Ford Atlas Concept: Der Pickup von morgen

Ford Atlas Concept: Auf der Autoshow in Detroit zeigte Ford mit dieser Studie, wie die Zukunft der Pickup-Baureihe F-150 aussehen könnte.

Seit Jahrzehnten sind die Pickups der Serie F von Ford die meistverkauften Autos in den USA, auch im vergangenen Jahr war das so. Logisch, dass die Marke alles daran setzt, dass das auch so bleibt, gerade jetzt, wo sich der US-Automarkt erholt hat und der schärfste Konkurrent Chevrolet das Modell Silverado – den ewigen zweiten der Pickup-Bestsellerliste – runderneuert hat. Und so debütiert auf der gegenwärtig stattfindenden Autoshow in Detroit nicht nur der wuchtige Silverado, sondern dort enthüllte Ford jetzt auch eine Studie namens Atlas Concept.

“Das Auto ist ein Vorgeschmack auf all jene Innovationen, mit denen wir all das verändern werden, was Menschen in Zukunft von einem Pickup erwarten”, sagte Raj Nair, der weltweit verantwortliche Produktentwickler des Ford-Konzerns. Der Wagen sieht auf den ersten Blick so aus, als sei er noch nicht komplett ausgepackt – wie ein Geschenk, an dem noch Papier- und Kartonfetzen hängen. Doch dieser grobe, vielleicht sogar ungeschlachte Optik ist erwünscht. Designchef J Mays nennt sie den “Built Tough”-Look.

Schlaue Pritsche: In die bei der Studie blau beleuchtete Ladefläche sind geschickt verborgene Verzurrösen und mehrere Steckdosen integriert.

Im Innenraum des Minilasters gibt es ein modern anmutendes Cockpit, die bekannt klobigen Bedienelemente – die die Knöpfe und Schalter sollen auch von Händen in dicken Handschuhen zu greifen sein – sowie extra schlank geformte Sitze. Das wiederum schafft Platz in der zweiten Reihe.

Erstmals spielt auch das Thema Kraftstoffersparnis bei einem F-Truck von Ford eine zentrale Rolle. Als Antrieb kommen die so genannten Ecoboost-Motoren zum Einsatz, allesamt Benzin-Direkteinspritzer mit Turboaufladung und einem speziell auf leichte Nutzfahrzeuge abgestimmten Start-Stopp-System. Neu an der Studie sind darüber hinaus automatische Klappen am Kühlergrill, die sich je nach Kühlluftbedarf öffnen oder schließen und so die Aerodynamik des Autos verbessern. Ebenso gibt es Klappen in den Rädern, die sich bei höheren Geschwindigkeiten selbsttätig schließen und so die Verwirbelungen an den Felgen minimieren. Auch ein ausfahrbarer Spoiler unter der Frontpartie und in Fahrt automatisch einfahrende Trittbretter sollen dabei helfen, die Windschlüpfigkeit der Karosserie zu steigern und damit den Spritverbrauch zu senken.

Arbeitsplatz: Im Cockpit wird deutlich, dass Ford den Pickup noch immer in erster Linie aus Arbeitsgerät versteht.

In Summe sollen neue Motoren und aerodynamischer Feinschliff den Verbrauch des Pickups um bis zu 20 Prozent drücken. Gerade gewerbliche Nutzer dürfte dies erheblich interessieren, denn die Spritpreise werden auch in den USA wohl nicht mehr fallen.

Das Atlas Concept bietet noch ein paar weitere Innovationen, auf die sich künftige F-150-Kunden schon einmal freuen dürfen. Unter anderem eine hintere Ladeklappe mit integrierten Tritten und mit der Funktion, dass die Klappe auch als Verlängerung der Ladefläche fixiert werden kann. Sodann gibt es eine optische Hilfe im Zentraldisplay, damit das Ankuppeln eines Anhängers nicht zum Geduldsspiel wird. Außerdem wird eine 360-Grad-Kamera verfügbar sein, die es dem Fahrer ermöglicht, den Pickup quasi aus der Vogelperspektive wahrzunehmen, damit auch knifflige Rangiermanöver gelingen. Dazu gibt es LED-Scheinwerfer vorn und hinten, eine LED-Beleuchtung der Ladefläche sowie unterhalb der Pritsche verborgene Ladehilfen, die sich ausziehen lassen um zum Beispiel Mountainbikes oder Schubkarren rasch und problemlos aufladen zu können. Offiziell nannte Ford noch kein Datum für den Serienstart der neuen Pickup-Generation, doch das Auto sieht bereits so fertig aus, dass vermutlich schon auf der nächsten Autoshow in Detroit im Januar 2014 die aus dem Atlas Concept hervorgehende, neue Ford F-Serie stehen wird.



Einen Kommentar hinterlassen