Mercedes E-Klasse XXL: Luxus am laufenden Meter

Langer Lulatsch: Während Mercedes die E-Klasse für China um 14 Zentimeter verlängert, setzt die Firma Binz ein 1,10 Meter langes Stück ein - samt Türen und dritter Sitzreihe. So wächst die E-Klasse auf 5,98 Meter und macht sogar dem Maybach Konkurrenz.

Las Vegas, Los Angeles – Lorch? Ja genau: Lorch. Denn nicht nur in den Glamour-Metropolen dieser Welt versteht man sich auf den Bau von Stretchlimousinen. Auch in der württembergischen Proviz weiß man, dass Länge läuft. Schließlich baut die Nachbarn von Firma seit mehr als 70 Jahren Sonderfahrzeuge, die nicht nur für den Kranken- oder Leichentransport, sondern auch für die bequeme Reise von Königen, Konzernchefs und Showstars gedacht sind. Als Basis dafür dient den Karosseriebauern des Unternehmens meist die E-Klasse, die in Lorch schon als Pickup, XXL-Limousine und als Kombi mit sechs Türen auf die Räder gestellt wurde. Nun haben sich die Württemberger das aktuelle Modell geschnappt und davon eine besonders imposante Langversion aufgelegt. Wo das Original auf 2,87 Meter Radstand und 4,87 Meter Länge kommt und die kürzlich in Peking enthüllte China-Version lediglich 14 Zentimeter mehr misst, macht die Dehnübung bei Binz den Wagen um stolze 1,10 Meter länger. Mit 3,96 Metern zwischen den Achsen und 5,98 Metern zwischen den Stoßstangen stellt der Lindwurm aus Lorch sogar den Maybach in den Schatten – zumindest den kürzeren Maybach 57.

Ganz so feudal wie in dem Luxusliner geht es beim Binz-Modell zwar nicht zu, doch wird während des sechs- bis achtwöchigen Umbaus mehr getan als nur die Karosserie verlängert. Auf Wunsch gibt es beispielsweise ein großes Panoramadach, kleine Kühlschränke für die allfälligen Erfrischungen oder eine Video-Anlage. Außerdem bietet Binz ein serienmäßige Besonderheit, nach der man bei Maybach und Mercedes selbst auf der Aufpreisliste vergebens sucht: Zwei zusätzliche Türen im Mittelstück nämlich. Drinnen dann gibt es entweder jede Menge Beinfreiheit, zwei zusätzliche Einzelsitze in Fahrtrichtung oder eine dritte Bank, von der aus der Blick nach hinten geht.

Unter der Haube bleibt alles beim Alten. Dort haben die Kunden die Wahl zwischen dem 204 PS starken Vierzylinder aus dem E 250 CDI, dem V6 mit 292 PS aus dem E 350 CGI und dem Achtzylinder aus dem E 500, der 388 PS leistet. Die Aggregate müssen allerdings bei einem Leergewicht der Langversion von 2,1 Tonnen und einer Zuladung von bis zu 600 Kilogramm deutlich mehr Masse bewegen. Deshalb ist das Spitzentempo vorsorglich auf 210 km/h limitiert.

Obwohl sich der Preis der Lang- gegenüber der Normalversion glatt verdoppelt und der billigste Benz von Binz fast 120.000 Euro kostet, ist das Interesse von Hotels, Hochzeitsagenturen, Fahrdiensten und Konzernzentralen offenbar groß. Bereits von der letzten Generation der E-Klasse lieferte das Unternehmen mehr als 600 Langversionen aus. Und jetzt, wenige Tage nach dem Debüt der aktuellen Variante, sind schon wieder die ersten 35 Autos verkauft – und 30 weitere bestellt.



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