Porsche 918 RSR: Der Hybrid-Hammer

Porsche 918 RSR: Ein High-End-Hybrid-Supersportwagen aus Zuffenhausen.

Der Porsche 918 Spyder, eine auf dem Genfer Autosalon 2010 vorgestellte Studie eines Extrem-Roadsters mit Hybridantrieb, hat bereits grünes Licht erhalten. Das Auto wird gebaut und voraussichtlich ab 2014 für einen Stückpreis von rund 500.000 Euro verkauft. Auf der Detroit Autoshow, die gerade begonnen hat, stellt Porsche dem offenen Supersportler jetzt eine geschlossene Rennsport-Variante an die Seite: den Porsche 918 RSR – ebenfalls mit Hybridantrieb, jedoch jener Technik, die bereits im Hybrid-Renner 911 GT3 R Hybrid ihren Einstand gab. Die Porsche-Verantwortlichen sprechen bei dem in Detroit enthüllten Auto von einem “Rennlabor”. Das soll wissenschaftlich klingen, doch tatsächlich ist der 918 RSR nichts weiter als die Fortführung der altbewährten Vollgas-Hochleistungs-Mentalität mit anderen Mitteln.

Der Antrieb des im Farbton “Liquid Metal Chromblau” lackierten Renners aus Kohlefaser-verstärktem Kunststoff ist eine Kombination aus einem V8-Direkteinspritzer-Rennmotor mit einer Leistung von 563 PS sowie zwei Elektromotoren an den Vorderrädern, die jeweils 102 PS leisten. Macht zusammen 767 PS. Gespeichert wird die beim Bremsen über die Elektromotoren, die dann als Generatoren fungieren, gewonnene Energie in einem Schwungmassenspeicher – schwere und teure Akkus sind also nicht an Bord, obwohl die Kosten bei diesem Auto die geringste Rolle spielen dürften.

Energie pur: Der Wagen erinnert ein wenig an das legendären Porsche 917 Kurzheck-Coupé; jedenfalls sieht er hinreißend aus.

Im Innenraum geht es nobel, aber zugleich rennsportmäßig puristisch zu. Der Schalensitz ist mit braunem Leder bezogen, auf der Mittelkonsole gibt es klassische Kippschalter. Und dort, wo sonst der Beifahrersitz platziert ist, hockt jetzt der Schwungradspeicher. In dessen innern kreist ein Rotor mit bis zu 36.000 Umdrehungen pro Minute und speichert so Energie, die der Fahrer per Knopfdruck abrufen kann – etwa beim Überholen oder beim Herausbeschleunigen aus Kurven. Sodann wird das Schwungrad elektromagnetisch abgebremst und liefert so Energie an die beiden Elektromotoren an der Vorderachse. Rotiert das Schwungrad mit Höchstdrehzahl, steht die Maximalleistung von zweimal 102 PS für rund acht Sekunden zur Verfügung. Das klingt wenig, ist aber auf der Rennstrecke eine kleine Ewigkeit.

Die Startnummer 22 übrigens, die den Porsche 918 RSR ziert, ist eine kleine Erinnerung an jenen Le-Mans-Rennwagen von 1971, ein Porsche 917 Kurzheck-Coupé, mit dem Helmut Marko und Gijs van Lennep beim 24-Stunden-Klassiker triumphierten und dabei exakt 5335,313 Kilometer zurücklegten, was eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 222,304 km/h bedeutete. Die Marke hielt bis 2010. Und jetzt steht ja praktisch schon ein neuer Renner bereit, um den Rekord wieder nach Zuffenhausen zu holen.



Einen Kommentar hinterlassen