Hulme CanAm: Exklusiver Exot vom anderen Ende der Welt

Böser Blick: Flach und aggresiv wird sich der Hulme CanAm in den Rückspiegel drängen. Andererseits: Bei weltweit nur 20 Exemplaren ist das Risiko einer Begegnung ausgesprochen gering.

Neuseeland kennt man hierzulande wegen der Kiwis, den Schafen und dem Herrn der Ringe. Doch kommt aus dem fernen Land auch Kunde in Sachen PS-Business. Eine Gruppe von Enthusiasten und Investoren plant unter dem Firmennamen „Hulme“ einen neuen Supersportwagen, der im nächsten Sommer an den Start gehen soll und ab sofort bestellt werden kann. Der Name der Firma ist Programm: Er erinnert an Dany Hulme, der als erster und einziger Neuseeländer bislang im Jahr 1967 die Formel-1-Weltmeisterschaft gewannen. Auch Farbe und Bezeichnung des Autos haben die Entwickler mit Bedacht gewählt: Der auf 20 Exemplare limitierte Zweisitzer heißt CanAm wie die Rennserie, in der Hulme 1968 und 1970 siegte, und ist im gleichen feurigen Orange lackiert wie sein damaliger Dienstwagen.

Das allerdings sind die einzigen Brücken in die Vergangenheit. Denn Design und Technik stammen aus dem Hier und Jetzt. So haben an der windschnittigen Form jene Ingenieure mitgearbeitet, die auch die Yacht für den Sieg der Neuseeländer im America’s Cup entworfen haben. Die Karosserie ist wie das Chassis komplett aus Karbon gebacken, und der Motor stammt von Chevrolet. Er hat sieben Liter Hubraum, kommt auf 600 PS und geht mit bis zu 600 Nm zu Werke. Geregelt über ein sechsstufiges Renngetriebe soll er den nicht einmal 1000 Kilo schweren Flügelstürmer in weniger als 3,5 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen und eine Spitzengeschwindigkeit jenseits von 320 km/h ermöglichen.

Erstes Rollout: Noch fahren nur die Entwickler, doch im nächsten Sommer dürfen auch Interessenten ans Steuer. Allerdings erst, wenn sie gut 10.000 Euro Anzahlung geleistet haben.

Extrem stark, extrem schnell und extrem selten – diese Eigenschaften machen den CanAm auch zu einem extrem teuren Vergnügen: Schon die Anzahlung beträgt mehr als 10.000 Euro, und wer den Wagen nach einer privaten Probefahrt beim Festival of Speed im kommenden Jahr im englischen Goodwood tatsächlich kaufen möchte, muss mehr als 320.000 Euro überweisen – plus Steuern versteht sich. Dafür gibt es allerdings nicht nur das Auto und ein maßstabsgerechtes Modellfahrzeug im gleichen Trimm. Sondern auch eine Woche Luxusurlaub in Neuseeland für zwei Personen. Während Madame dann nach Schafen und Kiwis und vielleicht auch ein paar Hobbits schaut, läßt sich der künftige Besitzer Fahrwerk, Farben und Sitze nach seinen persönlichen Wünschen anpassen.



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