Reva kündigt ominöse Blitzladung an

Reva-Chef Chetan Maini mit der Elektroauto-Studie NXG, die bereits Anfang 2010 in Europa auf den Markt kommen soll.

Reva-Chef Chetan Maini mit der Elektroauto-Studie NXG, die bereits Anfang 2010 in Europa auf den Markt kommen soll.

Wie genau es vor sich gehen soll wird natürlich noch nicht verraten, und es klingt eigentlich auch viel zu phantastisch. Das indisch-kalifornische Joint-Venture Reva mit Sitz in Bangalore wird in der kommenden Woche auf der IAA nicht nur zwei Elektro-Stadtautos vorstellen, sondern auch ein Batterie-Schnellladetechnik, bei der die Akkus der Autos per Fernentladung wieder  mit Energie versorgt werden. Man wolle den Elektroautofahrern so die Sorge vor dem plötzlichen Liegenbleiben mit leeren Batterien nehmen, heißt es in einer vorab verbreiteten Mitteilung.

Das Verfahren, elektrische Energie durch die Luft zu übertragen, ist durchaus bekannt. In jüngster Zeit erregte vor allem der US-Physiker Marin Soljacic Aufsehen mit entsprechenden Versuchen. Dabei wird der Strom durch ein Magnetfeld übertragen – das Verfahren wird Witricity genannt. Bislang können auf diese Weise zirka vier Meter Distanz zwischen zwei Spulen überbrückt werden – da erscheint es reichlich utopisch, an eine Fernaufladung über viele Kilometer zu denken. Allerdings ist bereits davon die Rede, Elektroautos an speziellen Ladestation verbindungslos “aufzutanken”, indem sie etwa direkt über im Boden eingelassenen Strom-Sendern parken. Dann betrüge die Entfernung zwischen der Stomquelle und der Batterie aber auch nur wenige Zentimeter.

Wesentlich konkreter als die mysteriösen Fernaufladungs-Visionen von Reva sind die beiden Autos, die das Unternehmen in Frankfurt vorstellt. Der Viersitzer NXG soll bereits im kommenden Frühjahr in Europa auf den Markt kommen. Und eine sportliche Coupé-Variante, die ebenfalls auf der IAA gezeigt wird, könnte dann 2011 folgen. Derzeit entsteht in Bangalore eine neue Fabrik, in der schon bald mindestens 30.000 Elektrofahrzeuge pro Jahr gebaut werden sollen. Es scheint, also ob sich auf diesem neuen Markt auch ganz neue Anbieter als die altbekannten Auto-Platzhirsche tummeln werden. Tesla Motors (de übrigens heute in München die erste Niederlassung in Europa eröffnen) war gewiss nur der Anfang.



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