Ferrari im Porzellan-Look

Wie ein Spinnennetz – oder eben wie Sprünge in kostbarem Porzellan – ziehen sich dunkle Linien über die Karosserie des 599 GTB Fiorano.

Wie ein Spinnennetz – oder eben wie Sprünge in kostbarem Porzellan – ziehen sich dunkle Linien über die Karosserie des 599 GTB Fiorano.

Manchmal kann es gar nicht exklusiv genug sein, und exklusiver als in diesem Fall geht es tatsächlich nicht. Am 3. November wird in Peking ein Ferrari versteigert, den es so nur ein einziges Mal weltweit gibt. Das Modell vom Typ 599 GTB Fiorano wurde vom chinesischen Künstler – und Ferrari-Fahrer – Lu Hao gestaltet und wirkt sehr zerbrechlich. Das liegt daran, dass die Karosseriebemalung die Oberfläche des höchst seltenen und wertvollen Ge-Kiln-Porzellans aus der Song-Dynastie nachahmt – was ein bisschen so wirkt, als gehe das komplette Auto in Kürze in Scherben.

Das ist natürlich keineswegs der Fall. Vielmehr ist der Wagen ein weiteres Mosaiksteinchen in Ferraris Strategie, den Aufsteigern in Fernost die Freuden des flotten Fahrens schmackhaft zu machen und dabei die Produkte aus Maranello in den Mittelpunkt zu stellen. Der Erlös der Auktion, bei der das Auto-Unikat unter den Hammer kommt, kommt übrigens einer Institution zugute, die Fahrzeugbau-Studenten in China unterstützt.


BMW Simple und Clever – zurück in die Zukunft

Spaßgerät mit der Neigung zum Sparen: Diese Studie namens "Simple" feiert jetzt ihre verspätete Premiere im Münchner BMW-Museum

Spaßgerät mit der Neigung zum Sparen: Diese Studie namens "Simple" aus dem Jahr 2005 feiert jetzt verspätete Premiere im Münchner BMW-Museum

So hat man sich gestern also das Morgen vorgestellt: In einer Sonderausstellung im Werksmuseum zeigt BMW jetzt erstmals die Studie „Simple“, die zwar bereits ein paar Jahre auf dem Buckel hat, aber angesichts vieler kürzlich auf der IAA und jetzt im Vorfeld der Tokio Motor Show enthüllter Designentwürfe offenkundig aktueller ist denn je.

Schon bei seiner Entstehung im Jahr 2005 sollte der Zweisitzer nicht nur sparsam sein und dennoch Spaß machen, sondern auch die Vorzüge von Auto und Motorrad vereinen und damit in eine neue Klasse fahren, die für die urbane Mobilität künftig offenbar immer wichtiger wird.

Vom Pkw übernimmt das Gefährt die Idee der Fahrgastzelle, die vor Wind und Wetter schützt, den Fahrer von Außengeräuschen abschirmt und bei einem Unfall Sicherheit bietet. Und dem Motorrad verdankt die Studie „Simple“ ihre schlanke Form (nun ja, das ist relativ bei 1,10 Meter Breite), sowie die beiden hintereinander angeordneten Sitze und die dynamische Fahrweise mit einer Karosserie, die sich der Schwerkraft folgend in die Kurve legt. Nur für den Notfall, zum Aufrichten im Stand und beim Drift, nutzt die Neigetechnik die Hilfe einer Hydraulik.

Konzipiert wurde der 450 Kilogramm leichte Zweisitzer wahlweise für einen Benziner mit 49 PS oder einen Elektromotor. Beide würden das Fahrzeug in weniger als zehn Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen. Für die Elektrovariante nennt BMW umgerechnet einen Verbrauch von 0,7 Litern, der Benziner wäre angeblich mit weniger als zwei Litern zufrieden.

Neben dem Simple feiert in München noch ein weiteres Konzeptfahrzeug seine verspätete Publikumspremier: Der Clever. Er stammt aus einem Forschungsprojekt der Technischen Universität Berlin und hatte seine Jungfernfahrt im Jahr 2002.

CLEVER sein heißt in diesem Fall, mit einem abgasarmen Erdgasmotor zu beschleunigen und zwischen drei Rädern zu sitzen – übrigens auch hintereinander, wenn es zu zweit auf Tour geht. Das bedeutet wenig Luftwiderstand, niedriges Gewicht und kleine Verkehrsfläche. Das Forschungsauto ist rund drei Meter lang, einen Meter breit und 1,4 Meter hoch, wiegt dabei weniger als 400 Kilogramm und bietet dem Fahrtwind gerade mal einen Quadratmeter Stirnfläche. Auch die Studie Clever soll den Fahrspaß eines Motorrades mit der Sicherheit eines Personenwagen kombinieren. Dafür sitzen Fahrer und Passagier in einem crashoptimierten Aluminium-Spaceframe, der sich computergesteuert in die Kurve legt und den Insassen ein zweiradtypisches Fahrerlebnis bietet.

So macht der Clever Spaß und ist obendrein sparsam und sauber. Weil der CO2-Ausstoß sollte bei 60 Gramm pro 100 Kilometer liegen soll, wählten die Wissenschaftler einen ausgereiften Einzylindermotor mit 230 Kubikzentimeter Hubraum und rund 20 PS, der mit Erdgas aus zwei Druckflaschen betrieben wird. Aus dem Stand beschleunigt das Forschungsauto in rund sieben Sekunden auf Tempo 60, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 100 km/h. Die beiden Gaszylinder für je 1,7 Kilogramm Erdgas bieten eine Reichweite von rund 200 Kilometern und werden zum Preis von weniger als zwei Euro gefüllt.