Detroit soll blühen – mit Äckern statt Autos

Äcker statt Autos in Detroit: Wo bislang Fließbänder liefen, sollen bald Obst und Gemüse wachsen

“Blühende Landschaften” – dieses Versprechen ist schon einmal in die Hose gegangen. Doch weil die DDR von Detroit ziemlich weit entfernt war und die Dinge dort heute dann doch ein bisschen anders liegen, lockt der amerikanische Finanzmanager John Hantz jetzt mit einer vergleichbaren Versprechung: Weil die sieche Hauptstadt der amerikanischen Autoindustrie von Ford, General Motors und Chrysler wohl nicht mehr alleine aufgerichtet werden kann und selbst voll ausgelastete Werke nicht genügend Jobs bieten würden, um die marode und verlassene Innenstadt zu sanieren und zu bevölkern, schwärmt der ehemalige American-Express-Manager von Äckern statt Autos. Seine Idee ist so skurril wie simpel: Er will die leer stehenden Blocks schleifen, alte Fabriken abtragen und mitten in der Downtown-Area eine riesige Farm aufziehen.

Das bringe jede Menge Jobs für unqualifizierte Arbeiter, mache die Stadt wieder lebenswert und könne vielleicht auch wieder Neubürger anziehen – jedenfalls mehr als die strauchelnde Autoindustrie, lauten seine Argumente. Und es gibt kaum etwas, das Detroit nötiger hat, als neue Einwohner: Schließlich ist die Zahl der Menschen in Motown von einmal mehr als zwei Millionen in den letzten Jahren auf jetzt nur noch 900.000 gesunken. Für diesen Morgenthau-Plan in klein will Hantz durchaus auch in die eigene Tasche greifen. Als einer der letzten Superreichen aus dem einstmals prallen Speckgürtel der Stadt lässt er für das Projekt 30 Millionen Dollar springen und startet im Frühjahr schon mal einen Probelauf auf 50 Hektar: “Vom ersten Tag an wird das die größte Stadtfarm der Welt”, prahlt er. Die Frage ist: Wer soll das Gemüse kaufen, wenn eh’ kaum noch einer da ist?


Straßenkunst: Mitten in Manhattan und trotzdem über den Dingen

Einblicke und Ausblicke in einem: So könnten Landkarten in Zukunft aussehen

Auf den ersten Blick wirkt diese Karte von Manhattan ein wenig verwirrend. Doch wer sich erst einmal in die Grafik hineindenkt, sieht New York aus einer völlig neuen Perspektive: Man steht mitten im Leben und doch über den Dingen. Denn die Straßenkünstler des Londoner Designstudios BERG haben sich kurzerhand den Horizont geschenkt und so eine einzigartige Projektion des Stadtplans erstellt. Schritt für Schritt kippt der Blickwinkel und verwandelt das Bild von einer Ein- in eine Draufsicht. Was auf den ersten Blick wirkt wie pure Kunst, hat auch einen praktischen Hintergrund: “So müssen Landkarten in Zukunft sein”, sagt Jack Schulze, der an dem Projekt mitgewirkt hat. Wer braucht auf Navigationsbildschirmen oder Computergrafiken schon einen Streifen Himmel, wenn er sich in den Straßen zurecht finden will.

Weil die skurrile Stadtkarte aber nicht nur bei der Orientierung hilft, sondern obendrein auch hübsch aussieht, haben die Designer je tausend Exemplare mit dem hier gezeigten Blick von Downtown nach Upton und umgekehrt als Kunstdruck aufgelegt, der nun für 45 Euro pro Stück verkauft wird.


Aufgalopp des Mustangs: Der US-Klassiker macht noch einmal Karriere

Vor-Reiter: Eben noch auf dem Messestand in Detroit, fährt der neue Mustang GT Ende des Monats bereits als Pace-Car in Daytona.

Vor-Reiter: Eben noch auf dem Messestand in Detroit, fährt der neue Mustang GT Mitte Februar als Pace-Car bei den "Daytona 500"

46 Jahre nach seinem Debüt ist der Mustang frischer denn je. Gerade erst hat Ford auf der Autoshow in Detroit den aufpolierten GT mit einem neuen 5,0-Liter-V8 vorgestellt, schon galoppiert der Klassiker wieder in die Schlagzeilen: Als erster Ford seit mehr als 40 Jahren tritt der neue Mustang GT Mitte Februar als Pace-Car bei den berühmten „Daytona 500“ in Florida.

Und damit noch nicht genug. Auch Tuning-Legende Carroll Shelby legt noch einmal Hand an den Klassiker und baut auf Basis des 2011er GT gemeinsam mit der Rennsportabteilung von Ford einen neuen GT 350. Genauso lackiert wie das Original aus den späten Sechszigern kommt das moderne Musclecar dank eines Kompressors nun auf mindestens 500 PS und bleibt dank eines neuen Rennfahrwerks näher an der Ideallinie. Allerdings hat die Rennsporttechnik auch ihren Preis. Mit einem Shelby-Aufschlag von rund 34.000 Dollar wird der GT350 knapp  dreimal teuerer als das Basismodell.

Paar-Lauf: Nach 45 Jahren baut Carroll Shelby gemeinsam mit Ford einen Nachfolger für den legendären Mustang GT 350.

Konnten sich über solche Muskelspiele bislang nur Amerikaner und die wenigen Kunden der freien Importeure freuen, wecken neue Gerüchte aus Detroit derzeit auch bei den Mustang-Fans im Rest der Welt die Hoffnung: Wenn 2014 – zum 50. Geburtstag des Mustangs – die nächste Generation anrollt, dann – so hört man aus der Zentrale – könnte der Mustang endlich auch offiziell vom Highway auf die Autobahn traben.