Ford Start Concept: So cool kann ein Ford-Kleinwagen aussehen

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Knackig, knudellig und ungeheuer cool: So scharf könnte der nächste Ford Ka aussehen.

Audi hat den A1, BMW den Mini, Mercedes den Smart – und auch bei Ford gibt es vielleicht bald einen kultigen Kleinwagen für die Großstadt. Denn mit Blick auf die zunehmende Urbanisierung haben die Amerikaner zur Motorshow in Peking jetzt das verführerische Konzeptauto Start ins Rampenlicht gerückt. Der ausgesprochen einfach und deshalb ganz besonders reizvoll gezeichnete Zweitürer mit dem stechenden LED-Scheinwerfer-Blick und der strömungsgünstigen Coupé-Silhouette hat einen Radstand von 2,30 Metern, ist 3,70 Meter lang und hat genau das Kult-Potenzial, das zum Beispiel dem aktuellen Ford Ka abgeht.

Dafür stehen nicht nur die schlichte Eleganz der scheinbar vom Fahrtwind geformten Karosserie, die sympathisch wirkende Frontpartie, der filigrane Aufbau und das schwungvolle Heck, sondern auch der Innenraum des Viersitzers macht Lust auf eine Ausfahrt. Obwohl der Start kleiner ist als etwa der Ford Fiesta, wirkt das Auto innen dank dünner und zum teil sogar durchsichtiger Karosseriesäulen viel geräumiger. Außerdem haben die Designer Liebe zum Detail bewiesen und den Winzling zu einer schmucken Rennsemmel aufgerüstet: sportliche Sitze, ein weit oben positionierter Schaltknüppel, ein Sportlenkrad und ein rassiges Cockpit sind die Attribute dieses Stils.

Unter der Haube schlägt ein neues Herz aus der so genannten EcoBoost-Motorenfamilie. Nachdem die Ford-Ingenieure schon Sechs- und Vierzylinder mit Lader und Direkteinspritzung aufgerüstet haben, exerzieren sie dies nun auch an einem Dreizylinderaggregat und kitzeln so aus einem Liter Hubraum rund 120 PS. Weil der Start zudem besonders leicht konstruiert wurde, soll der CO2-Ausstoß des neuen Motors deutlich unter 100 Gramm liegen. Der Fahrspaß dagegen ragniere auf dem Niveau eines deutlich stärkeren Vierzylinders mit 1,6 Litern Hubraum, verspricht Ford.

Der Motor wird in Serie gehen. Das Auto jedoch eher nicht. “Leider nur eine Studie“, hört man die Designer am Messestand sagen. Aber immerhin: Bei der Entwicklung künftiger Kleinwagen soll die schicke Studie durchaus als Vorbild dienen. Gut möglich also, dass manche Details aus dem Showcar in ein paar Jahren zum Beispiel am nächsten Ford Ka auftauchen.


Gran Coupé Concept: BMW bringt einen sportlichen Viertürer

Flacher als ein 7er und länger als ein 5er: Mit diesem viertürigen Coupé will BMW in drei Jahren gegen den Mercedes CLS antreten.

Studien für chinesische Automessen haben bei BMW eine eher durchwachsene Vergangenheit. Denn als die Bayern vor drei Jahren die traumhafte Coupé-Limousine CS ins Rampenlicht gerückt hatten, war der Applaus groß, das Jammern kurz darauf aber noch lauter. Denn knapp zwei Jahre später wurde das Projekt aufgrund der Wirtschaftskrise beerdigt. Jetzt allerdings nimmt BMW einen neuen Anlauf und zeigt am Rande der Auto China in Peking das Gran Coupé Concept, das einer ähnlichen Idee entspringt. Wo beim ersten Entwurf für ein viertüriges Coupé allerdings die Eleganz im Vordergrund stand, dreht sich diesmal alles um die Dynamik. “Wir haben den Anspruch, das viertürige High-Performance-Coupé mit den sportlichsten Proportionen und dem elegantesten Design zu bauen2, sagt Designchef Adrian van Hooydonk. Und so tritt der knapp fünf Meter lange und 1,40 Meter hohe Ableger von BMW 5er und 7er mit einer ausgesprochen fordernden Frontpartie an, aus der böse und brillant neue LED-Scheinwerfer funkeln. Der große Radstand und strenge Charakterlinien prägen die Flanken, und das Heck ist so kurz und knackig, wie es sich für ein Sportcoupé gehört. Dass der Wagen zudem Grandezza ausstrahlt, liegt an den Proportionen und Details wie der Chromleiste um die rahmenlosen Seitenfenster oder den Lufteinlässen der Stoßfänger.

Obwohl man dem Gran Coupé noch die Handarbeit der Modellbauer ansieht, braucht es fürs Serienmodell nicht mehr viel Phantasie. Und der Baukasten von 5er und 7er gibt alles her für eine weitere Variante – zumal daraus bis 2011 ohnehin das neue 6er Cabrio und ein paar Monate später die nächste Auflage des 6er Coupés entstehen. Warum also nicht auch noch einen viertürigen 6er hinterher schieben, wenn Mercedes mit dem CLS so erfolgreich ist und Audi für den Jahreswechsel den A7 anvisiert hat?

Zwar will bei BMW noch keiner die konkreten Absichten für den Luxusliner bestätigen, doch wären da nicht die ringsrum abgeklebten Scheiben und die neuen Scheinwerfer, könnte man bei diesem homogenen und stimmigen Entwurf meinen, dass es bis zur Markteinführung nur noch ein paar Monate dauert. Ganz so schnell wird es jedoch nicht gehen, dämpft BMW-Sprecher Ulrich Knieps die Erwartungen. Allerdings: In zwei, drei Jahren, so heißt es in gut unterrichteten Kreisen, werde das Auto wohl auf den Markt kommen.


Citroen Metropolis: Prunkvoll durch das Reich der Mitte

Langer Luxus-Lulatsch: Mit dieser 5,30 Meter langen Studie will Citroen auf der Motorshow in Peking punkten.

In Europa fährt die Oberklasse längst im Rückwärtsgang, doch am anderen Ende der Welt können Autos gar nicht groß und protzig genug sein. Ausgerechnet das ehemalige Armenhaus China erweist sich als Dorado der Luxuslimousinen und beschert den Nobelherstellern stattliche Zuwachsraten. Weil Reichtum dort mit Vorliebe gezeigt wird, verkaufen sich in Peking oder Shanghai selbst Nobelhobel à la Maybach & Co. noch überraschend gut. Kein Wunder, dass die deutschen Premiumanbieter jetzt zum Start der Motorshow in Peking groß auffahren und dort den überarbeiteten Maybach sowie den langen Audi A8 mit Zwölfzylindermotor und den aufgefrischten VW Phaeton enthüllen. Auch Jaguar, Maserati und Cadillac schöpfen die Sahne des chinesischen Automarktes ab, und natürlich stehen auch Sportwagen von Ferrari und Lamborghini im Reich der Mitte hoch im Kurs. Und jetzt drängt sogar ein französischer Hersteller ins fernöstliche Oberhaus. In der Heimat ist Citroen vor allem bekannt für pfiffige Kleinwagen und künstlerische Großraumlimousinen, rollt die Marke in Peking die feudale Studie Metropolis ins Rampenlicht.

Der Wagen, die von dem hauseigenen Designbüro in Shanghai entworfen, misst stolze 5,30 Meter in der Länge und überragt damit selbst eine Mercedes S-Klasse und einen Audi A8. Weil die Studie Metropolis zudem glatte zwei Meter breit ist, sind standesgemäße Platzverhältnisse garantiert. Trotzdem sieht der Viertürer mit dem großen Kühlergrill, den im Wind zerfließenden Scheinwerfern und dem schrägen Heckstummel ausgesprochen sportlich aus, was auch an der Höhe von lediglich 1,40 Metern liegt.

Wie es drinnen oder unter der Haube zugeht, dazu gibt es nicht viele Informationen. Nur dass ein Plug-in-Hybridangetrieb die Fuhre in Fahrt bringt, wird verraten. Das ist für den chinesischen Markt ein Muss, weil kaum sonstwo so ambitioniertere Umweltziele gelten wie hier. Und Citroen plant ohnehin, im nächsten Jahr ein Hybridauto auf den Markt zu bringen und bis 2012 eine Testflotte von Plug-In-Fahrzeugen auf den Weg schicken – wenngleich unter der Haube des Metropolis wohl eher ein V6-Benziner als ein Common-Rail-Diesel stecken dürfte.

Zwar sieht der Luxusliner spektakulär aus und hätte durchaus das Zeug, irgendwann das legendäre Modell DS zu beerben, doch die Chancen auf eine Serienfertigung sind denkbar gering. Denn in Europa wird sogar um ein Nachfolgemodell für den aktuell größten Citroen, den C6 gerungen.


VW Milano Taxi: Elektrischer Exot am Taxistand

Bitte einsteigen: Ein ungewöhnliches Türkonzept und der Verzicht auf den Kofferraum schaffen Platz für Passagiere.

Von wegen Mercedes E-Klasse! Schon seit Jahren bröckelt der Marktanteil von Deutschlands Taxi Nummer 1. Und nach VW Touran, Skoda Octavia und Dacia Logan MCV drängt demnächst wohl ein weiteres Modell vor Bahnhöfen und Flughäfen in die Pole Position. Denn zumindest als Studie hat VW jetzt einen elektrischen Exoten vorgestellt, den man durchaus als Taxi der Zukunft sehen könnte. Immerhin ist das als Hommage an die italienische Heimat des VW-Chefdesigners Walter de Silva optisch wie nominell als „Milano Taxi“ geführte Schaustück klein und trotzdem geräumig, schnell, handlich und obendrein noch sauber.

Möglich macht das ein ebenso zeitgemäßer wie platzsparender Elektromotor, der immerhin 115 PS leistet und den 1,5 Tonnen schweren Stromer auf bis zu 120 km/h beschleunigt. Weil die Batterie respektable 45 kWh speichern kann, kommt das Taxi auf eine Reichweite von rund 300 Kilometern, bevor die Lithium-Ionen-Akkus an die Steckdose müssen. Allerdings reicht dann im besten Fall schon eine Stunde, um immerhin 80 Prozent der Kapazität zu füllen – bei den langen Standzeiten am Flughafen sollte das kein Problem sein.

Aber der Wechsel vom Diesel auf Elektrizität ist nicht die einzige Konvention, mit der die Niedersachsen mit der Studie brechen. Neu ist auch das Karosserie-Konzept: Statt auf Limousine oder Kombi setzen die VW-Ingenieure auf einen vergleichsweise kleinen Van von 3,73 Metern Länge und 1,60 Metern Höhe – ein Auto, das sich wohl auch ohne Taxi-Schild recht gut verkaufen würde. Der Haken ist, dass der geplante Minivan VW Space-Up frühestens 2013 in Serie gehen wird.

Damit man in einem Auto, das kürzer ist als der aktuelle VW Polo, mehr Platz hat als in einem Passat, hat VW den Kofferraum eingedampft und die Rückbank so weit nach hinten versetzt, dass hinter der Lehne nur noch Platz für ein bisschen Kleinkram bleibt. Dafür herrschen im Fondfußraum großzügige Platzverhältnisse und weil es keinen Beifahrersitz gibt, kann man von hinten rechts die Beine bis unters Armaturenbrett strecken. Statt des Sitzes vorne rechts gibt es dort die Möglichkeit, Gepäck unterzubringen. Vorteil für den Taxler: Er muss jetzt nicht mehr Aussteigen und den Kofferraum öffnen.

Der Zustieg für die Fahrgäste ist auch neu geregelt: Auf der Fahrerseite gibt es gar keine Tür für Passagiere, auf der anderen Seite dafür eine riesige Schiebetüre, die nach vorne aufgleitet. Ebenfalls dem Komfort dient ein großer Touchscreen. Auf dem der Fahrgast die Route verfolgen, den Wettbericht lesen, Informationen zum Zielort abrufen oder mit Hilfe des integrierten Kartenlesers die Rechnung bezahlen kann.

An eine Serienfertigung des Milano Taxi denkt bei VW offiziell noch keiner. Doch insgeheim lassen sie durchblicken, dass sich niemand in Wolfsburg über positive Reaktionen auf die Studie und den Ruf nach einer Serienversion wundern würde.


Virtuell im Elektroauto herumstromern

Renault Twizy Z.E.: Einsteigen und losfahren im Computerspiel Sims 3.

Renault fährt in Sachen Elektroauto vorneweg – jedenfalls was die großen Massenhersteller betrifft und zumindest in der virtuellen Welt. Denn schon in wenigen Wochen, so teilte das französische Unternehmen heute mit, könnten sich Besitzer der aktuellen Version des Computerspiels “Sims 3″ das City-Elektromobil Twizy Z.E. kostenlos herunterladen und dann losstromern durch die virtuelle Welt. Damit das auch wirklich nachhaltig passiert, gibt es im Softwarepaket mit dem Zweisitzer auch gleich eine Solarpaneele und ein Batterieladegerät. So können Sims-3-Spieler den virtuellen Strombedarf senken und dadurch ihre Haushaltskasse entlasten.

Virtuelle Nachhaltigkeit: Windstrom zum Autofahren.

“Die Elektroautos werden in der Sims-Welt vor allem jüngere und umweltbewußte Kunden anziehen, die wir mit unserer Marketingstrategie noch vor dem Marktstart unserer Elektroautos erreichen können”, postuliert Stephen Norman, der Marketingdirektor von Renault. Die ersten E-Autos fürs reale Leben hat der französische Hersteller für das kommende Jahr angekündigt. Unklar ist jedoch noch, wie teuer die Autos mit den kostspieligen Lithium-Ionen-Akkus werden sollen und ob die Technik im Alltag tatsächlich so reibungslos funktioniert, wie stets behauptet wird. Bei “Sims 3″ jedoch lässt sich die schöne, saubere Autowelt bis auf Weiteres wunderbar simulieren. Denn Renault und der Softwareentwickler Electronic Arts haben vereinbart, in den nächsten Jahren die komplette erste E-Auto-Generation des Hauses, in Planung sind zunächst vier Modelle, ins Computerspiel zu integrieren.


Sie können es nicht lassen: Renault will wieder in die Oberklasse

Der Duft des Luxussegments ist offenbar zu verführerisch. Renault, mit dem experimentellen Van-Coupé Avantime gnadenlos baden gegangen und mit dem Flaggschiff Vel Satis zumindest hierzulande weitgehend erfolglos,nimmt die Franzosen erneut Anlauf in der Oberklasse. “Ab 2011″, so lautet die Ansage aus Paris, “mischen wir wieder auf den Direktionsparkplätzen wieder mit.”

Anders als beim Van-Coupé Avantime und dem Stummelheck-Kombi Vel Satis wollen die Franzosen den Kampf gegen Mercedes E-Klasse und BMW 5er diesmal allerdings mit konventionellen Typen führen: Das bislang noch namenlose Top-Modell mit dem Projektcode L43 wird eine ganz normale Stufenhecklimousine.

Heute Seoul, morgen Paris: Auf Basis dieses Samsung SM5 will  renault bis nächstes Jahr seine neue Oberklasse-Limousine entwickeln.

Asien-Connection: Auf Basis dieses Samsung SM5 baut Renault bis 2011 ein neues Oberklasse-Modell

Weil Renault nicht ganz so verblendet ist, mit riesigen Stückzahlen zu rechnen und der Verkauf zum Beispiel in Deutschland gegen vehementen internen Widerstand erst vor wenigen Wochen beschlossen wurde, sparen sich die Ingenieure in Paris eine eigene Entwicklung. Stattdessen bedienen sie sich der hierzulande als Autobauer weitgehend unbekannten koreanischen Tochtermarke Samsung und nutzen deren mittlerweile sechs Jahre alte Limousine SM5 als Basis. Der asiatische Prunkwagen mit chromglänzendem und weit nach hinten gezogenen Scheinwerfern ist rund 4,90 Meter lang und fährt in Korea mit einem 140 PS starken Zweiliter-Benzinmotor vor. Zur Not passen unter die riesige Motorhaube aber sicher auch ein V6-Benziner und ein für Europa eigentlich unerlässlicher Dieselmotor.

Der Vel Satis-Nachfolger wäre für Renault übrigens nicht das erste Übernahme-Modell aus Korea. Auch der Geländewagen Koleos ist im Grunde genommen ein Samsung-Modell. Ob das ein gutes Omen ist? Eher nein: Denn mit weniger als 3000 Zulassungen im vergangenen Jahr zählt der Allradler zu den Kellerkindern des SUV-Segments.


Zurück in die Zukunft: Zwei Tüftler machen Oldtimer zu Elektro-Autos

Batterie statt Boxer: Diesen Käfer hat Classic eCars schon auf Elektroantrieb umgerüstet.

Oldtimer sind laut, stinken und hinterlassen überall schmierige Ölflecken? Falsch! Zumindest nicht, wenn sie aus der Werkstatt von Jens Broedersdorff und Uwe Koenzen in Duisburg kommen. Denn frei nach dem Motto “Zurück in die Zukunft”, haben sich die beiden der Umrüstung von Autoklassikern zu Elektrofahrzeugen verschrieben und dafür schon vor mehr als 15 Jahren die Firma Classic eCars gegründet. Nachdem sie erst einen privaten Porsche 912 aus den sechziger Jahren zum Stromer umgebaut und dann ein paar Dutzend Umrüstsätze für VW Käfer, T1 und T2 sowie den Karmann Ghia verkauft haben, steigen sie jetzt in das Geschäft mit Komplettfahrzeugen ein. “Wir planen elektrische Versionen der Modelle Fiat 500, Citroen DS und der ersten Generation des VW Bus”, kündigen die beiden Autonarren an und kalkulieren für jedes Fahrzeug zunächst mit sehr bescheidenen Stückzahlen. “Jeweils zehn Exemplare sollten es schon werden, damit sich die Arbeit lohnt”, sagt Uwe Koenzen, “aber nach oben sind wir natürlich offen.” Schließlich wollen die beiden in der kleinen Hinterhofwerkstatt in einem Duisburger Industriegebiet erst einmal die Prototypen bauen und alle anderen Fahrzeuge dann von den entsprechenden Oldtimer-Spezialisten umrüsten lassen.

Dass sie ausgerechnet diesen drei Modellen starten, liegt vor allem an der Attraktivität und dem Charakter der Typen. “Aber wir haben uns auch die Verfügbarkeit von Fahrzeugen und Ersatzteilen angeschaut”, sagt Koenzen. Und Techniker Broedersdorf ergänzt, “außerdem müssen wir auch mit Elektroantrieb das entsprechende Fahrgefühl hinbekommen”. Natürlich ginge das auch bei Koenzen elektrischem Traumwagen, einem Jaguar E-Type mit Elektromotor – doch ein solches Modell überstiege wohl die finanziellen Möglichkeiten der meisten Interessenten.

Die zuvor von Profis restaurierten Oldies werden also bestückt aus einem modularen Antriebsbaukasten, dessen Komponenten vor allem aus dem Werkzeugmaschinenbau und der Industrie kommen. So werde eine Steuerung eingesetzt, die sonst hoch präzise Hebesysteme überwacht; und der Elektromotor für die Autoklassiker laufe zum Beispiel auch in Grubenlokomotiven, erläutert Koenzen. Geplant sind vier Leistungsstufen mit 30, 60, 90 oder 120 kW, mit denen Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h erreicht werden können. Auch bei den Batterien sieht Classic eCars eine Stufenlösung vor. “Wir werden Lithium-Ionen-Zellen für 50, 100, 150, 200 und 300 Kilometer Reichweite anbieten”, sagt Koenzen. Je nach Leistung und Kapazität solle der Preis für die Umrüstung bei 17.500 bis 45.000 Euro liegen – plus Basisfahrzeug, versteht sich. Einen elektrischen Cinquecento wird es also ab etwa 25.000 Euro geben.

In der Klassiker-Szene wird der Vorstoß der beiden Elektro-Pioniere geteilt aufgenommen. “Als wir damit anfingen, haben uns 98 von 100 Oldtimer-Fans den Vogel gezeigt”, erinnert sich Koenzen. “Heute liegt die Zustimmung schon bei bei einer Quote von 50:50, und die Tendenz steigt.” Und auch die Spezialisten, die für sie nach der Prototypen-Entwicklung die Komplettfahrzeuge restaurieren und umbauen sollen, seien plötzlich ganz Ohr.Elektrischer Dienstwagen: Mit diesem Porsche 912 sind die beiden Tüftler täglich unterwegs.

Zwar beginnt der Aufbau von Komplettfahrzeugen erst in diesem Sommer. Doch sind Boredersdorff und Koenzen keine Elektro-Neulinge: Derzeit verkaufen sie elektrifizierte Replikas wie den Porsche 550 von Chamonix und den Rudolph Spyder, von dem zwei Exemplare demnächst bei einem Forschungsprojekt im Allgäu eingesetzt werden sollen. Auch davor haben die beiden schon Elektro-Autos umgerüstet. Rund zwei Dutzend Antriebssätze haben sie seit der Firmengründung 1996 an die Fahrer von VW Bus, Käfer und Karmann Ghia ausgeliefert. Ein E-Antrieb jedoch verblieb in der Firma: Er schnurrt in ihrem Dienstwagen – einem Porsche 9. Koenzen: “Und das problemlos seit zehn Jahren und mehr als 35.000 Kilometern.“ Sogar die Ölflecken in der Garage sind mittlerweile verschwunden.


Jeff Koons bemalt den BMW-Le-Mans-Rennwagen

Jeff Koons Design-Konzept: Das 17. BMW Art-Car.

Der US-amerikanische Künstler Jeff Koons, einem breiten Publikum vor allem durch seine vorübergehende Ehe mit der Ex-Porno-Darstellerin Cicciolina (Echtname Ilona Staller) bekannt, wird das 17. BMW Art-Car gestalten. Die Tatsache an sich ist schon ein paar Wochen bekannt, jetzt aber wurden erste Entwürfe veröffentlicht. Und BMW kündigte an, dass der von Koons mit wilden, grellbunten Streifen künstlerisch getunte BMW M3 GT2 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit der Startnummer 79 auf die Strecke gehen wird. Koons, 55, sagte jetzt in New York bei der Vorstellung des Projekts: “Rennautos stecken voller Leben, strotzen vor Kraft und haben enorme Energie.” Es sei eine Herausforderung und seine eigentliche Aufgabe als Künstler, sich darauf einzulassen.

Chefgespräch: Jeff Koons und BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen in München bei einer Besprechung zur Gestaltung des M3-Rennwagens für Le Mans.

Mit dem Einsatz des 17. Art-Cars von BMW als Rennwagen kehrt der Müncher Autobauer zum Ursprung der Idee zurück. Die hatte 1975 der französische Rennfahrer Hervé Poulain, der den befreundeten Künstler Alexander Calder bat, ihm seinen Rennwagen, einen BMW, zu bemalen. Das fand Nachahmer, und so gestalteten unter anderem auch Roy Lichtenstein, Andy Warhol, Ernst Fuchs, Cesar Manrique oder Jenny Holzer Rennwagen aus München, die zum Teil auch in Le Mans an den Start gingen.

Der aktuelle Kunst-Renner wird von einem V8-Motor mit rund 500 PS angetrieben, als Beschleunigungsvermögen gibt BMW 2,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100 an. Das Steuer des Jeff-Koons-Boliden wird in Le Mans das Trio Andy Priaulx, Dirk Müler und Dirk Werner im Wechsel übernehmen. Neben dem Art-Car geht auch ein im normalen BMW-Trimm gestalteter M3 GT2 an den Start. Bleibt zu hoffen, dass das rasende Kunstwerk möglichst kratzerfrei ins Ziel kommt – denn die Art-Cars sind für BMW auch ein unschätzbarer Image-Beschleuniger.


Extrem-Offroader auf Oster-Safari

Jeep Wrangler Trail Boss: Der Klettermaxe basiert auf einem Jeep Wrangler Rubicon, wurde aber um knapp acht Zentimeter höher gelegt und mit Rock-Monster-Rädern von Hutchinson bestückt.

Manche suchen in den nächsten Tagen nach Ostereiern, andere nach Ruhe und Entspannung, wieder andere nach einer speziellen Kick. Aus der letztgenannten Gruppe finden sich etliche über Ostern im US-Staat Utah ein – zur 44. Moab-Ostersafari. Es handelt sich dabei um ein neuntägiges Stelldichein von Geländewagen-Fans und für viele aus der Szene eine Art Saisonauftakt. Man nimmt gemeinsam Trails in Angriff, die hier in Schwierigkeitsgrade von 1 (einfach) bis 5 (extrem) unterteilt sind, klönt, tauscht Erfahrungen aus und schraubt an den Autos. Für die harte Fraktion der Allradfreaks also ein Freudenfest. Die Herausforderungen für Fahrer und Fahrzeug tragen hier Namen wie “Kenny’s Climb” oder “White Knuckle Hill” und sind mithin das geeignete Umfeld, um die jüngsten Kreationen dieser automobilen Spielart vorzustellen. Die Chrysler-Group etwa zeigt dort ein halbes Dutzend aufgebrezelter Highend-Offroader, so genannte “Moparized”-Modelle, die aus der Mopar-Schmiede des US-Konzerns stammen – so etwas wie der hauseigenen Tuningabteilung um Chrysler-Chefdesigner Mark Allen.

Dodge Ram Power-Wagon: Motorisiert ist der drei Tonnen schwere Offroad-Truck mit einem 5,7-Liter-V8-Hemi-Motor.

Unter anderem am Start sind dort höher gelegte Jeep-Wrangler-Modelle mit 3,8-Liter-V6-Aggregaten unter der Haube, die mit speziellen Schürzen, Nebellampen, verstärkten Stahl-Stoßfängern und außergewöhnlichen Audio-Anlagen ausgerüstet sind. Besonders hervorzuheben ist auch ein Dodge-Ram-Modell in klassischer schwarz-weiß-Lackierung, dessen Bodenfreiheit um mehr als zehn Zentimeter angehoben wurde und auf dessen Achsen Räder in der Dimension 40 Zoll stecken. Zum Ostereier-Suchen ist das definitiv das falsche Fahrzeug – für die Oster-Safari in der Wüste Moab jedoch kommt dieses Teil gerade recht.