Flotter Fuffziger: So macht sich AMG fit für den runden Geburtstag

Jungrbunnen und Hoffnungsträger: Mit dem A45 will AMG neue Kunden erobern und gegen Autos wie den Audi RS3 antreten.

Es dauert zwar noch fünf Jahre: Doch Firmenchef Ola Källenius macht AMG schon jetzt fit für den 50. Geburtstag. Als gelte es, die Midlife-Krise zu bekämpfen, hat er den schnellen Mercedes-Ableger ein stolzes Wachstumsprogramm verordnet und will den Absatz von zuletzt 20 000 bis 2017 auf mehr als 30 000 Autos steigern. Dafür wird nicht nur das Händlernetz wachsen. Sondern vor allem soll die Modellpalette von heute 22 auf mindestens 30 AMG-Fahrzeuge ausgeweitet werden.

Die größten Hoffnungen macht sich Källenius für das kleinste Auto. Denn zum ersten Mal nehmen sich die schnellen Schwaben nun auch der A-Klasse an. Sie haben nicht nur ein Styling-Paket fürs Serienmodell entwickelt und dem A 250 als Sportmodell ein wenig auf die Sprünge geholfen. Sondern nächstes Frühjahr in Genf enthüllen sie den A 45 AMG und sagen damit Autos wie dem Audi RS3 und dem 1er M Coupé den Kampf an.

Für den A45 haben die AMG-Ingenieure ihren ersten Vierzylinder der Neuzeit entwickelt. Aus zwei Litern Hubraum wollen sie dank Turbo und Direkteinspritzung rund 340 PS und mehr als 400 Nm holen und damit auch das Spitzentempo von 250 km/ knacken. Weil der Motor so stark ist, dass er seine Kraft nur über die Vorderräder gar nicht auf den Boden bekäme, gibt es zudem das erste Mal bei einem AMG-Modell diesseits von M- oder G-Klasse einen Allradantrieb. „Das können wir uns künftig auch in anderen Baureihen vorstellen“, so Källenius weiter.

Acht neue in fünf Jahren: Wenn die Mercedes-Pläne aufgehen, gibt es bald 30 AMG-Modelle.

Mit knapp 50 000 Euro rund 20 00 Euro günstiger als der bisher billigste AMG aus der C-Klasse soll der A 45 nicht nur die Konkurrenz düpieren, sondern vor allem neue Kunden zur Marke locken. „Dann können sich auch Menschen unsere Autos leisten, die bislang nur davon geträumt haben“, sagt Källenius. Aber der A45 AMG hat noch eine andere Aufgabe: Er wird zum Saubermann und soll dafür sorgen, dass der Flottenverbrauch bei AMG weiter sinkt. Ging der CO2-Ausstoß in den letzten vier Jahren schon um 25 Prozent zurück, will Källenius ihn bis zum 50. Geburtstag um weitere 20 Prozent drücken und die 200 g/km-Marke knacken.

Kleiner, billiger, sparsamer – das allein sind aber nicht die Werte, über die sich AMG in den nächsten Jahren definieren will. Sondern natürlich lässt Källenius auch die Muskeln spielen. Drei der mindestens acht Neuheiten stehen zwar auf der modularen Frontantriebsplattform. Aber zu den restlichen zählen neben vorhersehbaren PS-Premieren wie dem CLS Shooting Break im AMG-Trimm auch eine „Black Series“-Version für den SLS und vor allem ein kleiner Bruder des Flügeltürers. Er läuft unter dem Arbeitstitel SLC und soll Autos wie dem Porsche 911 einheizen, deutet Källenius an: Der SLS hat aus dem Stand so gut eingeschlagen, dass wir alle Blut geleckt haben.“



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