VW Golf GTI Cabrio: Premiere für eine eilige Luftnummer

Bekanntes Gesicht: Wabengrill mit rotem Rahmen - das gehört zum Golf GTI, auch wenn er oben ohne fährt.

Jetzt aber schnell: Kurz bevor VW im September auf dem Autosalon in Paris den neuen Golf enthüllt, spendieren die Niedersachsen der aktuellen Generation noch einmal einen Superlativ und bringen den Bestseller Ende Juni erstmals als GTI Cabrio in den Handel. Das ist nicht nur die erste Open-Air-Version des sportlichen Golf-Ablegers in fast 40 Jahren GTI-Geschichte, sondern mit 210 PS und 237 km/h wird der Kraftmeier zugleich zum bislang schnellsten Cabrio in den Golf-Annalen. Allerdings hat dieses Vergnügen einen stattlichen Preis: 31.350 Euro kostet die eilige Luftnummer und ist damit um rund 5000 Euro teurer als die bislang stärkste Cabrio-Variante mit 160 PS.

Für den nötigen Fahrtwind sorgt – wie im geschlossenen Modell – der zwei Liter große TSI-Motor mit 210 PS. Der Vierzylinder-Turbo entwickelt ein maximales Drehmoment von 280 Nm, das bereits bei 1700 Touren anliegt. So kann man ganz genüsslich und gelassen über die Landstraßen cruisen und trotzdem in jeder Lebenslage die nötige Leistung abrufen: Einmal beherzt aufs Pedal getreten, schon fängt der Vierzylinder an wütend  zu knurren, die Drehzahl

Eiliger Abgang: Mit maximal 237 km/h stürmt das GTI Cabrio dem Generationswechsel des Golf entgegen.

schnellt in die Höhe und man wischt mühelos am Vorausfahrenden vorbei. Der GTI sprintet im besten Fall in 7,3 Sekunden auf Tempo 100 und stürmt auf der Autobahn so lange voran, bis die Tachonadel schon fast an der 250er-Marke kratzt. Je höher allerdings Drehzahl und Tempo getrieben werden, desto beweglicher zeigt sich auch die Tanknadel: Die 7,6 Liter Normverbrauch jedenfalls kann man bei gattungsgerechtem GTI-Betrieb getrost vergessen.

Wie jeder Golf GTI trägt auch das Cabrio die klassischen Insignien des automobilen Breitensports: Es gibt wie eh und je den rot eingefassten Wabenkühlergrill, spezielle „Denver“-Felgen mit betont breiten Reifen, neue Schürzen und Schweller sowie einen Heckdiffusor, aus dem frech die geänderten Endrohre ragen. Und natürlich sitzt man auch im Golf GTI Cabrio auf Wunsch auf den traditionellen Sportsitzen mit Karo-Muster. Klassisch ist auch das Stoffverdeck, das nach wie vor zu den schnellsten Systemen des Markts zählt: 9,5 Sekunden genügen dem Golf zum Striptease, der Sommer kann also kommen.

Willkommen daheim: Wer in einen Golf steigt, erlebt keine Überraschungen - auch nicht im GTI.

Aber GTI heißt bei VW längst nicht mehr nur Motor und Maskerade. Sondern für die nötige Dynamik gibt es auch ein strammer abgestimmtes Fahrwerk sowie die elektronische Quersperre XDS, die noch mehr Spaß in Kurven bringt. Sie bremst bei forcierter Fahrt das kurveninnere Vorderrad ein wenig ab, dreht den Wagen so noch schneller ein und kompensiert das Untersteuern, das viele Fronttriebler ein wenig träge erscheinen lässt. Wer dann noch das adaptive Fahrwerk mit variablen Dämpfern bestellt, der erlebt den GTI als knackig, trocken und meilenweit entfernt von der zementierten Langeweile, die den gewöhnlichen Golf sonst so erfolgreich macht.

Wer mit dem GTI Cabrio Staat machen möchte, der muss sich allerdings ein wenig beeilen. Denn nur wenige Monate nach der offenen Version des Bestsellers lanciert VW bereits den nagelneuen Golf, nämlich die siebte Generation der Baureihe. Kaum im Handel, wird der luftige Sportler so über Nacht quasi zum fabrikneuen Oldtimer.



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