Speedweek in Bonneville: Suzuki im Temporausch

Feuerspeier: Seit Mai wurde ein Suzuki Kizashi zum Tempobolzer umgebaut – und zwar sehr gründlich.

Für Suzuki ist die Mittelklasse-Limousine Kizashi, die in Japan, in den USA und in der Schweiz bereits seit einigen Monaten verkauft wird, ein wichtiges Modell. Deshalb, weil sich die Marke vom Image als ewiger Klein- und Kleinstwagenhersteller emanzipieren will. Und damit es auch wirklich auffällt, dass es einen 4,65 Meter langen Suzuki gibt, der kein Geländewagen ist, hat sich das Unternehmen etwas Besonderes ausgedacht: Seit Mai diesen Jahres arbeiten die US-Tuner Richard Holdener und Tom Habrzyk mit ihrem Team an einem Kizashi, um ihn fit zu machen für einen Angriff auf die 200-mph-Marke (also rund 320 km/h) bei der Speedweek in Bonneville, der legendären Salzsee-Raserei im US-Staat Utah.

Das Auto wurde komplett entkernt, mit einem vom Veranstalter in Bonneville vorgeschriebenen Überrollkäfig ausgestattet sowie einem Spezialsitz, auf dem beim Rekordversuch Sam Mitani Platz nehmen wird. Sein Job wird es sein, die rund 500 PS (im Boost-Modus rund 900 PS) des aufwändig getunten 2,4-Liter-Vierzylindermotors (der im Serienauto 185 PS leistet) zielstrebig zu mobilisieren und in eine Richtung zu lenken. Ein überarbeiteter Zylinderkopf, geschmiedete Kolben und Pleuel und ein geradezu bösartiger Turbo mit spezieller Kühlung sorgen mit diversen weiteren Veränderungen für den horrenden Leistungszuwachs.

Logisch, dass auch Fahrwerk und Bremsen erheblich verstärkt und den gewaltigen Aufgaben, die da auf sie zukommen werden, angepasst wurden. Die Fensterscheiben wurde mit speziellen Halterungen versehen, damit das Glas auch bei mehr als 300 km/h an seinem Platz bleibt, und natürlich gibt es auch zusätzliche Verankerungen für die Motorhaube.

Suzuki Kizashi: Wären die großen Aufkleber nicht, man würde kaum erkennen, dass in dieser Limousine ein Salzsee-Renner steckt.

Für alle Fälle ist auch ein Bremsfallschirm an Bord, genauer – der textile Anker ist in einer Box am Kofferraumdeckel untergebracht. Erst Anfang August war das Auto startklar, es blieb also nicht viel Zeit, um das Fahrwerk abzustimmen und sich mit dem Antrieb anzufreunden.

Der normale Suzuki Kizashi mit der handelsüblichen Technik wird übrigens ab Spätherbst auch in Deutschland verkauft. Mindestens 26.900 Euro soll das Auto kosten, und in der Klasse von Peugeot 407, Toyota Avensis oder Mazda 6 mitmischen. Wenn während der Speedweek alles funktioniert wie geplant, kann der Kizashi dann auch noch mit dem “Bonneville-Pfund” wuchern.



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