgastzelle und Gepäckraum, zwischen denen eine spezielle Akustikfolie eingelegt ist, wiegen nur rund halb soviel wie eine Scheibe aus herkömmlichen Autoglas. Natürlich verfügt das Auto auch über diverse Fahrprogramme, ein adaptives Fahrwerk und alle anderen Sportwagen-Features, die momentan den Stand der Technik bedeuten.

Ein wichtiges Detail hat BMW aber noch nicht genannt, und das könnte die auf den ersten Blick so schöne und effiziente neue Autowelt dann doch etwas unwirklich erscheinen lassen: es ist der Preis.


Virtuelles Filmauto: Audi macht auf Science Fiction

Audi Fleet Shuttle Quattro: Ein merkwürdiger Name für ein merkwürdiges Auto, dass außerdem ausschließlich im Computer existiert.

Die Erde wurde von feindlichen Außerirdischen angegriffen, doch noch gibt es Widerstandsgeist auf dem Planeten. Die Menschen erwarten eine zweite Attacke, doch diesmal wollen sie vorbereitet sein und sich um jeden Preis verteidigen. Dazu beginnt ein gigantisches Trainingsprogramm, in dem der Schüler Ender Wiggin den Militärs besonders auffällt. Er soll die Menschheit in ihre Schicksalskampf führen… Das ist ganz grob gesagt die Story des Bestsellers “Ender’s Game” von Orson Scott Card, der jetzt verfilmt wurde und am 24. Oktober in den deutschen Kinos starten soll. In den Hauptrollen des Science-Fiction-Films sind unter anderem Asa Butterfield, Hailee Steinfeld, Ben Kingsley, Viola Davis, Abigail Breslin und Harrison Ford zu sehen (Drehbuch und Regie: Gavin Hood). Und es gibt auch einen automobilen Star der Zukunftsstory: einen flachen, breiten und vollkommen undezent aussehenden Audi, der den seltsamen Namen Fleet Shuttle Quattro trägt.

Flügeltürer: Auch in der Zukunft greifen Autobauer nach der Audi-Vision auf eine alte aber immer wieder effektvolle Methode der Türmechanik zurück.

Entwickelt wurde der futuristische Audi von den Designern der Marke – und zwar komplett am Computer. Und genau diesen gigantischen Datensatz des Autos bauten die Filmmacher per Digitaltechnik in ihr Werk ein. Es ist das erste Mal, dass ein Audi-Modell rein virtuell in einer Hollywood-Produktion mitmischt. “Der Audi im Film steht für Fortschritt und taucht in besonderen Schlüsselszenen auf, die das Leben des Protagonisten nachhaltig prägen”, sagt Audi-Marketingmann Florian Zitzlsperger.

Für Autobauer und Filmemacher eröffnen die neuen digitalen Möglichkeiten eine geradezu rosige Zukunft. Denn im Prinzip lässt sich jedes noch so abgedrehte Gefährt auf eine bestimmte Marke hin zuschneidern, mit den nötigen Erkennungsmerkmalen versehen und dann in einen Film einfügen, ohne dass auch nur ein Schweißpunkt gesetzt oder ein Blech gebogen werden musste.

Flacher Abgang: Wären nicht die roten Lichter am Heck, so ganz genau könnte man vorne und hinten bei diesem Auto nicht unterscheiden.

Für Kreative eröffnet das gänzlich neue Möglichkeiten, und für die Controller wird ein Filmengagement auch wieder interessanter, denn ein digitales Filmauto ist vermutlich erheblich billiger zu realisieren als ein reales Modell, das womöglich auch noch voll funktionsfähig sein muss. Obwohl das Geld bei Audi nun eigentlich nicht das Problem sein dürfte, die Marke scheffelte allein im vergangenen Jahr einen Gewinn von 5,4 Milliarden Euro.