Mercedes S-Klasse: Die neue Spa-Klasse

Luxus in Lack, Leder und LED: Selbst im Schummerlicht zeigt das Interieur der S-Klasse ein beeindruckendes Ambiente.

Die Straßen werden immer voller, der Verkehr wird immer dichter und der Alltag immer stressiger – da kommt es in einem Auto nicht mehr allein auf die Fahrleistungen an. „Das Auto wird vom Fahrzeug zunehmend zum Lebensraum“, sagt Daimler-Forscher Götz Renner. Und in dieser Umgebung wollen es die Schwaben ihren Kunden so angenehm wie möglich machen. Vor allem, wenn es um die S-Klasse geht. Die große Mercedes-Baureihe gilt als Inbegriff der Luxuslimousine und das neue Flaggschiff der Schwaben soll künftig nicht nur mit Fahrkomfort auf höchstem Niveau glänzen, sondern mit zahlreichen neuen Komfort-Funktionen zum Wellnesstempel auf Rädern werden. S wie Spa lautet die Devise, wenn gestresste Chefs im Fond oder Jungmanager hinter dem Lenkrad – zwischen zwei eiligen Geschäftsterminen, versteht sich – mal so richtig ausspannen wollen.

Dafür sorgt zum einen die neue Sitzanlage mit zahlreichen Wohlfühlfunktionen: Die Klimatisierung der Lederbestuhlung beispielsweise wurde verbessert und wenn dazu noch die 14 Luftkissen den Rücken kneten, soll der Effekt einer so genannten Hot-Stone-Massage auftreten. Zudem gibt es im Fond neue Komfortsitze, die in der teuersten Ausbaustufe vergleichbar sind mit den First-Class-Sitzen aus dem verblichenen Maybach. Wer den Beifahrfrersitz ganz weit nach vorn surren lässt, die Lehne des rechten Rücksitzes wiederum flach legt und dazu noch die Fußstütze ausklappt, dem kann die Fahrt gar nicht lange genug dauern.

Einfach dufte: Aus einem Parfümspeder im Handschuhfach nebeln vier spezielle S-Klasse-Düfte.

Ebenfalls ein Gruß aus dem Maybach ist der neue Duftspender, den Mercedes gegen Aufpreis im Handschuhfach integriert: Vier verschiedene Parfums wurden eigens für die S-Klasse komponiert. Sie sollen, so der Hersteller, die unterschiedliche Lebens- und Freizeitwelten des typischen S-Klasse-Klientels repräsentierten und die Insassen in die gewünschte Stimmung bringen.

Mercedes will mit der neuen S-Klasse aber nicht nur die Sinne stimulieren und die Entspannung fördern, sondern der Wohlfühl-Tempel wird außerdem auch noch zu einer Multi-Media-Lounge auf Rädern. Nicht nur die Passagiere im Fond schauen auf zwei riesige Monitore, die aussehen wie iPads, sich aber leider nicht wie diese intuitiv mit den Fingerkuppen bedienen lassen. Auch der Fahrer sitzt in einer völlig digitalen Welt: Wo bislang die klassischen Rundinstrumente informierten, prangen jetzt zwei riesige Monitore von jeweils mehr als 30 Zentimetern Bildschirmdiagonale, die unter ihrem Hochglanz-Deckglas und im silbernen Rahmen scheinbar vor dem Armaturenbrett schweben. Auf den Bildschirmen werden die Cockpitinstrumente simuliert (links) und rechts die brillantesten Grafiken und Animationen angezeigt, die man im Auto bislang gesehen hat. Dazu gehören neben einer verbesserten 3D-Navigation und Google-Fotos für den gesamten Globus auch weitere Apps aus dem Mercedes-Store, eine individuelle Bedienungsanleitung sowie ein Media-Player für Musik und Filme. Das alles sieht so vornehm und hochwertig aus, dass ausgerechnet die einzige analoge Anzeige – die aufwändig veredelte Uhr in der Mittelkonsole – fast billig wirkt wie aus dem Kaugummi-Automaten.

Luxus im Liegen: Der Sitz hinten rechts erinnert an die Business-Klasse im Flugzeug.

Neben den bunt flimmernden Bildschirmen bringen auch dutzende LED-Elementemehr  Farbe ins Spiel als je zuvor. Vor allem mit Rücksicht auf die Kunden aus fernen Kulturkreisen setzt Mercedes verstärkt auf eine Ambiente-Beleuchtung und lässt den Besitzern dabei mehr Spielraum als je zuvor: Gab es früher lediglich weißes oder bernsteinfarbenes Licht, erstrahlt die Luxuslimousine nun von innen auch blau wie ein eisiger Diamant oder feurig wie die Morgenröte.

Mit den erstaunlich großen Monitoren und dem monumentalen Drehschalter auf der Mittelkonsole wirkt das Interieur der S-Klasse so clean und aufgeräumt wie nie zuvor. Doch darf man sich nicht der Illusion von einem einfachen und schlichten Bediensystem hingeben: Wer genau hinschaut, findet noch immer mehr als 150 Schalter und Taster, die nun aber fast alle mit einer Perleffekt-Oberfläche verziert sind und sich elegant in diversen Konsolen tarnen – zumindest bis auf die drei Kunststoffdrücker, die ausgerechnet so präsent im Hochglanz-Cockpit platziert sind, als hätte sich dafür nirgendwo anders im Auto ein passender Platz gefunden.

Hightech-Duftspender, Hot-Stone-Massage, Liegesitze und Bildschirme in HD-Qualität: Wer die Entwickler über die neue S-Klasse reden hört, der glaubt kaum mehr, dass es dabei um ein Auto geht. Denn vom Fahren ist bislang noch nicht die Rede. „Keine Sorge“, sagt einer der Ingenieure, „auch da wird die S-Klasse ihrem Ruf als beste Limousine der Welt wieder gerecht werden. In ein paar Monaten werden wir das auch allen beweisen.“



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