Volle Kraft voraus: Mit dem M3 GTS lässt es BMW jetzt richtig krachen

Schrill, stark und schnell: Den M3 GTS hat BMW für Straße und Strecke gebaut.

Grüne Welle? Wirtschaftskrise? Absatzflaute? Davon war in der Autoindustrie in den vergangenen Tagen nur wenig zu spüren. Als würde das Öl rauschen wie mancherorts der Mai-Regen, fahren die deutschen Hersteller einen Kraftmeier nach dem anderen in die Boxengasse: Porsche zeigt mit dem GT2 RS das stärkste Straßenmodell aller Zeiten, VW lässt einen neuen Polo GTI von der Leine, und Audi lockt reiche Schnellfahrer mit der Aussicht auf einen R8 GT im Rennanzug. Da will auch BMW nicht hinten anstehen und bestätigte eilig die Serienfertigung des M3 GTS.

Nach den Regeln des Clubsports haben die Bayern an Gewicht gespart, an der Leistung geschraubt und zudem die Aerodynamik optimiert, so dass der in leuchtendem Orange lackierte Kraftmeier noch schneller um die Kurven schießen und durchs Ziel fliegen dürfte: Weil der V8-Motor nun auf 450 statt 420 PS kommt und 70 Kilo weniger schleppen muss, schafft das Coupé den Sprint auf Tempo 100 in 4,4 Sekunden, durcheilt die ersten 1000 Meter in 22,5 Sekunden, und wo beim Serienmodell bei 250 km/h der elektronische Anker fällt, schafft der GTS immerhin 305 km/h.

Ein Großteil des Krafttrainings beruht auf der Kunst des Weglassens: So fehlen dem Coupé nicht nur die Rückbank, sondern auch Audio- und die Klimaanlage. Weil die Ingenieure zudem eine leichtere Mittelkonsole eingebaut, dünnere Verkleidungen in die Türen gesetzt und Endrohre aus Titan an den Auspuff gesetzt haben, sinkt das Gewicht gegenüber dem Serienmodell von 1600 auf 1530 Kilogramm.

Gleichzeitig haben die Ingenieure am Motor gefeilt. So wächst der Hubraum des ursprünglich 4,0 Liter großen Achtzylinders auf 4,4 Liter, was auch für das maximale Drehmoment einen Sprung bedeutet: Satt bei 400 gipfelt die Kurve nun bei 440 Nm. Daran angepasst wurde das besonders schnelle Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe, das man auch im normalen M3 kaufen kann.

Obwohl der M3 GTS verboten aussieht und sich eher am Reglement der FIA als der Straßenverkehrsordnung orientiert, hat der Bolide das Zeug zur Straßenzulassung. Während die Konkurrenten die Reise zur und von der Rennstrecke auf dem Anhänger antreten müssen, geht für den Kraftmeier der Spaß auf der Straße weiter.

Sonderlich viele Kunden werden allerdings nicht in den Genuß dieser M-otionen kommen. Zwar hat BMW die Produktion des Wagens nicht limitiert, doch kalkulieren die Bayern bis zum Ende der Laufzeit mit nicht einmal 150 Exemplaren. Das mag auch am Preis des Renners liegen: Kostet das normale M3 Coupé mit Doppelkupplung schon 72.250 Euro, verlangen die Bayern für den M3 GTS fast das Doppelte, nämlich 136.850 Euro fast.

Nachdem diverse VW-Marken derzeit ihre Muskeln spielen lassen und nun BMW mächtig aufdreht, stellt sich für die Vollgasfraktion eigentlich nur eine Frage: Was machen eigentlich die Body-Builder von Mercedes-AMG? Die Antwort wird sicher nicht lange auf sich warten lassen – zum Beispiel in Form des offenen SLS.



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